So, nun nutze ich doch mal den Luxus, in bezahlbarer Weise das nur bedingt langsame Internet quasi vor der Zimmertuer zu haben und berichte mal ein wenig von meinen bisherigen Weihnachtsferien. Die ersten drei Naechte nach der Ankunft meiner Mutter hatten wir in einem viel zu schicken Hotel bei Accra verbracht. "Zu schick" bezieht sich dabei eher auf den Preis sowie das sonstige Klientel, das einfach mal ziemlich prollig war. Auf der einen Seite Ghanaer, bei denen die Tatsache, dass sie sich dieses Hotel ueberhaupt leisten koennen, schon einiges aussagt, und bei denen sich die maennlichen Vertreter entsprechend toll vorkommen und noch mehr nerven (Stichwort: distanzgemindert!), auf der anderen Seite weisse Touristen, mit denen ich lieber nichts zu tun haben moechte, so arrogant und anmassend wie sie sich zeigten. Auf der anderen Seite ist selbst in solch einer Unterkunft nicht alles so perfekt, wie man es bei uns erwarten wuerde: Flecken auf dem Bettlaken, Steckdosen mit Wackelkontakt, Putz broeckelt von einigen Fassaden. Aber das stoert hier keinen, und mich im Grunde schon gar nicht, fuer mich war es ohnehin der reinste Luxus.
Am ersten Tag haben wir uns ein wenig Accra angeschaut, so dass Mama gleich mal das volle, laute, miefige und verkehrsreiche Leben in Ghanas Hauptstadt erleben musste. :-) Am naechsten Tag, dem 23. Dezember machten wir uns auf zu einen Besuch des Shai-Nationalparks oestlich von Accra. Dort gab es eine beeindruckende Savannen-Landschaft, nur leider kaum Tiere zu sehen (ein paar Affen und verschiedene Schmetterlinge), aber damit war in der bruetenden Mittagshitze dann auch nicht zu rechnen. Wenn man auch mal die Fauna der Parks bewundern moechte, muss man eben einfach vor Ort uebernachten, um gleich bei Sonnenaufgang die Chance der Tierbeobachtung nutzen zu koennen. Am 24.12. haben wir, wie bereits erwaehnt, meiner Gastfamilie in Akroso einen Weihnachtsbesuch abgestattet. Heiligabend haben wir gemuetlich bei einer Tasse Tee und selbstgebackenen Plaetzchen zusammengesessen, wobei die moderne Technik ermoeglichte, dass ich sogar einer Aufnahme der Christvesper des Dresdner Kreuzchors ueber Mamas Handy lauschen konnte.
Na ja, so hundertprozentig weihnachtlich wird einem in diesen Breiten dann doch nicht zu Mute, so dass es nur passte, dass wir uns am naechsten Morgen weit in den Westen des Landes gleich wieder in ein Beach Resort begaben und die Feiertage weitestgehend am Strand verbrachten. Den unverschaemt teuren Preisen des einzigen Restaurants vor Ort konnten wir durch den mitgebrachten Gouda, Lebkuchen und in der Umgebung erstandenen Fruechten ziemlich lange aus dem Weg gehen. Die Unterkunft selbst war dann, wie man sich vielleicht einen mittelmaessig dekanten Afrika-Urlaub klassischerweise vorstellt: recht komfortabel eingerichtete Rundhuetten mit Strohdach, umgeben von Kokosnusspalmen! (Leider bot sich uns dort auch ein etwas trauriger Anblick, weil sehr viele der Palmen in dieser Gegend von einer schwerwiegenden Krankheit dahingerafft wurden, so dass unzaehlige kahle Palmenstuempfe tot gen Himmel stachen... :-( )
Am zweiten Feiertag besuchten wir den ganz im Westen gelegenen Ankasa-Nationalpark. Dort gibt's noch richtiges Urwaldfeeling, zumal wir zu diesem Zeitpunkt die einzigen Besucher das gesamten Parks zu sein schienen und den Tourguide ganz fuer uns hatten. Zwar trafen wir haeufig auf Elefantendung und Antilopenkot, aber die zugehoerigen Lebewesen bekamen wir leider nicht zu Gesicht, dafuer aber vielerlei Insekten, Schmetterlinge, eine Rieseneidechse und schliesslich auf der Strasse noch eine Schlange. War halt einfach wieder nicht ganz die richtige Tageszeit, aber was soll man machen, wenn die Parks teilweise ohnehin nicht vor 8 oder 9 oeffnen?! Na ja, mich stoert es nicht so sehr, ich freu mich schon allein ueber die schoene Natur und Elefanten, Affen & Co. habe ich in Indien laengst in freier Wildbahn betrachten koennen...
Seit gestern sind wir nun noerdlich von Cape Coast in einer wunderschoen Ferienanlage an einem kleinen See untergekommen, in und um den sich Krokodile, leuchtendbunte Voegel und Riesenspinnen tummeln. Da gibt es eine Menge zu beobachten! Trotzdem haben wir uns heute erst mal wieder zur Kueste begeben um dort die geschichtstraechtige Stadt Elmina mit ihrem grossen, sehr gut erhaltenen Castle zu besichtigen. Morgen geht es dann wieder weiter zurueck gen Osten, in ein anderes weiteres Beach Resort westlich von Accra. Dabei hoffe ich, der beruehmtberuechtigte Silvestermuffel, endlich mal einen eher ruhigen Jahreswechsel zu erleben und werde dabei endlich durchziehen, was ich mir schon seit laengerem vorgenommen habe: Silvester einfach mal durchzuschlafen. Ich weiss, wie uncool! ;-) Aber cool war ich ja eh noch nie. :o)
Montag, 29. Dezember 2008
Mittwoch, 24. Dezember 2008
We wish you a merry christmas...
wie merkwuerdig, es ist Heiligabend, und waehrend meine Mutter vorhin noch im Pool schwamm, liess ich mich von meinem Bruder per Telefon ueber den Stand des Dresdner Weihnachtens informieren. Nun sitze ich im klimatisierten Internetcafe, das doch noch ueberraschend belebt ist und schreibe noch schnell diesen Eintrag, da ich in der naechsten Woche vermutlich kaum Zugang zum Internet haben werde. Aber ich freue mich schon, dann gleich wieder ins Hotelzimmer zurueckkehren zu koennen, wo ich mit meiner Mutter dank des mitgebrachten Wasserkochers lecker Tee trinken und einige der wunderbaren Weihnachtsbaeckereien geniessen kann, die sie am Sonntag aus dem vollgepackten Koffer gezaubert hatte. Das war schon da eine Riesenbescherung, denn dazu kamen noch pfundweise Gouda, das fantastische selbstgebackene Brot von Papa und einige liebevoll verpackte Geschenke von Freunden und Verwandten, die ich freilich erst heute ausgepackt habe. Nun bin ich erst mal wieder mit Schokolade und Buechern versorgt. :-)))
An dieser Stelle moechte ich mich fuer all die lieben Weihnachtsgruesse, Briefe, Emails, Backkunstwerke und Geschenke bedanken, die mich hier im fernen Ghana erreicht haben. Ich bin wirklich unheimlich geruehrt und es tut gut, zu sehen, dass so viele Menschen an mich hier denken. Zugleich tut es mir leid, dass ich mich jetzt nicht zeitnah gleich mit entsprechenden Emails, Briefen oder Anrufen revangieren kann, weil nicht die ganze Zeit hier im Internetcafe sitzen sondern lieber noch ein paar besinnliche Stunden mit meiner Mutter verbringen moechte. Aber ich kann da im Januar sicher noch einiges nachholen!
So, jetzt noch etwas weniger sentimental ein Kurzbericht:
Nachdem wir die letzten drei Naechte in einem sehr schicken Hotel bei Accra verbracht haben (bequeme Matratze! Klimaanlage!! WC!!! Dusche!!!! Cornflakes, Milch und Kaese zum Fruehstueck!!!!! Pool!!!!!! usw.!!!!!!!!) sowie uns Accra angeschaut und einen kleinen Nationalpark in der Naehe besucht haben, sind wir heute kurz in meinem Dorf gewesen, damit Mama meine Gastfamilie und mein hiesiges Zuhause etwas kennenlernt. Dabei haben wir Geschenke verteilt (Schokolade, Stollen, Kuechenutensilien, Pflaster, Radio, von mir selbstgebastelte Dinge usw.) und sind ein wenig durchs Dorf spaziert.
Morgen werden wir weit in den Westen wieder an den Strand fahren und uns von dort aus wieder stueckweise entlang der Kueste zurueck Richtung Osten hangeln, um dabei eine ausgewogene Mischung aus Nationalpark-Besuchen, erholsamem Strandurlaub und etwas Kultur zu geniessen - fuer mich auf alle Faelle erst mal ein echter Urlaub! Trotzdem werde ich mich freuen, im Januar wieder nach Akroso zurueckzukehren, wo ich mich inzwischen einfach zu Hause fuehle. Waehrend ich mich also gerade in diesen Tagen ab und zu in die weihnachtliche Heimat wuensche, bin ich zugleich auch etwas traurig, dass ich nur noch drei Wochen meines verbleibenden Aufenthalts bei meiner Gastfamilie und den Schulkindern verbringen werde. Die Zeit rast ohne Erbarmen dahin...
Nun moechte ich aber erst mal all meinen treuen "Lesern" ein wunderschoenes Weihnachtsfest wuenschen!
