Freitag, 20. Februar 2009
Angekommen!
Oh Wunder des modernen Zeitalters des schnellen Reisens. Wenn ich hier gemuetlich mit einer wärmenden Decke ueber den Beinen mit einer heissen Tasse Tee bei meiner lieben Schwägerin auf der Couch an der Heizung sitze und dem Schneetreiben draußen zusehe ist es kaum vorstellbar, dass ich gestern um diese Zeit noch im heißen Accra saß!
Donnerstag, 19. Februar 2009
Rauf und runter!
So, nun also zur voraussichtlich letzten Meldung aus Ghana! Ich habe vorhin erfahren, dass in Berlin 20 cm Schnee liegen, der riesige Klamottenstapel auf meinem Hostelzimmerbett, den ich im Laufe des Fluges/Umsteiges zwiebelschalenartig ueberzustreifen gedenke, scheint also nicht voellig uebertrieben. Vermutlich werde ich dennoch zaehneklappernd aus dem Flugzeug steigen, wobei etwaiger Schuettelfrost noch durch den sich langsam anhaeufenden Schlafmangel beguenstigt werden koennte. Hier in Accra geht es fuer mich naemlich gerade drunter und drueber und mein urspruenglicher Plan, die letzten eineinhalb Tage hier ruhig mit Packen und Einkaufen ausfuellen zu koennen, wurde voellig ueber den Haufen geworfen. Zunaechst: mir selbst geht es zur Zeit gesundheitlich ziemlich gut, nur dummerweise steht der Ghana-Aufenthalt der Volentaere in Akroso prinzipiell unter keinem guten Stern: der mit in unserer Gastfamilie untergebrachte Simon ist seit ueber einer Woche hier in Accra im Krankenhaus und es geht ihm so mies, dass er naechste Woche vorzeitig zurueck nach Deutschland fliegen wird. Ein Besuch bei ihm ist laengst ueberfaellig und ich werde das heute endlich kurz vor meinem Abflug erledigen. Darueber hinaus geht es aber inzwischen auch meiner Mitbewohnerin Judith sehr schlecht, so dass sie gestern mit Lisa (auch aus Akroso) nach Accra kam, um sich komplett durchchecken zu lassen. Na ja, das Untersuchungsergebnis, ihr Werte seien alle unauffaellig und Malaria, Typhus u.ae. koenne man ausschliessen, ist wenig beruhigend, wenn sie dennoch ueber 39 Fieber hat und kaum auf den eigenen Beinen stehen kann! Jedenfalls haben Judith und Lisa dann erstmal eine sehr kurze Nacht lang bei mir mit im Zimmer geschlafen und sind nun unterwegs zum naechsten Krankenhaus.
Zu allem Ueberfluss gab es dann auch noch massive Probleme mit dem Geld-Transfer fuer die Schule in Kasoa ueber mein Konto. So kann ich inzwischen gar kein Geld mehr abheben und habe, nachdem ich schon den zwei Maedels Geld geliehen habe, damit sie den ungeplant laengeren Aufenthalt in Accra bezahlen koennen, soeben noch ein paar Euros getauscht, um mir das Taxi zunaechst zu Simon ins Krankenhaus als auch zum Flughafen leisten zu koennen. Laeuft also alles mal wieder nicht ganz glatt, aber sonst waere das hier auch nicht Ghana und meine letzten Stunden in diesem Land verlaufen damit fast schon typisch, auf dass ich auch ja nicht mit einem zu romantisch-verklaerten letzten Eindruck das Flugzeug besteige. ;-) Aber wie gesagt, ich kann mich, insbesondere des Zustands einiger meiner Mitmenschen hier, gluecklich schaetzen, dass es mir soweit ziemlich gut geht und hoffe einfach, dass dann zumindest am Flughafen alles funktioniert!
Ich freue mich schon darauf, ganz viele von euch in den naechsten Tagen endlich wieder zu sehen und moechte mich auch nach mal bei allen bedanken, die waehrend meiner Zeit hier an mich gedacht und mich u.a. mit Briefen, Nachrichten oder Anrufen beglueckt haben!
Sobald ich zurueck in der Heimat bin, werde ich hoffentlich bald etwas Zeit finden, diesen Blog auch visuell noch ein wenig nachzuruesten, auf dass alle, die mich nicht bald persoenlich zum Fotosgucken treffen koennen, auch noch was zu sehen bekommen.
