Donnerstag, 9. Oktober 2008

Vorlaeufiger Abschied von Accra

Bevor ich morgen weiter reise nach Akroso, wo ich in den folgenden vier Monaten arbeiten und bei einer Gastfamilie leben werde, melde ich mich noch mal kurz aus Accra, da ich in Akroso zunaechst keinen Internetzugang haben werde und sicherlich erst Mitte naechster Woche in der naechstgroesseren Stadt Swedru ein Internetcafe besuchen kann.
Meine Orientierungswoche in der Hauptstadt neigt sich damit dem Ende entgegen und ich werde mich von einer ganzen Reihe sehr netter Menschen verabschieden muessen, die ich in den letzten Tagen kennengelernt habe. Allerdings werde ich einige von ihnen hoffentlich schon bald wiedersehen, wenn wir uns zu Reisegemeinschaften zusammentun, um an den Wochenenden das Land zu erkunden!

Heute haben wir im Rahmen der Orientierungswoche ghanaische Gerichte gekocht, die teilweise sicher etwas ungewoehnlich aber doch sehr lecker waren. Dumm ist nur, dass hier so schrecklich viel Oel ins Essen gekippt wird und daher alles sehr fettig ist. Aber es soll wohl auch das selbsterklaerte Ziel aller Gastfamilien sein, dass wir ueberaus wohlgenaehrt und mit gut ein paar Kilo mehr auf den Hueften wieder in die Heimat zurueckkehren! Na ja, im Oktober moechte ich in Deutschland den Halbmarathon laufen. Das Training dafuer wird bitter noetig sein!
Ansonsten habe ich bislang auch noch keinerlei Verdauungsbeschwerden gehabt, und das bei meinem sonst so anfaelligen Magen! Alles andere waere im Moment aber auch besonders nervig, weil seit unserem zweiten Tag hier die Toilette in unserem Zimmer nicht mehr funktioniert und wir immer mit der Hand nachspuehlen muessen. Damit kann ich meine letzten Tage mit WC nicht mal mehr richtig geniessen! ;-)



Hinsichtlich kulinarischer Aspekte habe ich mir hier auch ein kleines Projekt vorgenommen: Ich denke, in Anbetracht des Angebots sollte ich mir wirklich endlich mal die Ananas angewoehnen. Alle anderen, die sie hier probiert haben beteuern, dass sie hier viel besser schmeckt als in der Heimat. Auf jeden Fall sieht das Fruchtfleisch schon mal ganz anders aus. Hmm, vielleicht nehme ich das gleich morgen frueh mal in Angriff...
Bemerkenswert ist, dass man hier in einem der Supermaerkte die gesamte Palette westeuropaeischer Lebensmittel und Kosmetika antrifft zu teils sehr gepfefferten, teils aber auch mit der Heimat vergleichbaren Preisen. Wer also meint, nicht ohne Vollkornschwarzbrot, Fruchtjoghurt, Edamer, Rittersport oder einfach seinem Lieblingshaarshampoo leben zu koennen, muss auf nichts verzichten. Aber dafuer bin ich ja nicht hier. Zwar habe ich heute mal einen letzten Schokoriegel gegoennt, aber etwas derartiges steht in den naechsten Wochen ohnehin erst mal nicht in Aussicht.

Heute bin ich zum ersten mal Trotro gefahren, was ein Standardfortbewegungsmittel hier in Ghana ist, eine Art Minibus, dessen Verkehrssicherheit allerdings sehr in Frage zustellen ist. War aber sehr lustig und ich bin noch in einem Stueck am Zielort angelangt. Ansonsten kommt man hier auf der Strasse immer wieder ins Gespraech mit Einheimischen, die einen freundlich ansprechen und einfach ein wenig schwatzen wollen. Wenn man dann noch ein paar charmante Worte ueber Land und Leute verliert (die ja wirklich von Herzen kommen!!), kriegt man z.B. einfach mal spontan die fuenf Bananen spendiert, die man gerade kaufen wollte und mehr noch: es wird noch ein halbes Dutzend draufgelegt!

Das erst mal zu meinen Impressionen der ersten Woche in diesem Land. Nun kann ich es gar nicht erwarten, endlich meine Gastfamilie kennenzulernen. Bei dem Gedanken, was mich bei meiner Arbeit in der Schule so erwarten koennte und wie ich meine Aufgaben dort bewaeltigen soll, wird mir zwar etwas mulmig zumute, aber das wird sich schon auch irgendwie ergeben! Im Moment fuehle ich mich jedenfalls pudelwohl und bin gespannt, was mich noch so erwartet!



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