Liebe Gruesse,
Clara
An dieser Stelle moechte ich mich fuer all die lieben Weihnachtsgruesse, Briefe, Emails, Backkunstwerke und Geschenke bedanken, die mich hier im fernen Ghana erreicht haben. Ich bin wirklich unheimlich geruehrt und es tut gut, zu sehen, dass so viele Menschen an mich hier denken. Zugleich tut es mir leid, dass ich mich jetzt nicht zeitnah gleich mit entsprechenden Emails, Briefen oder Anrufen revangieren kann, weil nicht die ganze Zeit hier im Internetcafe sitzen sondern lieber noch ein paar besinnliche Stunden mit meiner Mutter verbringen moechte. Aber ich kann da im Januar sicher noch einiges nachholen!
So, jetzt noch etwas weniger sentimental ein Kurzbericht:
Nachdem wir die letzten drei Naechte in einem sehr schicken Hotel bei Accra verbracht haben (bequeme Matratze! Klimaanlage!! WC!!! Dusche!!!! Cornflakes, Milch und Kaese zum Fruehstueck!!!!! Pool!!!!!! usw.!!!!!!!!) sowie uns Accra angeschaut und einen kleinen Nationalpark in der Naehe besucht haben, sind wir heute kurz in meinem Dorf gewesen, damit Mama meine Gastfamilie und mein hiesiges Zuhause etwas kennenlernt. Dabei haben wir Geschenke verteilt (Schokolade, Stollen, Kuechenutensilien, Pflaster, Radio, von mir selbstgebastelte Dinge usw.) und sind ein wenig durchs Dorf spaziert.
Morgen werden wir weit in den Westen wieder an den Strand fahren und uns von dort aus wieder stueckweise entlang der Kueste zurueck Richtung Osten hangeln, um dabei eine ausgewogene Mischung aus Nationalpark-Besuchen, erholsamem Strandurlaub und etwas Kultur zu geniessen - fuer mich auf alle Faelle erst mal ein echter Urlaub! Trotzdem werde ich mich freuen, im Januar wieder nach Akroso zurueckzukehren, wo ich mich inzwischen einfach zu Hause fuehle. Waehrend ich mich also gerade in diesen Tagen ab und zu in die weihnachtliche Heimat wuensche, bin ich zugleich auch etwas traurig, dass ich nur noch drei Wochen meines verbleibenden Aufenthalts bei meiner Gastfamilie und den Schulkindern verbringen werde. Die Zeit rast ohne Erbarmen dahin...
Nun moechte ich aber erst mal all meinen treuen "Lesern" ein wunderschoenes Weihnachtsfest wuenschen!
Liebe Gruesse,
Clara
Sonntag, 21. Dezember 2008
Bildverweis... :-(
Wie schade, irgendwie scheint es jetzt mit dem Photoshochladen gar nicht mehr zu klappen, was aber an blogspot.com liegen muss, denn im StudiVZ hat's funktioniert. Wer also die Moeglichkeit hat, kann dort mal auf meiner Profilseite das neueste Album aufrufen, um ein paar neue Bilder anzuschauen...
www.studivz.net
www.studivz.net
Montag, 15. Dezember 2008
Da nun schon die Haelfte meines Ghanaaufenthaltes hinter mir liegt, wird es Zeit, vom aktuellen Stand zu berichten!
Seit 12 Wochen nehme ich aller 7 Tage die Chemiekeule Lariam als Malariaprophylaxe ein, kann mich dabei aber gluecklich schaetzen, unter keiner der haeufig auftretenden, in erster Linie psychogenen Nebenwirkungen zu leiden. Weder Albtraeume, paranoide Zustaende, depressive Verstimmungen noch sonstige auffaelligen Stimmungsschwankungen haben mich bislang heimgesucht, und da ich nun schon so lange unter dieser Droge stehe bin ich guter Hoffnung, dass ich auch die naechsten 13 Wochen noch gut ueberstehen werde (ich muss das Zeug ja auch noch nach meiner Rueckkehr ein Weilchen schlucken...)!
Und was in diesem Zusammenhang auch erfreulich ist: ich bin bislang von Malaria (die trotz Prophylaxe durchaus in abgeschwaechter Form noch auftreten kann) verschont geblieben. Moskitostiche liessen sich hingegen nie gaenzlich vermeiden, halten sich aber zumindest in Grenzen.
Ansonsten hatte ich gelegentlich den ueblichen Durchfall und durfte schon viermal einen Blick auf meinen halbverdeuten Mageninhalt werfen, einmal davon im Rahmen eines ausgewachsenen 24-Stunden-Magen-Darm-Infekts, das letzte Mal vorgestern Nacht, aber zum Glueck ist das jeweils schnell wieder vorbei und haelt sich meist in unspektakulaerem Rahmen.
Meine kleinen Racker in der Schule sind inzwischen bis zum Buchstaben "w" im Schreiben des Alphabets vorgerueckt und ganz viele von ihnen (leider niemals alle!!) koennen schon ziemlich sicher mit den Zahlen 1 bis 10 umgehen. Diese Woche werde ich ihnen noch ein paar Weihnachtslieder beibringen und morgen werde ich auf dem Markt nach ein paar Suessigkeiten Ausschau halten, mit denen ich sie anlaesslich des bevorstehenden Weihnachtsfestes bewichteln kann. Ich wuenschte nur, das Englisch der Lehrerinnen wuerde ausreichen, damit sie fuer mich uebersetzen koennten, so dass ich den Kindern etwas von unserer deutschen Weihnacht erzaehlen wuerde. Ich denke, ich koennte trotz der Unmotiviertheit und Faulheit der Lehrer halbwegs guten Unterricht ueber die Basisfaecher Englisch und Mathe hinaus auf die Beine stellen, wenn ich nur einen ordentlichen Dolmetscher haette. Bestimmte Grundaufgaben (a la "Find the difference", "Matching", "Count the objects and write down the number") kann ich inzwischen wirklich allein durchziehen, weil die Kinder mittlerweile die Ablaeufe kennen und die entsprechenden Fragen und Aufforderungen verstehen sie nun auch auf Englisch. Aber darueber hinaus brauche ich einfach jemanden, der bestimmte Sachverhalte auf Twi erklaert, aber auch wenn ich es den Lehrern im schlichtesten Englisch zu erklaeren versuche, scheinen sie kaum die Haelfte zu verstehen. Das ist so frustrierend!! Ueberhaupt kann mein Englisch hier nur wieder schlechter werden! Seit mit dem anderen Freiwilligen in unserer Gastfamilie, Todd, der einzige nichtdeutsche volontaer im Dorf abgereist ist, rede ich im Moment nur entweder deutsch oder ein bemueht einfaches Englisch, damit man mich ueberhaupt versteht. Nicht zu glauben, dass ich mir im Vorfeld mal Gedanken darueber gemacht hatte, ob den mein Englisch ausreichend fuer die Projektarbeit ist... Am besten, ich stecke zum Ausgleich lieber etwas mehr Anstrengung in das Erlernen von Twi. Diese Sprache ist aber wiederum so verschieden von allem, was ich bisher kannte, dass es mir wirklich schwerfaellt, mich damit vertraut zu machen...
Naechsten Sonntag treffe ich meine Mutter in Accra und wir verbringen zwei Wochen der hiesigen Schulweihnachtsferien mit Herumreisen im Sueden des Landes. Da wir dabei in erster Linie in etwas besseren Hotels wohnen werden, wird das fuer mich ein echter Urlaub von den eher bescheidenen Lebensumstaenden hier, auch wenn ich mich an letztere inzwischen durchaus gewoehnt habe. Allerdings ist die Aussicht auf eine halbwegs bequeme Matratze, klimatisierte oder zumindest halbwegs durchlueftete Raeume (ohne unerwuenschte nagetierige Mitbewohner) und WC und Dusche wirklich verlockend! :-) Insbesondere, wenn es mir gesundheitlich gerade mal wieder nicht so gut geht (wie gestern Abend), sehne ich mich zeitweilig nach etwas westlichem "Luxus", den wir normalerweise ja als voellig selbstverstaendlich betrachten.
In der ersten Januarwoche ist auch noch schulfrei, so dass Judith und ich die Zeit zu etwas ausgedehnteren Ausfluegen ins Land nutzen werden. Danach werde ich nur noch drei Wochen in der Schule arbeiten bis meine offizielle Projektzeit endet und die zwei extra Wochen zum Bereisen des Landes anbrechen, in denen ich mir endlich den Norden genauer ansehen moechte. So vergeht die Zeit hier wirklich viel zu schnell und ich werde mich bald wieder mit dem Gedanken anfreunden muessen, dass im Februar/Maerz irgendwann der Ernst des Arbeitslebens beginnt... Aber jetzt geniesse ich erst mal meine Zeit hier und traeume nur hin und wieder von Schnee, Weihnachtsliedersingen und Dominosteinen... :-)
Seit 12 Wochen nehme ich aller 7 Tage die Chemiekeule Lariam als Malariaprophylaxe ein, kann mich dabei aber gluecklich schaetzen, unter keiner der haeufig auftretenden, in erster Linie psychogenen Nebenwirkungen zu leiden. Weder Albtraeume, paranoide Zustaende, depressive Verstimmungen noch sonstige auffaelligen Stimmungsschwankungen haben mich bislang heimgesucht, und da ich nun schon so lange unter dieser Droge stehe bin ich guter Hoffnung, dass ich auch die naechsten 13 Wochen noch gut ueberstehen werde (ich muss das Zeug ja auch noch nach meiner Rueckkehr ein Weilchen schlucken...)!
Und was in diesem Zusammenhang auch erfreulich ist: ich bin bislang von Malaria (die trotz Prophylaxe durchaus in abgeschwaechter Form noch auftreten kann) verschont geblieben. Moskitostiche liessen sich hingegen nie gaenzlich vermeiden, halten sich aber zumindest in Grenzen.