Zu allem Ueberfluss gab es dann auch noch massive Probleme mit dem Geld-Transfer fuer die Schule in Kasoa ueber mein Konto. So kann ich inzwischen gar kein Geld mehr abheben und habe, nachdem ich schon den zwei Maedels Geld geliehen habe, damit sie den ungeplant laengeren Aufenthalt in Accra bezahlen koennen, soeben noch ein paar Euros getauscht, um mir das Taxi zunaechst zu Simon ins Krankenhaus als auch zum Flughafen leisten zu koennen. Laeuft also alles mal wieder nicht ganz glatt, aber sonst waere das hier auch nicht Ghana und meine letzten Stunden in diesem Land verlaufen damit fast schon typisch, auf dass ich auch ja nicht mit einem zu romantisch-verklaerten letzten Eindruck das Flugzeug besteige. ;-) Aber wie gesagt, ich kann mich, insbesondere des Zustands einiger meiner Mitmenschen hier, gluecklich schaetzen, dass es mir soweit ziemlich gut geht und hoffe einfach, dass dann zumindest am Flughafen alles funktioniert!
Ich freue mich schon darauf, ganz viele von euch in den naechsten Tagen endlich wieder zu sehen und moechte mich auch nach mal bei allen bedanken, die waehrend meiner Zeit hier an mich gedacht und mich u.a. mit Briefen, Nachrichten oder Anrufen beglueckt haben!
Sobald ich zurueck in der Heimat bin, werde ich hoffentlich bald etwas Zeit finden, diesen Blog auch visuell noch ein wenig nachzuruesten, auf dass alle, die mich nicht bald persoenlich zum Fotosgucken treffen koennen, auch noch was zu sehen bekommen.
Montag, 16. Februar 2009
Nachtrag zur letzten Woche
Ich habe mal wieder vorweggegriffen (das Wort sieht komisch aus auf dem Bildschirm - und dabei sind doch gar keine Umlaute drin...) und bin noch gar nicht auf die letzte Woche eingegangen.
Tatsaechlich ist seit meinem letzten Post waehrend unserer Reise nicht mehr all zu viel passiert: Da sowohl Judith als auch ich aus unterschiedlichen und vielfaeltigen Gruenden (Erkaeltungen, schlechter Schlaf, besonders boeswillige Insektenbisse und kleinere Schrammen) eher unpaesslich waren, haben wir die meisten unserer urspruenglich geplanten Reisestationen gekappt, sind von Bolgatanga direkt nach Kumasi und von dort nach zwei Tagen kurzerhand noch mal zum Strand gefahren, um unsere Wehwehchen ein wenig auszukurieren und unsere Gastmama bei unserer Rueckkehr nicht mit unserem Invalidenstatus zu schockieren. Das hat dann auch wirklich gut getan. So waren denn das Bemerkenswerteste letzte Woche wohl die heroisch ausgestandenen endlosen Fahrten in voellig mit schwitzenden, miefenden Menschen vollgestopften Trotros auf teils recht abenteuerlichen Strassen. Nicht, dass wir das nicht laengst kennen wuerden, aber wenn eine einzelne Fahrt dann sogar laenger dauert, als mein Rueckflug nach Europa (nur ohne bequemen Sitz, Kisse und Decken, zwei Mahlzeiten, Getraenke auf Bestellung, Klimatisierung, der Moeglichkeit, sich mal die Beine zu vertreten oder eine (saubere) Toilette zu benutzen, mal ganz abgesehen von einem riesigen Entertainment-Programm... oh Mann, ich freu mich schon auf den Rueckflug!!!), dann kann man sich nach dem Aussteigen schon durchaus mal auf die Schulter klopfen. :-)
Tatsaechlich ist seit meinem letzten Post waehrend unserer Reise nicht mehr all zu viel passiert: Da sowohl Judith als auch ich aus unterschiedlichen und vielfaeltigen Gruenden (Erkaeltungen, schlechter Schlaf, besonders boeswillige Insektenbisse und kleinere Schrammen) eher unpaesslich waren, haben wir die meisten unserer urspruenglich geplanten Reisestationen gekappt, sind von Bolgatanga direkt nach Kumasi und von dort nach zwei Tagen kurzerhand noch mal zum Strand gefahren, um unsere Wehwehchen ein wenig auszukurieren und unsere Gastmama bei unserer Rueckkehr nicht mit unserem Invalidenstatus zu schockieren. Das hat dann auch wirklich gut getan. So waren denn das Bemerkenswerteste letzte Woche wohl die heroisch ausgestandenen endlosen Fahrten in voellig mit schwitzenden, miefenden Menschen vollgestopften Trotros auf teils recht abenteuerlichen Strassen. Nicht, dass wir das nicht laengst kennen wuerden, aber wenn eine einzelne Fahrt dann sogar laenger dauert, als mein Rueckflug nach Europa (nur ohne bequemen Sitz, Kisse und Decken, zwei Mahlzeiten, Getraenke auf Bestellung, Klimatisierung, der Moeglichkeit, sich mal die Beine zu vertreten oder eine (saubere) Toilette zu benutzen, mal ganz abgesehen von einem riesigen Entertainment-Programm... oh Mann, ich freu mich schon auf den Rueckflug!!!), dann kann man sich nach dem Aussteigen schon durchaus mal auf die Schulter klopfen. :-)
Das Ende naht...