Ansonsten hatte ich gelegentlich den ueblichen Durchfall und durfte schon viermal einen Blick auf meinen halbverdeuten Mageninhalt werfen, einmal davon im Rahmen eines ausgewachsenen 24-Stunden-Magen-Darm-Infekts, das letzte Mal vorgestern Nacht, aber zum Glueck ist das jeweils schnell wieder vorbei und haelt sich meist in unspektakulaerem Rahmen.
Meine kleinen Racker in der Schule sind inzwischen bis zum Buchstaben "w" im Schreiben des Alphabets vorgerueckt und ganz viele von ihnen (leider niemals alle!!) koennen schon ziemlich sicher mit den Zahlen 1 bis 10 umgehen. Diese Woche werde ich ihnen noch ein paar Weihnachtslieder beibringen und morgen werde ich auf dem Markt nach ein paar Suessigkeiten Ausschau halten, mit denen ich sie anlaesslich des bevorstehenden Weihnachtsfestes bewichteln kann. Ich wuenschte nur, das Englisch der Lehrerinnen wuerde ausreichen, damit sie fuer mich uebersetzen koennten, so dass ich den Kindern etwas von unserer deutschen Weihnacht erzaehlen wuerde. Ich denke, ich koennte trotz der Unmotiviertheit und Faulheit der Lehrer halbwegs guten Unterricht ueber die Basisfaecher Englisch und Mathe hinaus auf die Beine stellen, wenn ich nur einen ordentlichen Dolmetscher haette. Bestimmte Grundaufgaben (a la "Find the difference", "Matching", "Count the objects and write down the number") kann ich inzwischen wirklich allein durchziehen, weil die Kinder mittlerweile die Ablaeufe kennen und die entsprechenden Fragen und Aufforderungen verstehen sie nun auch auf Englisch. Aber darueber hinaus brauche ich einfach jemanden, der bestimmte Sachverhalte auf Twi erklaert, aber auch wenn ich es den Lehrern im schlichtesten Englisch zu erklaeren versuche, scheinen sie kaum die Haelfte zu verstehen. Das ist so frustrierend!! Ueberhaupt kann mein Englisch hier nur wieder schlechter werden! Seit mit dem anderen Freiwilligen in unserer Gastfamilie, Todd, der einzige nichtdeutsche volontaer im Dorf abgereist ist, rede ich im Moment nur entweder deutsch oder ein bemueht einfaches Englisch, damit man mich ueberhaupt versteht. Nicht zu glauben, dass ich mir im Vorfeld mal Gedanken darueber gemacht hatte, ob den mein Englisch ausreichend fuer die Projektarbeit ist... Am besten, ich stecke zum Ausgleich lieber etwas mehr Anstrengung in das Erlernen von Twi. Diese Sprache ist aber wiederum so verschieden von allem, was ich bisher kannte, dass es mir wirklich schwerfaellt, mich damit vertraut zu machen...
Naechsten Sonntag treffe ich meine Mutter in Accra und wir verbringen zwei Wochen der hiesigen Schulweihnachtsferien mit Herumreisen im Sueden des Landes. Da wir dabei in erster Linie in etwas besseren Hotels wohnen werden, wird das fuer mich ein echter Urlaub von den eher bescheidenen Lebensumstaenden hier, auch wenn ich mich an letztere inzwischen durchaus gewoehnt habe. Allerdings ist die Aussicht auf eine halbwegs bequeme Matratze, klimatisierte oder zumindest halbwegs durchlueftete Raeume (ohne unerwuenschte nagetierige Mitbewohner) und WC und Dusche wirklich verlockend! :-) Insbesondere, wenn es mir gesundheitlich gerade mal wieder nicht so gut geht (wie gestern Abend), sehne ich mich zeitweilig nach etwas westlichem "Luxus", den wir normalerweise ja als voellig selbstverstaendlich betrachten.
In der ersten Januarwoche ist auch noch schulfrei, so dass Judith und ich die Zeit zu etwas ausgedehnteren Ausfluegen ins Land nutzen werden. Danach werde ich nur noch drei Wochen in der Schule arbeiten bis meine offizielle Projektzeit endet und die zwei extra Wochen zum Bereisen des Landes anbrechen, in denen ich mir endlich den Norden genauer ansehen moechte. So vergeht die Zeit hier wirklich viel zu schnell und ich werde mich bald wieder mit dem Gedanken anfreunden muessen, dass im Februar/Maerz irgendwann der Ernst des Arbeitslebens beginnt... Aber jetzt geniesse ich erst mal meine Zeit hier und traeume nur hin und wieder von Schnee, Weihnachtsliedersingen und Dominosteinen... :-)
FanIce
So, dieser Blogeintrag soll einer hiesigen Spezialitaet gewidmet sein: dem FanIce.
Eis wird hier, wie im Grunde alles andere auch, aus Tueten gegessen, oder besser gelutscht, genuckelt, gesaugt... (oder fuer alle Freudianer: man kann dabei so richtig seine orale Phase wiederaufleben lassen ;-) ) Nun gibt es hier einerseits Eis in der naheliegensten Form: gefrorenes Wasser mit Fruchtextrakten, Farbstoffen usw. in Klarsichtplastikbeuteln.
FanIce wiederum ist ein Produkt der Marke FanMilk und damit, wie der Name schon andeutet, ein Milcherzeugnis. Na ja, ein MilchPULVERerzeugnis, um genau zu sein, denn nur in dieser Form nehmen Ghanaer fuer gewoehnlich "Milch" zu sich. Egal, dass das FanIce aus Milchpulver hergestellt worden ist, merkt man geschmacklich zum Glueck gar nicht, es ist einfach nur lecker. Das Standard FanIce hat die Geschmacksrichtung Vanille, schmilzt angenehm weich auf der Zunge und kostet umgerechnet ca. 20 Cent. Ausserdem gibt's noch FanYogo, quasi gefrorenen Erdbeeryoghurt und fuer alle Leckermaeuler wurde FanChoco erfunden, gefrorene Schokoladenmilch. So kann man nun jederzeit in jeder kleineren Stadt zwischen drei leckeren Sorten waehlen, die Strassenverkaeufer in abenteuerlichen Kuehlaufbewahrungskonstruktionen auf dem Kopf tragend anbieten.
Was mich am FanIce insgesamt begeistert ist, dass es einerseits einen kleinen Luxus darzustellen scheint, eine leckere angenehme Erfrischung in diesem heissen Land. Andererseits handelt es sich dabei um ein original ghanaisches Produkt (der Kakao im FanChoco wird aus ghanaischen Kakaobohnen gewonnen, bei deren Ernte ich ja gleich an meinem ersten Wochenende hier Zeuge sein konnte), das sich jeder Ghanaer, der gerade etwas Geld uebrig hat, auch leistet. Somit kann ich guten Gewissens dieses Eis geniessen ohne dabei gleich wieder die Dekadenz hervorzuheben, die hier ohnehin mit allen Weissen assoziiert wird... Und nicht zuletzt decke ich damit zumindest teilweise meinen Bedarf an Milchprodukten, die sonst weitestgehend auf meinem Speiseplan fehlen. (Kaese!! Wie ich dich vermisse!!!)
Eis wird hier, wie im Grunde alles andere auch, aus Tueten gegessen, oder besser gelutscht, genuckelt, gesaugt... (oder fuer alle Freudianer: man kann dabei so richtig seine orale Phase wiederaufleben lassen ;-) ) Nun gibt es hier einerseits Eis in der naheliegensten Form: gefrorenes Wasser mit Fruchtextrakten, Farbstoffen usw. in Klarsichtplastikbeuteln.
FanIce wiederum ist ein Produkt der Marke FanMilk und damit, wie der Name schon andeutet, ein Milcherzeugnis. Na ja, ein MilchPULVERerzeugnis, um genau zu sein, denn nur in dieser Form nehmen Ghanaer fuer gewoehnlich "Milch" zu sich. Egal, dass das FanIce aus Milchpulver hergestellt worden ist, merkt man geschmacklich zum Glueck gar nicht, es ist einfach nur lecker. Das Standard FanIce hat die Geschmacksrichtung Vanille, schmilzt angenehm weich auf der Zunge und kostet umgerechnet ca. 20 Cent. Ausserdem gibt's noch FanYogo, quasi gefrorenen Erdbeeryoghurt und fuer alle Leckermaeuler wurde FanChoco erfunden, gefrorene Schokoladenmilch. So kann man nun jederzeit in jeder kleineren Stadt zwischen drei leckeren Sorten waehlen, die Strassenverkaeufer in abenteuerlichen Kuehlaufbewahrungskonstruktionen auf dem Kopf tragend anbieten.
Was mich am FanIce insgesamt begeistert ist, dass es einerseits einen kleinen Luxus darzustellen scheint, eine leckere angenehme Erfrischung in diesem heissen Land. Andererseits handelt es sich dabei um ein original ghanaisches Produkt (der Kakao im FanChoco wird aus ghanaischen Kakaobohnen gewonnen, bei deren Ernte ich ja gleich an meinem ersten Wochenende hier Zeuge sein konnte), das sich jeder Ghanaer, der gerade etwas Geld uebrig hat, auch leistet. Somit kann ich guten Gewissens dieses Eis geniessen ohne dabei gleich wieder die Dekadenz hervorzuheben, die hier ohnehin mit allen Weissen assoziiert wird... Und nicht zuletzt decke ich damit zumindest teilweise meinen Bedarf an Milchprodukten, die sonst weitestgehend auf meinem Speiseplan fehlen. (Kaese!! Wie ich dich vermisse!!!)