Wie doch die Zeit vergeht... und laengst ist wieder ein Blogeintrag ueberfaellig!
Gerade bin ich Accra, wo ich heute Mittag meine schwere Kraxe im Buero meiner Volunteer-Organisation gelassen habe, um die letzten Tage hier nicht vom staendigen Gewicht meines gesamten Gepaecks erdrueckt zu werden.
Heute frueh gab's einen letztendlich doch ziemlich emotionalen Abschied von meiner lieben Gastfamilie... Aber ansonsten habe ich mir das mir der allmaehlichen Abnabelung von Ghana recht geschickt zurechtorganisiert: Abschied von der Schule und meinen Kindern hatte ich ja schon vor ueber zwei Wochen nehmen muessen. Die anschliessende Rundreise bildete auch schon einen Schlussstrich unter den Alltag in Akroso. Als ich am Samstag mit Judith dahin zurueckkehrte, blieben mir nur noch zwei Naechte. Gestern stand dann (zum letzten Mal!!) noch mal grosses Waeschewaschen an. Zunaechst ist es mir auch gelungen, all meinen Kram in meinen beiden Rucksaecken unterzubringen. Allerdings ist meine Kraxe schon jetzt arg schwer und ich werde wohl noch mal ganz schoen viel in mein Handgepaeck umpacken muessen, um nicht in Bedraengnis mit der Freigewichtsgrenze zu kommen...
Abschied von Ghana, dem Lande an sich, steht ja nun erst in 3 Tagen an. Zunaechst fahre ich heute aber, wie schon angekuendigt, noch mal nach Kasoa, um einen weiteren Stapel Geldscheine fuer den Weiterbau der Schule dortzulassen. Ich bin schon gespannt, wie das Gebaeude inzwischen gewachsen ist! Ausserdem hat mich Lydia, die Schulleiterin, zu sich nach Hause eingeladen, so dass ich bei ihr heute Nacht schlafen kann. Morgen werde ich u.a. Souvenir-Shopping auf dem vom Hoerensagen sehr beeindruckenden Markt von Kasoa betreiben, bevor ich mich in ein im letzten Jahr bereits besuchtes kleines Backpacker-Beach-Resort (sprich: eine eher preisfreundliche Strandanlage vornehmlich fuer bescheidene Rucksacktouristen - fuer alle, die mein staendiges Zurueckgreifen auf englische (weil kurze) Bezeichnungen nervt) am Rande Accras begebe, um noch mal eine Finale Dosis Strandgefuehl zu erhaschen.
Da ich bekanntlich auf Nummer Sicher gehe, verbringe ich jedoch die letzte Nacht noch mal direkt Accra, packe meine Sieben(hundertfuenfzig)sachen und Donnerstagabend geht's schon ab nach Hause!
Gerade bin ich Accra, wo ich heute Mittag meine schwere Kraxe im Buero meiner Volunteer-Organisation gelassen habe, um die letzten Tage hier nicht vom staendigen Gewicht meines gesamten Gepaecks erdrueckt zu werden.
Heute frueh gab's einen letztendlich doch ziemlich emotionalen Abschied von meiner lieben Gastfamilie... Aber ansonsten habe ich mir das mir der allmaehlichen Abnabelung von Ghana recht geschickt zurechtorganisiert: Abschied von der Schule und meinen Kindern hatte ich ja schon vor ueber zwei Wochen nehmen muessen. Die anschliessende Rundreise bildete auch schon einen Schlussstrich unter den Alltag in Akroso. Als ich am Samstag mit Judith dahin zurueckkehrte, blieben mir nur noch zwei Naechte. Gestern stand dann (zum letzten Mal!!) noch mal grosses Waeschewaschen an. Zunaechst ist es mir auch gelungen, all meinen Kram in meinen beiden Rucksaecken unterzubringen. Allerdings ist meine Kraxe schon jetzt arg schwer und ich werde wohl noch mal ganz schoen viel in mein Handgepaeck umpacken muessen, um nicht in Bedraengnis mit der Freigewichtsgrenze zu kommen...
Abschied von Ghana, dem Lande an sich, steht ja nun erst in 3 Tagen an. Zunaechst fahre ich heute aber, wie schon angekuendigt, noch mal nach Kasoa, um einen weiteren Stapel Geldscheine fuer den Weiterbau der Schule dortzulassen. Ich bin schon gespannt, wie das Gebaeude inzwischen gewachsen ist! Ausserdem hat mich Lydia, die Schulleiterin, zu sich nach Hause eingeladen, so dass ich bei ihr heute Nacht schlafen kann. Morgen werde ich u.a. Souvenir-Shopping auf dem vom Hoerensagen sehr beeindruckenden Markt von Kasoa betreiben, bevor ich mich in ein im letzten Jahr bereits besuchtes kleines Backpacker-Beach-Resort (sprich: eine eher preisfreundliche Strandanlage vornehmlich fuer bescheidene Rucksacktouristen - fuer alle, die mein staendiges Zurueckgreifen auf englische (weil kurze) Bezeichnungen nervt) am Rande Accras begebe, um noch mal eine Finale Dosis Strandgefuehl zu erhaschen.
Da ich bekanntlich auf Nummer Sicher gehe, verbringe ich jedoch die letzte Nacht noch mal direkt Accra, packe meine Sieben(hundertfuenfzig)sachen und Donnerstagabend geht's schon ab nach Hause!
Montag, 9. Februar 2009
Bolgatanga
Nachdem ich vorgestern eine Ultrakurzfassung der letzten Woche abgegeben habe, bin ich im Moment irgendwie nur maessig motiviert, alles noch mal ausfuehrlich zu beschreiben und kann da erst mal nur auf den zurueck in Deutschland anstehenden Ghana-Berichte&Photos-Abend verweisen.
Seit gestern bin ich mit Judith in der Hauptstadt der Upper East Region, Bolgatanga, gar nicht weit von der Grenze zu Burkina Faso. Bislang hat uns dieses Fleckchen Ghana nur angenehm ueberrascht: hier ist es weitestgehend sauber, gruener als erwartet (viele schattenspendende Baeume) und man fuehlt sich auf einmal gar nicht mehr so fremd, weil selbst die Einheimischen untereinander hauptsaechlich Englisch sprechen. Waehrend man im Norden auf dem Lande noch traditionelle Lehmhuetten mit Grasdaechern vorfindet, die fuer mich persoenlich ein Bilderbuch-Afrika darstellen, erscheinen die groesseren Staedte hier sowohl hinsichtlich der Infrastruktur als auch der Bevoelkerung teilweise fortschrittlicher und organisierter als die Staedte in Sueden. So fuehle ich mich trotz des in diesen Breiten besonders anstrengend-trockenen Klimas ziemlich wohl, zumal wir ein ganz wunderbares Guest house gefunden haben: ordentliche, gemuetliche Zimmer um einen wunderschoenen Innenhof und blitzsaubere sanitaere Anlagen mit funktionierenden flushing toilets und Duschen. Nachdem wir in der letzten Woche notgedrungen in teils sehr duester-schmutzigen Unterkuenften uebernachten mussten, kommt uns das hier vor wie ein kleines Paradies! So haben wir kurzerhand ein paar Ausfluege in die Umgebung gekappt und nutzen unseren Aufenthalt lieber ein wenig zur Erholung, da sowohl Judith und ich mal wieder gesundheitlich nicht ganz auf der Hoehe sind.
Morgen soll es aber schon wieder etwas Richtung Sueden gehen, wo wir noerdlich von Kumasi ein paar beruehmt-beruechtigte Fledermaushoehlen besichtigen wollen.