Obruni
...ist die ghanaische Bezeichnung fuer alle hellhaeutigen Menschen. In unserer Einfuehrungswoche haben wir erfahren, das Obruni urspruenglich eigentlich "people from the horizon", als "Menschen, die vom Horizont kommen" heisst. So uebersetzt klingt es eigentlich richtig poetisch und erinnert an die ersten Vertreter der Kolonialmaechte, die per Schiff die Goldkueste erreichten. Nur scheinen die meisten Ghanaer dies gar nicht zu wissen sondern uebersetzen den Ausdruck selbst auch nur mit "white person". Egal wohin man hier geht, ueberall ruft einem irgendwer "obruni" zu, insbesondere die Kinder brechen teilweise in hysterisches Geschrei aus, wenn sie irgendeinen Weissen sehen. Wenn man sich die gleiche Situation in umgekehrter Form bei uns vorstellt - nicht auszudenken! Tatsaechlich meidet aber ein im Umgang mit uns Bleichgesichtern erfahrener Ghanaer diesen Ausdruck und empfindet ihn als eher diskriminierend. Unsere Gastmama Emma hat uns gleich in den ersten Tagen beigebracht, was man auf obruni am besten entgegnet: Obibini = black person.
Dann sieht ein typisches Strassengespraech morgens auf dem Weg zur Schule so aus:
Ghanaisches Kind: "Hey obruni, how are you"
ich: "hey obibini, I'm fine, thanks. How are you?"
ghanaisches Kind (kichert, weil ich es obibini genannt habe): "I'm also fine" und es folgt ein langes selbstgespraech a la "obruni - obibini, obruni - obibini...."
Die Kinder in meiner Klasse haben inzwischen langsam kapiert, dass ich auch einen Namen habe und mit Unterstuetzung der Lehrerinnen, die auch befuerchten, dass ich mich durch "obruni" beleidigt fuehle, konnte ich erreichen, dass mich fast alle nun Clara oder "madame Clara" nennen.
Dann sieht ein typisches Strassengespraech morgens auf dem Weg zur Schule so aus:
Ghanaisches Kind: "Hey obruni, how are you"
ich: "hey obibini, I'm fine, thanks. How are you?"
ghanaisches Kind (kichert, weil ich es obibini genannt habe): "I'm also fine" und es folgt ein langes selbstgespraech a la "obruni - obibini, obruni - obibini...."
Die Kinder in meiner Klasse haben inzwischen langsam kapiert, dass ich auch einen Namen habe und mit Unterstuetzung der Lehrerinnen, die auch befuerchten, dass ich mich durch "obruni" beleidigt fuehle, konnte ich erreichen, dass mich fast alle nun Clara oder "madame Clara" nennen.
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Mini-Zwischenbericht...
Wie schade, da begebe ich mich extra in Ghanas schnellstes Internetcafe, und dann funktioniert der blogspot-Link zum Hochladen von Fotos nicht!!
Dabei wollte ich doch so gern ein Bild von meinem in Betrieb genommenen Reise-Adventskerzen-Streichholzschachtel-Set zeigen...
Na ja, ansonsten hatte ich ein sehr ruhiges zweites Adventswochenende welches ich in erster Linie mit dem Basteln, Schreiben und Verpacken von Weihnachtspost gemeinsam mit meinen fellow volunteers verbracht habe. Aber auch das brachte mich, wie alles andere hier, wieder ganz schoen ins Schwitzen, was wiederum weniger weihnachtlich ist... :-) Dennoch bin ich die ganze Zeit latent erkaeltet, was nicht weiter schlimm sondern eher irritierend ist und ansonsten gehts mir auch richtig gut. Mir wurde diese Woche klar, dass ich am Samstag hier bereits Bergfest feiern kann, womit ich dann schon die laengste Zeit in diesem Land gewesen sein werde. Schon seltsam also, wie schnell in Anbetracht des prinzipiell sehr langsamen Tempos im Alltag doch die Zeit davonrast...
Die Wahlen am Sonntag sind erfreulicherweise richtig friedlich verlaufen, nur dummerweise ist keine absolute Mehrheit zustande gekommen, so dass es nun doch noch am 28.12. Stichwahlen geben wird. Bleibt nur wieder, das auf das beste zu hoffen...
Dabei wollte ich doch so gern ein Bild von meinem in Betrieb genommenen Reise-Adventskerzen-Streichholzschachtel-Set zeigen...
Na ja, ansonsten hatte ich ein sehr ruhiges zweites Adventswochenende welches ich in erster Linie mit dem Basteln, Schreiben und Verpacken von Weihnachtspost gemeinsam mit meinen fellow volunteers verbracht habe. Aber auch das brachte mich, wie alles andere hier, wieder ganz schoen ins Schwitzen, was wiederum weniger weihnachtlich ist... :-) Dennoch bin ich die ganze Zeit latent erkaeltet, was nicht weiter schlimm sondern eher irritierend ist und ansonsten gehts mir auch richtig gut. Mir wurde diese Woche klar, dass ich am Samstag hier bereits Bergfest feiern kann, womit ich dann schon die laengste Zeit in diesem Land gewesen sein werde. Schon seltsam also, wie schnell in Anbetracht des prinzipiell sehr langsamen Tempos im Alltag doch die Zeit davonrast...
Die Wahlen am Sonntag sind erfreulicherweise richtig friedlich verlaufen, nur dummerweise ist keine absolute Mehrheit zustande gekommen, so dass es nun doch noch am 28.12. Stichwahlen geben wird. Bleibt nur wieder, das auf das beste zu hoffen...
Samstag, 6. Dezember 2008
Oh jeeeee, es gibt eigentlich so viel, wovon ich berichten moechte, aber es ist wieder so schwierig, hier an einigermassen schnelles Internet zu kommen, dass ich gar nicht richtig Zeit dazu finde... Mal wieder ein paar Stichpunkte:
Morgen sind hier in Ghana Parlamentswahlen. Daher reisen wir dieses Wochenende auch nicht gross herum denn keiner kann hier genau sagen, inwiefern es im Verlauf der Wahlen nicht zu weiteren Tumulten kommen koennte und da bleiben wir morgen und in den naechsten Tagen lieber in unserem eher beschaulichen Akroso. Wir hoffen einfach auf ein halbwegs eindeutiges Ergebnis (auch wenn sich hier zwei der Parteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu geben scheinen), damit nicht noch eine Stichwahl Ende Dezember noetig wird und druecken die Daumen, dass das Ganze hier nicht unerwartet so ausufert wie letztens in Kenia!
Auch wenn jetzt eigentlich schon laengst die Trockenzeit begonnen haben sollte, gibt es hier zur Zeit immer wieder regelrechte Unwetter mit Platzregen und viel Gewitter. Da sich dabei alles aber auch gleich etwas abkuehlt und der Regen, so weit man von "drinnen" zuschauen und -hoeren kann eher dezemberliche Gemuetlichkeit verbreitet, finde ich das ueberhaupt nicht schlimm (so lange es nicht vormittags regnet, denn das Dach unseres Schulgebaeudes sieht aus wie ein schweizer Kaese!) sondern lasse mich dann teilweise etwas in Adventsstimmung versetzen.
A propos: heute hat Laura, eine der Volontaerinnen hier alle anderen Freiwilligen bewichtelt. Sooooo lieb, dass sie uns hier im fernen Ghana den Nikolaus ersetzt!
In der Schule hat sich die Lage inzwischen wieder eingepegelt. So lange ich da bin, werden Kinder tatsaechlich (fast) gar nicht mehr geschlagen, allerdings will ich mir nicht ausmalen, wie es aussieht, wenn ich mal fehle. Die Kinder habe ich unheimlich ins Herz geschlossen (und sie mich auch!) und es erfuellt mein Herz mit Freude, wenn ich bei vielen von ihnen (leider leider lange nicht bei allen, das ist einfach nicht zu bewerkstelligen!!!) immer wieder grosse und kleine Fortschritte sehe und da bin ich natuerlich nicht wenig stolz, weil es in Anbetracht der Inkompetenz der Lehrer doch vor allem mein Verdienst ist. Daher werde ich das Projekt auf jeden Fall auch im Januar noch durchziehen auch wenn ich zu Beginn gedacht hatte, dass ich das niemals durchhalten wuerde...
Gestern haben mich hier endlich zwei erste Briefe erreicht. Tausend Dank an euch beide, Julia und Petra (und auch an die ausnahmsweise mal zuverlaessigen ghanaischen Postboten...)!!! Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Also ihr anderen! Macht Clara ebenfalls gluecklich und schreibt mir! ;-)
Morgen sind hier in Ghana Parlamentswahlen. Daher reisen wir dieses Wochenende auch nicht gross herum denn keiner kann hier genau sagen, inwiefern es im Verlauf der Wahlen nicht zu weiteren Tumulten kommen koennte und da bleiben wir morgen und in den naechsten Tagen lieber in unserem eher beschaulichen Akroso. Wir hoffen einfach auf ein halbwegs eindeutiges Ergebnis (auch wenn sich hier zwei der Parteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu geben scheinen), damit nicht noch eine Stichwahl Ende Dezember noetig wird und druecken die Daumen, dass das Ganze hier nicht unerwartet so ausufert wie letztens in Kenia!
Auch wenn jetzt eigentlich schon laengst die Trockenzeit begonnen haben sollte, gibt es hier zur Zeit immer wieder regelrechte Unwetter mit Platzregen und viel Gewitter. Da sich dabei alles aber auch gleich etwas abkuehlt und der Regen, so weit man von "drinnen" zuschauen und -hoeren kann eher dezemberliche Gemuetlichkeit verbreitet, finde ich das ueberhaupt nicht schlimm (so lange es nicht vormittags regnet, denn das Dach unseres Schulgebaeudes sieht aus wie ein schweizer Kaese!) sondern lasse mich dann teilweise etwas in Adventsstimmung versetzen.
A propos: heute hat Laura, eine der Volontaerinnen hier alle anderen Freiwilligen bewichtelt. Sooooo lieb, dass sie uns hier im fernen Ghana den Nikolaus ersetzt!
In der Schule hat sich die Lage inzwischen wieder eingepegelt. So lange ich da bin, werden Kinder tatsaechlich (fast) gar nicht mehr geschlagen, allerdings will ich mir nicht ausmalen, wie es aussieht, wenn ich mal fehle. Die Kinder habe ich unheimlich ins Herz geschlossen (und sie mich auch!) und es erfuellt mein Herz mit Freude, wenn ich bei vielen von ihnen (leider leider lange nicht bei allen, das ist einfach nicht zu bewerkstelligen!!!) immer wieder grosse und kleine Fortschritte sehe und da bin ich natuerlich nicht wenig stolz, weil es in Anbetracht der Inkompetenz der Lehrer doch vor allem mein Verdienst ist. Daher werde ich das Projekt auf jeden Fall auch im Januar noch durchziehen auch wenn ich zu Beginn gedacht hatte, dass ich das niemals durchhalten wuerde...
Gestern haben mich hier endlich zwei erste Briefe erreicht. Tausend Dank an euch beide, Julia und Petra (und auch an die ausnahmsweise mal zuverlaessigen ghanaischen Postboten...)!!! Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Also ihr anderen! Macht Clara ebenfalls gluecklich und schreibt mir! ;-)
Samstag, 29. November 2008
Kumasi
Hallohalli,
heute sitze ich mal in einem Internetcafe, wo die Verbindung eigentlich ganz gut zu sein scheint, aber der Computer selbst fast schrottreif, so dass alles trotzdem eeeeeewiiig dauert! Ich glaube, es traegt eigentlich nicht sonderlich zu meiner psychischen Gesundheit bei, wenn ich das Internet nutze, weil ich dabei immer sooooo frustriert werde. Aber ich freu mich trotzdem immer ueber Post, so dass ich letztenendes doch ganz gluecklich bin, diese Verbindung nach Hause nutzen zu koennen.
Zur Zeit bin ich gerade in Kumasi, der Hauptstadt der Ashanti Region und laut Reisefuehrer einer der groessten Touristenanziehungspunkte im Land. Die Stadt hat tatsaechlich ein besonderes Flair und gefaellt mir auf alle Faelle besser als die Landeshauptstadt Accra. Heute haben wir den Central Market, den angeblich groessten Markt in ganz Westafrika besucht. Er soll eine Flaeche von etwa 14 Fussballfeldern umfassen, wobei wir vermutlich nur einen Bruchteil davon gesehen haben. Genau kann ich das nicht sagen, weil wir einfach der Nase nach durch die engen Gassen zwischen den tausenden von Staenden geschlendert sind und die ganze Wucht von Eindruecken auf uns nierderprasseln liessen. Hier werden wirklich saemtliche Sinne angesprochen und eigentlich laesst sich ein Besuch des Marktes genauso wenig in Worte fassen, wie die Gluehwuermchen-Maerchenwiese vom letzten Blogeintrag. Es ist laut und chaotisch, farbenpraechtig bunt und auch dreckig, manchmal duftet es verfuehrerisch, manchmal stinkt es einfach nur widerlich, aber man wird nicht fertig damit, alles zu sehen, zu hoeren, zu schmecken, zu fuehlen... Es heisst, man koenne auf diesem Markt alles kaufen ausser Schiffen und Flugzeugen und genau so sieht und fuehlt er sich auch an!
Gestern hatten wir auf dem Weg nach Kumasi eine Panne mit dem Trotro: ein Reifen war geplatzt uns musste erst mal ausgewechselt werden. Dafuer mussten alle 25 Insassen raus aus dem Minibus und die Maenner machten sich mit vereinten Kraeften an die Arbeit. Nun koennen Judith und ich wieder ein Haekchen auf der "muss-man-einfach-auch-erlebt"-Liste fuer einen Ghanaaufenthalt machen: wer keine Trotro-Panne mitgemacht hat, war einfach nicht wirklich hier und wir koennen zugleich froh sein, dass alles so glimpflich verlaufen ist. Allerdings war der geplatzte Reifen wirklich nicht verwunderlich, nachdem wir zuvor ueber 2 Stunden ueber unbefestigte, buckelige Pisten gefahren waren und 25 Koepfe im Rhythmus der Schlagloecher auf und ab huepften. :-) Ich kann wirklich froh sein, dass ich offenbar endgueltig von meiner Autofahr-Uebelkeit aus Kindertagen geheilt bin, sonst haette ich hier schon lange nichts mehr bei mir behalten. Aber so ist es einfach nur witzig und abenteuerlich (und manchmal etwas nervig, wenn man mal wieder schlecht geschlafen hat und die Zeit im Trotro lieber fuer ein Schlummerchen nutzen wuerde...).
So, morgen ist der erste Advent und ich trauere gerade ein wenig der Vorweihnachtszeit nach, die ich dieses Jahr verpasse. Aber eine mehr als wuerdige Alternative zum Striezelmarkt habe ich ja heute schon mal erleben duerfen. :-) Und damit ich den Winter in der Heimat auch nicht ganz vergesse, hat mich extra noch eine kleine Erkaeltung heimgesucht... ErKAELTung, das kommt von KALT, ich fasse es nicht!! Ich wuenschte, mir waere hier wirklich mal kalt! Das ist bizarr!
heute sitze ich mal in einem Internetcafe, wo die Verbindung eigentlich ganz gut zu sein scheint, aber der Computer selbst fast schrottreif, so dass alles trotzdem eeeeeewiiig dauert! Ich glaube, es traegt eigentlich nicht sonderlich zu meiner psychischen Gesundheit bei, wenn ich das Internet nutze, weil ich dabei immer sooooo frustriert werde. Aber ich freu mich trotzdem immer ueber Post, so dass ich letztenendes doch ganz gluecklich bin, diese Verbindung nach Hause nutzen zu koennen.
Zur Zeit bin ich gerade in Kumasi, der Hauptstadt der Ashanti Region und laut Reisefuehrer einer der groessten Touristenanziehungspunkte im Land. Die Stadt hat tatsaechlich ein besonderes Flair und gefaellt mir auf alle Faelle besser als die Landeshauptstadt Accra. Heute haben wir den Central Market, den angeblich groessten Markt in ganz Westafrika besucht. Er soll eine Flaeche von etwa 14 Fussballfeldern umfassen, wobei wir vermutlich nur einen Bruchteil davon gesehen haben. Genau kann ich das nicht sagen, weil wir einfach der Nase nach durch die engen Gassen zwischen den tausenden von Staenden geschlendert sind und die ganze Wucht von Eindruecken auf uns nierderprasseln liessen. Hier werden wirklich saemtliche Sinne angesprochen und eigentlich laesst sich ein Besuch des Marktes genauso wenig in Worte fassen, wie die Gluehwuermchen-Maerchenwiese vom letzten Blogeintrag. Es ist laut und chaotisch, farbenpraechtig bunt und auch dreckig, manchmal duftet es verfuehrerisch, manchmal stinkt es einfach nur widerlich, aber man wird nicht fertig damit, alles zu sehen, zu hoeren, zu schmecken, zu fuehlen... Es heisst, man koenne auf diesem Markt alles kaufen ausser Schiffen und Flugzeugen und genau so sieht und fuehlt er sich auch an!
Gestern hatten wir auf dem Weg nach Kumasi eine Panne mit dem Trotro: ein Reifen war geplatzt uns musste erst mal ausgewechselt werden. Dafuer mussten alle 25 Insassen raus aus dem Minibus und die Maenner machten sich mit vereinten Kraeften an die Arbeit. Nun koennen Judith und ich wieder ein Haekchen auf der "muss-man-einfach-auch-erlebt"-Liste fuer einen Ghanaaufenthalt machen: wer keine Trotro-Panne mitgemacht hat, war einfach nicht wirklich hier und wir koennen zugleich froh sein, dass alles so glimpflich verlaufen ist. Allerdings war der geplatzte Reifen wirklich nicht verwunderlich, nachdem wir zuvor ueber 2 Stunden ueber unbefestigte, buckelige Pisten gefahren waren und 25 Koepfe im Rhythmus der Schlagloecher auf und ab huepften. :-) Ich kann wirklich froh sein, dass ich offenbar endgueltig von meiner Autofahr-Uebelkeit aus Kindertagen geheilt bin, sonst haette ich hier schon lange nichts mehr bei mir behalten. Aber so ist es einfach nur witzig und abenteuerlich (und manchmal etwas nervig, wenn man mal wieder schlecht geschlafen hat und die Zeit im Trotro lieber fuer ein Schlummerchen nutzen wuerde...).
So, morgen ist der erste Advent und ich trauere gerade ein wenig der Vorweihnachtszeit nach, die ich dieses Jahr verpasse. Aber eine mehr als wuerdige Alternative zum Striezelmarkt habe ich ja heute schon mal erleben duerfen. :-) Und damit ich den Winter in der Heimat auch nicht ganz vergesse, hat mich extra noch eine kleine Erkaeltung heimgesucht... ErKAELTung, das kommt von KALT, ich fasse es nicht!! Ich wuenschte, mir waere hier wirklich mal kalt! Das ist bizarr!