Seit gestern bin ich mit Judith in der Hauptstadt der Upper East Region, Bolgatanga, gar nicht weit von der Grenze zu Burkina Faso. Bislang hat uns dieses Fleckchen Ghana nur angenehm ueberrascht: hier ist es weitestgehend sauber, gruener als erwartet (viele schattenspendende Baeume) und man fuehlt sich auf einmal gar nicht mehr so fremd, weil selbst die Einheimischen untereinander hauptsaechlich Englisch sprechen. Waehrend man im Norden auf dem Lande noch traditionelle Lehmhuetten mit Grasdaechern vorfindet, die fuer mich persoenlich ein Bilderbuch-Afrika darstellen, erscheinen die groesseren Staedte hier sowohl hinsichtlich der Infrastruktur als auch der Bevoelkerung teilweise fortschrittlicher und organisierter als die Staedte in Sueden. So fuehle ich mich trotz des in diesen Breiten besonders anstrengend-trockenen Klimas ziemlich wohl, zumal wir ein ganz wunderbares Guest house gefunden haben: ordentliche, gemuetliche Zimmer um einen wunderschoenen Innenhof und blitzsaubere sanitaere Anlagen mit funktionierenden flushing toilets und Duschen. Nachdem wir in der letzten Woche notgedrungen in teils sehr duester-schmutzigen Unterkuenften uebernachten mussten, kommt uns das hier vor wie ein kleines Paradies! So haben wir kurzerhand ein paar Ausfluege in die Umgebung gekappt und nutzen unseren Aufenthalt lieber ein wenig zur Erholung, da sowohl Judith und ich mal wieder gesundheitlich nicht ganz auf der Hoehe sind.
Morgen soll es aber schon wieder etwas Richtung Sueden gehen, wo wir noerdlich von Kumasi ein paar beruehmt-beruechtigte Fledermaushoehlen besichtigen wollen.
Samstag, 7. Februar 2009
mal wieder gaaaanz kurz
Nach einer Woche Reisen habe ich heute endlich mal wieder Gelegenheit, das Internet zu nutzen. Nur ist die Verbindung mal wieder sooooo laaaaangsam, dass nun schon fast eine Stunde fuer das Sichten meines ueberfuellten Posteingangs draufging. Hinter mir liegt eine ereignisreiche, sehr anstrengende aber auch wunderschoene Woche, ueber die ich leider im Moment gar nicht ausfuehrlich berichten kann. Nach einer Zickzack-Tour Richtung Norden bin ich heute (zum 2. Mal in dieser Woche) in Tamale, und Judith und ich schalten jetzt erst mal einen Gang runter, nachdem viele Stunden im Trotro und kaum eine durchschlafene Nacht nicht spurlos an uns vorruebergegangen sind und ich schon wieder richtig heftig erkaeltet bin...
Aber ein paar Stichpunkte:
- letzten Sonntag grossen Wasserfall in der Volta Region gleich an der Grenze zu Togo bestaunt
- von Montag bis Dienstag Nacht Faehrfahrt ueber den Voltasee, gekroent durch eine abenteuerliche kurze Kanufahrt ueber selbigem am Mittwoch morgen
- nach Zwischenstation in der Hauptstadt der Northern Region, Tamale, am Donnerstag nach Larabanga, um dort die aelteste Moschee Ghanas zu bestaunen. Dort auf dem Dach geschlafen!
- Freitag frueh mit dem Fahrrad (nach ueber 4 Monaten konnte ich kurzzeitig endlich wieder auf einem Drahtesel sitzen!!!) zum nahe gelegenen Mole-Nationalpark gefahren, dort eine kurze Safari gemacht, danach, das Fruehstueck von einem Affen klauen lassen und schliesslich Trost beim Entspannen am Pool im Molehotel gesucht. Von dort aus (und NICHT waehrend der anstrengenden "Safari") dann doch noch Elefanten erspaeht
- erneute kurze Nacht auf dem Dach (der Bus zurueck nach Tamale kam um 5 vorbei und bis um 2 ging die ohrenbetaeubende Disco im Nachbarhof...)
- heut wird erst mal wieder geschlafen :-) und morgen gehts dann noch weiter in den Norden (Upper East) nach Bolgatanga
- meine Internetzeit laeuft in 2 Minuten ab...
Liebe Gruesse!
eure clara
Aber ein paar Stichpunkte:
- letzten Sonntag grossen Wasserfall in der Volta Region gleich an der Grenze zu Togo bestaunt
- von Montag bis Dienstag Nacht Faehrfahrt ueber den Voltasee, gekroent durch eine abenteuerliche kurze Kanufahrt ueber selbigem am Mittwoch morgen
- nach Zwischenstation in der Hauptstadt der Northern Region, Tamale, am Donnerstag nach Larabanga, um dort die aelteste Moschee Ghanas zu bestaunen. Dort auf dem Dach geschlafen!
- Freitag frueh mit dem Fahrrad (nach ueber 4 Monaten konnte ich kurzzeitig endlich wieder auf einem Drahtesel sitzen!!!) zum nahe gelegenen Mole-Nationalpark gefahren, dort eine kurze Safari gemacht, danach, das Fruehstueck von einem Affen klauen lassen und schliesslich Trost beim Entspannen am Pool im Molehotel gesucht. Von dort aus (und NICHT waehrend der anstrengenden "Safari") dann doch noch Elefanten erspaeht
- erneute kurze Nacht auf dem Dach (der Bus zurueck nach Tamale kam um 5 vorbei und bis um 2 ging die ohrenbetaeubende Disco im Nachbarhof...)
- heut wird erst mal wieder geschlafen :-) und morgen gehts dann noch weiter in den Norden (Upper East) nach Bolgatanga
- meine Internetzeit laeuft in 2 Minuten ab...
Liebe Gruesse!
eure clara
Samstag, 31. Januar 2009
Ich hasse Packen!
Heute nutze ich noch mal die letzte Moeglichkeit fuers Internet, bevor wir in den Norden starten. Heute vormittag habe ich bereits damit begonnen, mal all meinen Kram, der sich in den letzten Monaten so in unserem Zimmer angesammelt hat, zu sichten und zu sortieren: kommt mit auf die Reise, bleibt erst mal hier aber kommt mit nach Deutschland oder bleibt hier in Ghana fuer meine Gastfamilie oder auch andere Freiwillige im Dorf... Gar nicht so einfach, da den Ueberblick zu behalten.
Heute kam eine der Lehrerinnen aus unserer Schule noch mal vorbei, um mich mehr oder weniger offiziell zu verabschieden (normalerweise waere das wohl an meinem letzten Schultag diese Woche geschehen, aber durch das bereits erwaehnte Sportfest war da ja einiges durcheinander geraten...) und mir ein Dankeschoen-Present zu ueberreichen: ein in typisch ghanaischem Stil geschnittener, fuer mich geschneiderter Zweiteiler mit langem Rock und Top - in grellem Pink!! Ich fand das wirklich wahnsinnig lieb und habe mich auch sehr ueber die Geste selbst gefreut. Wann ich das etwas uebergrosse Ungetuem aber tatsaechlich mal tragen soll, weiss ich nicht so recht. Vielleicht zum naechsten Fasching, wenn ich mich als grosses pinkes Fass verkleiden will? Aber wie gesagt, die Geste hat mich wirklich sehr geruehrt!
Da meine Gastmama Emma letzte Woche ganz ungefragt komplett von Brust bis Fussknoechel meine Maasse genommen hat, kann ich von ihr wohl auch noch mit einem textilen Abschiedsgeschenk rechnen. Mal schauen, das Massnehmen verspricht eine etwas bessere Passform und was den Stoff angeht, kann ich mich nur wieder ueberraschen lassen. :-) Zwei edle Roecke hat sie auf Anfrage bereits fuer mich geschneidert, das war schon mal vielversprechend. Ueberhaupt habe ich insgesamt das Gefuehl, dass mit meinem nahenden Abschied alle noch viel herzlicher und freundlicher zu mir sind als sonst ohnehin schon. Und wenn ich durch das Dorf spaziere, scheint sich ganz Akroso gerade noch mal von seiner besten Seite zeigen zu wollen. Da faellt der Abschied besonders schwer!