Mittwoch, 26. November 2008
Wie im Maerchen
In Akroso gleich hinter dem Haus der Familie, wo drei weitere Freiwillige wohnen, gibt es eine grosse, grosse Wiese. Nach Sonnenuntergang bietet sich dort ein wirklich maerchenhaftes Spektakel. Hier in Akroso gibt es generell viele Gluehwuermchen. Allerdings leuchten die nicht, wie ich es aus unseren Breiten gewohnt bin, bestaendig vor sich hin, sondern machen eher einen etwas hysterischen Eindruck weil sie die ganze Zeit aufgeregt blinken. Steht man nun also im Dunkeln auf oben erwaehnter Wiese, so findet blickt man nicht nur auf einen atemberaubenden Sternenhimmel ueberkopf, sondern auch ein aufregendes Leucht-Konzert zu seinen Fuessen, veranstaltet von den Tausenden von Gluehwuermchen, die im Gras sitzen. Wow!!! Im Grunde unbeschreiblich, aber ich wollte es dennoch versuchen. Natuerlich muesste es jeder von euch selbst erleben!
Mittwoch, 19. November 2008
Bin irgendwie gerade etwas unmotiviert, bzw. habe schon zu viel Zeit heute in private Nachrichten investiert, daher hier nur ein paar lose Eindruecke und Details:
Wasser trinken wir hier aus Plastiktueten a 500 ml, wobei es einen grossen Sack mit 30 Beuteln geniessbaren Wassers fuer umgerechnet etwa 65 Cent zu kaufen gibt.
Mein ghanaischer Name hier ist Abena (kurze Vokale und Betonung auf der letzten Silbe), weil ich an einem Dienstag geboren bin. Der Name meines Gastbruders Kofi wiederum verraet, dass er wie der ehemalige UN-Generalsekretaer an einem Freitag geboren wurde. Hier richtet sich der Name also nach dem Wochentag, an dem man das Licht der Welt erblickte (leider ist es hier offenbar trotzdem nicht ueblich, 52 mal im Jahr Geburtstag zu feiern...), wobei es fuer Maenner und Frauen eigene Namen gibt. Freilich laufen hier auch dementsprechend viele Kofis, Abenas usw. herum so dass die sich immer mehr durchsetzenden zusaetzlichen christlichen Namen wirklich noetig sind, um nicht vollkommen die Orientierung zu verlieren. Das Dumme ist nur, dass ich mich auch nach ueber 6 Wochen hier noch nicht so richtig an meinen ghanaischen Namen gewoehnt habe, d.h. man muss ich doch sehr oft rufen, bis ich endlich reagiere...
Letzte Nacht hatte ich ein unerfreuliches Wiedersehen mit meinem Abendessen und kann nun schon zwei Striche auf der Erbrechen-Liste verzeichnen. Weiss auch nicht, aber seit ueber einer Woche rebelliert mein Magen ganz schoen gegen die Zustaende hier... Na ja, aber das wird schon wieder und hat letztendlich auch sein Gutes, weil ich dann vielleicht doch nicht als Pfannkuchen wieder zurueck nach Deutschland kugele...
Inzwischen fange ich schon fast an, mich mit Kakerlaken anzufreunden. Die haben wenigstens mindestens so viel Angst vor mir wie ich Ekel vor ihnen. und im Gegensatz zu den Maeusen, die unser Zimmer regelmaessig heimsuchen, fressen sie keine Kekse, achtlos herumliegende Ohropax oder Taschentuecher, hinterlassen nicht ihren Kot auf meinem Bettlaken und pinkeln auch nicht auf meine frisch gewaschenen T-Shirts. Interessant, wie sich so die Einstellungen zu unterschiedlichen Tiergattungen aendern kann...
Wasser trinken wir hier aus Plastiktueten a 500 ml, wobei es einen grossen Sack mit 30 Beuteln geniessbaren Wassers fuer umgerechnet etwa 65 Cent zu kaufen gibt.
Mein ghanaischer Name hier ist Abena (kurze Vokale und Betonung auf der letzten Silbe), weil ich an einem Dienstag geboren bin. Der Name meines Gastbruders Kofi wiederum verraet, dass er wie der ehemalige UN-Generalsekretaer an einem Freitag geboren wurde. Hier richtet sich der Name also nach dem Wochentag, an dem man das Licht der Welt erblickte (leider ist es hier offenbar trotzdem nicht ueblich, 52 mal im Jahr Geburtstag zu feiern...), wobei es fuer Maenner und Frauen eigene Namen gibt. Freilich laufen hier auch dementsprechend viele Kofis, Abenas usw. herum so dass die sich immer mehr durchsetzenden zusaetzlichen christlichen Namen wirklich noetig sind, um nicht vollkommen die Orientierung zu verlieren. Das Dumme ist nur, dass ich mich auch nach ueber 6 Wochen hier noch nicht so richtig an meinen ghanaischen Namen gewoehnt habe, d.h. man muss ich doch sehr oft rufen, bis ich endlich reagiere...
Letzte Nacht hatte ich ein unerfreuliches Wiedersehen mit meinem Abendessen und kann nun schon zwei Striche auf der Erbrechen-Liste verzeichnen. Weiss auch nicht, aber seit ueber einer Woche rebelliert mein Magen ganz schoen gegen die Zustaende hier... Na ja, aber das wird schon wieder und hat letztendlich auch sein Gutes, weil ich dann vielleicht doch nicht als Pfannkuchen wieder zurueck nach Deutschland kugele...
Inzwischen fange ich schon fast an, mich mit Kakerlaken anzufreunden. Die haben wenigstens mindestens so viel Angst vor mir wie ich Ekel vor ihnen. und im Gegensatz zu den Maeusen, die unser Zimmer regelmaessig heimsuchen, fressen sie keine Kekse, achtlos herumliegende Ohropax oder Taschentuecher, hinterlassen nicht ihren Kot auf meinem Bettlaken und pinkeln auch nicht auf meine frisch gewaschenen T-Shirts. Interessant, wie sich so die Einstellungen zu unterschiedlichen Tiergattungen aendern kann...
Donnerstag, 13. November 2008
Kurzer Bericht aus Accra
Heute bin ich mal wieder recht spontan in Accra, weil Judith den Nachschub fuer ihre Malariaprophylaxe nur in der Hauptstadt kaufen kann und ich sie natuerlich unmoeglich allein in dieses Verkehrschaos hier fahren lassen konnte.
Auf diese Weise kann ich endlich mal wieder eines der angeblich schnellsten Internetcafes in ganz Ghana nutzen, um ein paar neue Bilder hochzuladen. Allerdings murrt auch auch hier der Rechner, sobald ich Bilder mit etwas hoeherer Aufloesung bzw. komplizierteren Einstellungen hochladen will und es dauert prinzipiell wieder ziemlich lange, so dass die Auswahl auch heute sehr beschraenkt ist. Das ist wirklich frustrierend...
Ansonsten geht es mir nach meinem ersten richtig heftigen Magen-Darm-Infekt (Durchfall, Uebelkeit mit Erbrechen, Fieber.... ich hab's nicht mal mehr ohne Hilfe allein auf die Toilette geschafft!) Anfang der Woche zum Glueck wieder richtig gut. Aber da muss wohl frueher oder spaeter jeder hier mal durch, alle anderen Volunteers im Dorf hatten das auch schon und ich betrachte es als verspaetete Feuertaufe bzw. endgueltigen Anpassungsprozess meines Koerpers an Essen und Umstaende hier. Aus diesem Grund bin ich diese Woche nun noch gar nicht in der Schule gewesen. Die Lehrerinnen haben schon erzaehlt, dass die Kinder mich ganz schrecklich vermisst haben, ist das nicht suess? Mal sehen, wie die Schule morgen nach dem Debakel letzte Woche so laeuft...
Auf diese Weise kann ich endlich mal wieder eines der angeblich schnellsten Internetcafes in ganz Ghana nutzen, um ein paar neue Bilder hochzuladen. Allerdings murrt auch auch hier der Rechner, sobald ich Bilder mit etwas hoeherer Aufloesung bzw. komplizierteren Einstellungen hochladen will und es dauert prinzipiell wieder ziemlich lange, so dass die Auswahl auch heute sehr beschraenkt ist. Das ist wirklich frustrierend...
Ansonsten geht es mir nach meinem ersten richtig heftigen Magen-Darm-Infekt (Durchfall, Uebelkeit mit Erbrechen, Fieber.... ich hab's nicht mal mehr ohne Hilfe allein auf die Toilette geschafft!) Anfang der Woche zum Glueck wieder richtig gut. Aber da muss wohl frueher oder spaeter jeder hier mal durch, alle anderen Volunteers im Dorf hatten das auch schon und ich betrachte es als verspaetete Feuertaufe bzw. endgueltigen Anpassungsprozess meines Koerpers an Essen und Umstaende hier. Aus diesem Grund bin ich diese Woche nun noch gar nicht in der Schule gewesen. Die Lehrerinnen haben schon erzaehlt, dass die Kinder mich ganz schrecklich vermisst haben, ist das nicht suess? Mal sehen, wie die Schule morgen nach dem Debakel letzte Woche so laeuft...
neue Bilder...
Freitag, 7. November 2008
Das ging zu weit!!!
Okay, bislang war hier alles eigentlich immer sehr schoen und spannend oder zumindest interessant anders und mit einer gesunden Portion Humor liessen sich auch weniger angenehme Situationen letztendlich ertragen, aber heute habe einfach mal die Nerven verloren denn da hoerte der Spass wirklich auf...
Nachdem ich mich in den letzten 2 Wochen inzwischen recht gut mit der einen Lehrerin meiner Klasse, Evelyn, arrangiert habe und wir uns im Unterricht halbwegs sinnvoll ergaenzten, ist diese Woche die 2. Lehrerin Iva wieder aufgetaucht, die ich seit meiner ersten Woche hier nicht mehr gesehen hatte. Im Schlepptau: ihr Baby samt "Babysitterin". Theoretisch sind ausser mir also noch drei erwachsene Menschen mit in der Klasse. Praktisch sieht es so aus, dass z.B. Iva gerade ein ausfuehrliches ghanaisches Fruehstueck mit Reis, Fisch usw. am Lehrertisch zu sich nimmt, Evelyn derweil ihren Sohn in den Armen wiegt und die "Babysitterin" gerade mal wieder verschwunden ist. Ich steh derweil also vor den 80 Kindern, unterrichte irgendwie und rufe den anderen dann ab und an mal zu "Halloooo? Koennte vielleicht mal jemand uebersetzen?!". Iva selbst scheint lehrertechnisch wirklich voellig unfaehig zu sein und der Stock ist quasi ihr verlaengerter Arm, sie schlaegt einfach immer wieder froehlich auf die Kinder ein!! Mir kratzte schon mal der Kragen, als sie mich heute dazu aufforderte, ein Kind zu schlagen, weil es die Antwort nicht wusste. Als ich mich weigerte, lachte sie mich aus. In diesem Zusammenhang ist es wohl lohnenswert zu erwaehnen, dass Anfang dieser Woche in Akroso ein zweitaegiger Workshop fuer Vorschul-Lehrer stattfand, zu dem uns unsere Lehrer mitnahmen und bei dem ich dann noch mal von offizieller Seite erfuhr, dass es in Ghana tatsaechlich inzwischen verboten ist, Kinder in der Schule zu schlagen (das darf "nur" noch der Headmaster selbst) und den Lehrern dabei nahegelegt wurde, dass doch zu unterlassen. Eben darauf wagte ich dann Iva heute im Unterricht aufmerksam zu machen, worauf sie wieder nur lachte, aber nun zumindest meinen Standpunkt kannte. Ein wenig spaeter gab es wieder eine Situation, in der ein Kind geschlagen wurde, weil es die Antwort nicht kannte. Daraufhin nahm die Lehrerin absichtlich Kinder dran, von denen sie genau wusste, dass sie die Antwort ebenfalls nicht kannten (weil sie z.B. gerade geschlafen haben oder stofflich wirklich nicht so weit sind) um sie dann natuerlich auch wieder zu schlagen. Dann begann sie, quasi systematisch von vorn nach hinten alle Kinder nacheinander zu fragen. Diese waren aber inzwischen so eingeschuechtert, dass sie aus lauter Angst gar nichts mehr sagten. Und das betraf auch Kinder, von denen ich genau wusste, dass sie Antwort eigentlich sogar kennen!
So wurden etwa 40 Kinder vor meinen Augen nacheinander geschlagen und ich war gerade kurz davor, protestierend den Raum zu verlassen, als mich Iva unverbluehmt und grinsend fragte, warum ich denn so traurig ausschaue und ob ich irgendein Problem haette. Das war mir dann einfach zu viel und ich brach unvermittelt in Traenen aus und erklaerte den beiden, dass es mir unertraeglich ist, wenn sie die Kinder so schlagen. Damit habe ich unbeabsichtigt wirklich enorme Bestuerzung bei beiden Lehrerinnen ausgeloest, die mir sofort hoch und heilig versprachen, die Kinder nie wieder zu schlagen. Ob sie sich daran halten, werde ich naechste Woche sehen, ich habe nach der ersten Stunde zunaechst die Schule verlassen, weil mir das Ganze heute einfach zu nahe gegangen ist.
Ich meine, okay, hier herrschen andere Sitten, die Traditionen sind tief verwurzelt, Kinder werden hier in der Schule wie auch zu Hause von ihren Eltern regelmaessig physisch bestraft, ohne dass gleich lauter kleine Psychopathen durch das Land rennen. Und ich bin mir auch darueber im Klaren, dass es vor nur 100 Jahren bei uns nicht anders aussah und versuche, die fremden Verhaeltnisse hier weitestgehend zu akzeptieren, wenn ich auch nicht respektieren kann. Aber das heute ging einfach zu weit!!!
Wer weiss, vielleicht hat mein Gefuehlsausbruch heute ja auch etwas gebracht und sie schlagen die Kinder zumindest in meiner Gegenwart in Zukunft seltener...
Nachdem ich mich in den letzten 2 Wochen inzwischen recht gut mit der einen Lehrerin meiner Klasse, Evelyn, arrangiert habe und wir uns im Unterricht halbwegs sinnvoll ergaenzten, ist diese Woche die 2. Lehrerin Iva wieder aufgetaucht, die ich seit meiner ersten Woche hier nicht mehr gesehen hatte. Im Schlepptau: ihr Baby samt "Babysitterin". Theoretisch sind ausser mir also noch drei erwachsene Menschen mit in der Klasse. Praktisch sieht es so aus, dass z.B. Iva gerade ein ausfuehrliches ghanaisches Fruehstueck mit Reis, Fisch usw. am Lehrertisch zu sich nimmt, Evelyn derweil ihren Sohn in den Armen wiegt und die "Babysitterin" gerade mal wieder verschwunden ist. Ich steh derweil also vor den 80 Kindern, unterrichte irgendwie und rufe den anderen dann ab und an mal zu "Halloooo? Koennte vielleicht mal jemand uebersetzen?!". Iva selbst scheint lehrertechnisch wirklich voellig unfaehig zu sein und der Stock ist quasi ihr verlaengerter Arm, sie schlaegt einfach immer wieder froehlich auf die Kinder ein!! Mir kratzte schon mal der Kragen, als sie mich heute dazu aufforderte, ein Kind zu schlagen, weil es die Antwort nicht wusste. Als ich mich weigerte, lachte sie mich aus. In diesem Zusammenhang ist es wohl lohnenswert zu erwaehnen, dass Anfang dieser Woche in Akroso ein zweitaegiger Workshop fuer Vorschul-Lehrer stattfand, zu dem uns unsere Lehrer mitnahmen und bei dem ich dann noch mal von offizieller Seite erfuhr, dass es in Ghana tatsaechlich inzwischen verboten ist, Kinder in der Schule zu schlagen (das darf "nur" noch der Headmaster selbst) und den Lehrern dabei nahegelegt wurde, dass doch zu unterlassen. Eben darauf wagte ich dann Iva heute im Unterricht aufmerksam zu machen, worauf sie wieder nur lachte, aber nun zumindest meinen Standpunkt kannte. Ein wenig spaeter gab es wieder eine Situation, in der ein Kind geschlagen wurde, weil es die Antwort nicht kannte. Daraufhin nahm die Lehrerin absichtlich Kinder dran, von denen sie genau wusste, dass sie die Antwort ebenfalls nicht kannten (weil sie z.B. gerade geschlafen haben oder stofflich wirklich nicht so weit sind) um sie dann natuerlich auch wieder zu schlagen. Dann begann sie, quasi systematisch von vorn nach hinten alle Kinder nacheinander zu fragen. Diese waren aber inzwischen so eingeschuechtert, dass sie aus lauter Angst gar nichts mehr sagten. Und das betraf auch Kinder, von denen ich genau wusste, dass sie Antwort eigentlich sogar kennen!
So wurden etwa 40 Kinder vor meinen Augen nacheinander geschlagen und ich war gerade kurz davor, protestierend den Raum zu verlassen, als mich Iva unverbluehmt und grinsend fragte, warum ich denn so traurig ausschaue und ob ich irgendein Problem haette. Das war mir dann einfach zu viel und ich brach unvermittelt in Traenen aus und erklaerte den beiden, dass es mir unertraeglich ist, wenn sie die Kinder so schlagen. Damit habe ich unbeabsichtigt wirklich enorme Bestuerzung bei beiden Lehrerinnen ausgeloest, die mir sofort hoch und heilig versprachen, die Kinder nie wieder zu schlagen. Ob sie sich daran halten, werde ich naechste Woche sehen, ich habe nach der ersten Stunde zunaechst die Schule verlassen, weil mir das Ganze heute einfach zu nahe gegangen ist.
Ich meine, okay, hier herrschen andere Sitten, die Traditionen sind tief verwurzelt, Kinder werden hier in der Schule wie auch zu Hause von ihren Eltern regelmaessig physisch bestraft, ohne dass gleich lauter kleine Psychopathen durch das Land rennen. Und ich bin mir auch darueber im Klaren, dass es vor nur 100 Jahren bei uns nicht anders aussah und versuche, die fremden Verhaeltnisse hier weitestgehend zu akzeptieren, wenn ich auch nicht respektieren kann. Aber das heute ging einfach zu weit!!!
Wer weiss, vielleicht hat mein Gefuehlsausbruch heute ja auch etwas gebracht und sie schlagen die Kinder zumindest in meiner Gegenwart in Zukunft seltener...
Mittwoch, 5. November 2008
Ein typischer Tag in Akroso
Da mich schon einige danach gefragt haben, moechte ich hier mal kurz meinen ueblichen Tagesablauf beschreiben.
Der Tag beginnt in der Regel sehr frueh, meist wache ich kurz nach fuenf, mitunter auch schon eher auf, je nachdem, wie stark die Blase drueckt. ;-) Allerdings geht die Sonne erst gegen halb fuenf auf, bis dahin muss ich mich im Ernstfall ohnehin gedulden, bis ich quer ueber den Hof zum Toilettenhaeuschen huepfen kann. Dann gibt es erst mal eine Eimerdusche, wobei ich dafuer nicht selten anstehen muss. Die Zeit bis zum Fruehstueck gegen um 7 gemeinsam mit Judith und Todd vertreibe ich mir dann, das erste Tageslicht ausnutzend, mit Lesen oder Tagebuchschreiben. Gegen dreiviertel acht mache ich mich mit Judith auf den Weg zur Schule, die zum Glueck gar nicht so weit weg ist, so dass ich dann die Zeit zwischen um 8 bis zum offiziellen Unterrichtsbeginn halb 9 zum Saeubern und Vorschreiben der Schiefertafeln bzw. zur Gestaltung des Tafelbildes nutzen kann. Die erste Stunde geht bis um 10, dann gibt es eine halbe Stunde Pause (die Clara wiederum mit der Bearbeitung der Schiefertafeln verbringt). Die zweite Unterrichtsstunde dauert dann nochmals 90 Minuten bis um 12. Danach koennen Judith und ich immer schon nach Hause gehen, da nach der Mittagspause nur noch eine halbe Stunde "Unterricht" stattfindet, in der dann aber die Kinder wohl sowieso zu nix sinnvollem mehr zu bringen seien... Ich finde eineinhalb Stunden am Stueck bereits eine Zumutung fuer die Kleinen!