Gestern war ich auch mal bei dem riesigen Sportfest hier in Akroso und habe voller Bewunderung bei einigen der Finale zugeschaut, bei denen sich die Schueler in bruetender Mittagshitze koerperlich verausgabten. Was mich dabei besonders bewegt hat: Auf dem Fest sprangen auch viele meiner Schueler herum, so dass ich immer wieder aus der Menge ein "Hallo, Madame Clara" hoeren konnte, wobei aber die meisten von ihnen Probleme mit der Aussprache des "r" haben, so dass sie tatsaechlich immer "Madame Claga" rufen. Aber dennoch bin ich natuerlich maechtig stolz, dass es inzwischen einige Dutzend Kinder in Akroso gibt, die mir nicht mehr nur "obruni" hinterherbruellen. :-)
Die ziemlich kuehlen Temperaturen letzte Woche schienen uebrigens doch sehr ungewoehnlich und nicht nur einer dank Erkaeltung stark veraenderten Temperaturwahrnehmung meinerseits geschuldet gewesen zu sein. Inzwischen ist es wieder normal heiss und nachts muessen wir auch wieder den Ventilator einschalten, um nicht in unseren eigen Schweisspfuetzen schlafen zu muessen. Ein bisschen Sorge habe ich ja schon wegen des vermutlich noch sehr viel heisseren und trockeneren Wetters im Norden Ghanas, aber dort wird es nachts dann prinzipiell wirklich kuehl...
Heute kam eine der Lehrerinnen aus unserer Schule noch mal vorbei, um mich mehr oder weniger offiziell zu verabschieden (normalerweise waere das wohl an meinem letzten Schultag diese Woche geschehen, aber durch das bereits erwaehnte Sportfest war da ja einiges durcheinander geraten...) und mir ein Dankeschoen-Present zu ueberreichen: ein in typisch ghanaischem Stil geschnittener, fuer mich geschneiderter Zweiteiler mit langem Rock und Top - in grellem Pink!! Ich fand das wirklich wahnsinnig lieb und habe mich auch sehr ueber die Geste selbst gefreut. Wann ich das etwas uebergrosse Ungetuem aber tatsaechlich mal tragen soll, weiss ich nicht so recht. Vielleicht zum naechsten Fasching, wenn ich mich als grosses pinkes Fass verkleiden will? Aber wie gesagt, die Geste hat mich wirklich sehr geruehrt!
Da meine Gastmama Emma letzte Woche ganz ungefragt komplett von Brust bis Fussknoechel meine Maasse genommen hat, kann ich von ihr wohl auch noch mit einem textilen Abschiedsgeschenk rechnen. Mal schauen, das Massnehmen verspricht eine etwas bessere Passform und was den Stoff angeht, kann ich mich nur wieder ueberraschen lassen. :-) Zwei edle Roecke hat sie auf Anfrage bereits fuer mich geschneidert, das war schon mal vielversprechend. Ueberhaupt habe ich insgesamt das Gefuehl, dass mit meinem nahenden Abschied alle noch viel herzlicher und freundlicher zu mir sind als sonst ohnehin schon. Und wenn ich durch das Dorf spaziere, scheint sich ganz Akroso gerade noch mal von seiner besten Seite zeigen zu wollen. Da faellt der Abschied besonders schwer!
Gestern war ich auch mal bei dem riesigen Sportfest hier in Akroso und habe voller Bewunderung bei einigen der Finale zugeschaut, bei denen sich die Schueler in bruetender Mittagshitze koerperlich verausgabten. Was mich dabei besonders bewegt hat: Auf dem Fest sprangen auch viele meiner Schueler herum, so dass ich immer wieder aus der Menge ein "Hallo, Madame Clara" hoeren konnte, wobei aber die meisten von ihnen Probleme mit der Aussprache des "r" haben, so dass sie tatsaechlich immer "Madame Claga" rufen. Aber dennoch bin ich natuerlich maechtig stolz, dass es inzwischen einige Dutzend Kinder in Akroso gibt, die mir nicht mehr nur "obruni" hinterherbruellen. :-)
Die ziemlich kuehlen Temperaturen letzte Woche schienen uebrigens doch sehr ungewoehnlich und nicht nur einer dank Erkaeltung stark veraenderten Temperaturwahrnehmung meinerseits geschuldet gewesen zu sein. Inzwischen ist es wieder normal heiss und nachts muessen wir auch wieder den Ventilator einschalten, um nicht in unseren eigen Schweisspfuetzen schlafen zu muessen. Ein bisschen Sorge habe ich ja schon wegen des vermutlich noch sehr viel heisseren und trockeneren Wetters im Norden Ghanas, aber dort wird es nachts dann prinzipiell wirklich kuehl...
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