Wir zwei sind aber danach auch immer fix und fertig, freuen uns ueber das bereitstehende Mittagessen zu Hause, stellen den Ventilator auf die Veranda und brauchen in der Regel erst mal eine dreiviertel Stunde, um ueberhaupt wieder in die Gaenge zu kommen.
Die Nachmittag sind dann immer schnell ausgefuellt: Hin und wieder fahre ich, so wie jetzt gerade, in die naechste Stadt Swedru ins Internetcafe, was etwa 40 minuten mit dem Trotro dauert. Dann steht zweimal die Woche Waeschewaschen auf dem Programm (ich habe einfach zu wenig Sachen mit und muss mir endlich mal was naehen lassen!!), ansonsten ist Dienstags und Freitags Markt, von dem man eigentlich auch immer ein Kleinigkeit braucht.
Abends nach dem Dinner treffen sich alle Freiwilligen bei einer der Gastfamilien und wir schmieden Plaene fuers Wochenende oder traeumen gemeinsam von Dingen, die wir jetzt gern essen wuerden (Kaese, Pizza, Schwarzbrot, Salat...). Gegen 20:00 uhr gehen wir eigentlich alle schon Richtung Bett, dann vielleicht noch ein wenig im Schein der Stirnlampe lesen und spaetestens zwischen um neun und halb zehn fallen mir dann auch schon die Aeuglein zu. Hier findet alles eben ein paar Stunden frueher statt! :-)
Der Tag beginnt in der Regel sehr frueh, meist wache ich kurz nach fuenf, mitunter auch schon eher auf, je nachdem, wie stark die Blase drueckt. ;-) Allerdings geht die Sonne erst gegen halb fuenf auf, bis dahin muss ich mich im Ernstfall ohnehin gedulden, bis ich quer ueber den Hof zum Toilettenhaeuschen huepfen kann. Dann gibt es erst mal eine Eimerdusche, wobei ich dafuer nicht selten anstehen muss. Die Zeit bis zum Fruehstueck gegen um 7 gemeinsam mit Judith und Todd vertreibe ich mir dann, das erste Tageslicht ausnutzend, mit Lesen oder Tagebuchschreiben. Gegen dreiviertel acht mache ich mich mit Judith auf den Weg zur Schule, die zum Glueck gar nicht so weit weg ist, so dass ich dann die Zeit zwischen um 8 bis zum offiziellen Unterrichtsbeginn halb 9 zum Saeubern und Vorschreiben der Schiefertafeln bzw. zur Gestaltung des Tafelbildes nutzen kann. Die erste Stunde geht bis um 10, dann gibt es eine halbe Stunde Pause (die Clara wiederum mit der Bearbeitung der Schiefertafeln verbringt). Die zweite Unterrichtsstunde dauert dann nochmals 90 Minuten bis um 12. Danach koennen Judith und ich immer schon nach Hause gehen, da nach der Mittagspause nur noch eine halbe Stunde "Unterricht" stattfindet, in der dann aber die Kinder wohl sowieso zu nix sinnvollem mehr zu bringen seien... Ich finde eineinhalb Stunden am Stueck bereits eine Zumutung fuer die Kleinen!
Wir zwei sind aber danach auch immer fix und fertig, freuen uns ueber das bereitstehende Mittagessen zu Hause, stellen den Ventilator auf die Veranda und brauchen in der Regel erst mal eine dreiviertel Stunde, um ueberhaupt wieder in die Gaenge zu kommen.
Die Nachmittag sind dann immer schnell ausgefuellt: Hin und wieder fahre ich, so wie jetzt gerade, in die naechste Stadt Swedru ins Internetcafe, was etwa 40 minuten mit dem Trotro dauert. Dann steht zweimal die Woche Waeschewaschen auf dem Programm (ich habe einfach zu wenig Sachen mit und muss mir endlich mal was naehen lassen!!), ansonsten ist Dienstags und Freitags Markt, von dem man eigentlich auch immer ein Kleinigkeit braucht.
Abends nach dem Dinner treffen sich alle Freiwilligen bei einer der Gastfamilien und wir schmieden Plaene fuers Wochenende oder traeumen gemeinsam von Dingen, die wir jetzt gern essen wuerden (Kaese, Pizza, Schwarzbrot, Salat...). Gegen 20:00 uhr gehen wir eigentlich alle schon Richtung Bett, dann vielleicht noch ein wenig im Schein der Stirnlampe lesen und spaetestens zwischen um neun und halb zehn fallen mir dann auch schon die Aeuglein zu. Hier findet alles eben ein paar Stunden frueher statt! :-)
Barack, Barack.... Barack Obama!!
...so geht der Refrain eines ghana-typisch anmutenden Songs, der hier seit Wochen im Radio dudelt. Jetzt sind alle hier hellauf begeistert, dass ein Farbiger der neue Praesident der Vereinigten Staaten ist. Schon merkwuerdig, waere Obama ein Weisser, wuerde ihn hier vermutlich keiner kennen. Mit dem Namen McCain konnte hier jedenfalls noch keiner, den ich darauf angesprochen habe, etwas anfangen. Mmh, die Hautfarbe ist mitunter eben doch noch das alles Entscheidende!
(Ich freu' mich aber auch... :-) )
(Ich freu' mich aber auch... :-) )
erstes Novemberwochenende
Letztes Wochenende haben sich mal alle acht Freiwilligen in unserem Dorf Akroso zusammengerauft und gemeinsam was unternommen. Auf diese Weise fuellten wir immer beinahe ein ganzes Trotro aus, so dass sich die wenigen Ghanaer in den Minibussen zwischen all den Weissen ganz verloren gefuehlt haben muessen! Die meiste Zeit des Wochenendausflugs stand quasi Shoppen auf dem Plan, da es fuer ist von uns das letzte Wochenende hier ist und noch eine Menge Mitbringsel erworben werden mussten. Todd hat das als einziger Mann zwischen all den Maedels wirklich in bewunderswerter Weise ertragen. Zunaechst waren wir in einer Glasperlenmanufaktur, wo wir eher ungeplant einen kleinen Einblick in die Perlenherstellung erhielten, bevor der halbe Souvenirladen aufgekauft wurde (allerdings nicht massgeblich von mir, trotzdem habe ich an dich gedacht, Kerstin, und ein paar hoffentlich nette Stuecke fuer dich zum Weiterverarbeiten ergattert!). Danach waren wir alle schrecklich hungrig, und da es einigen von uns ploetzlich nach Pizza geluestete, machten wir uns kurzerhand auf in die Hauptstadt, da wir ohnehin in einem Beach Resort am Rande von Accra uebernachten wollten, und assen so richtig unghanaische Pizza. Im Beach Resort "Big Millis Backyard" kamen wir dann so spaet an, dass keine der niedlichen Huetten noch frei war. Letztendlich konnten wir aber noch ein paar Plaetze im sog. "Loft" ergattern, einer Art ueberdachten aber sehr luftigen Terasse, auf deren Boden (gluecklicherweise ziemlich dicke) Schaumstoffmatratzen unter Moskitonetzen aufgebaut wurden. Unseren Kram konnten wir dann in grossen Holzkisten zu Fuessen unserer Betten verstauen. Alles in allem war das wirklich eine witzige Unterkunft, zumal die ganze Anlage sehr liebevoll gestaltet war und irgendwie Gemuetlichkeit verbreitete. Ein bisschen bloed war, dass die Reaggae-Band an diesem Abend direkt vor unserem Loft spielte, und das bis gegen zwei Uhr. Aber die war weniger laut als die Beschallung damals in Cape Coast und zumindest hatten hierbei auch eine ganze Menge Leute wirklich Spass. Nach einer kurzen Nacht und ausfuehrlichen Einkaeufen am naechsten Tag entschieden Judith und ich, uns fuer die naechste Nacht noch eine der wieder freigewordenen "self-contained" Huetten (= mit eigener echter Dusche uuuuuunnnnd WC!!! Purer Luxus!!!!) zu leisten, waehrend alle anderen sich schon wieder auf den Heimweg machten. Die Nacht auf einer bequemen Matratze hat echt gut getan!
Am naechsten Morgen stellten wir dann fest, dass wir ziemlich knapp bei Kasse waren, schafften es mit viel Wagemut und Glueck (davon muss ich eigentlich unbedingt noch mal genauer berichten!) aber noch preisguenstig zurueck nach Swedru, wo dann jedoch leider der ATM streikte. Kein ATM = kein neues Geld! Wir waren wirklich pleite, konnten nur noch das letzte Kleingeld fuer ein Trotro zurueck nach Akroso zusammenkratzen und mussten uns dann schliesslich von Todd Geld leihen, um am naechsten Tag in die andere nahe Stadt Oda zum Geldholen zu fahren. Also ohne Geld ist man auch hier ganz schoen aufgeschmissen!!
Am naechsten Morgen stellten wir dann fest, dass wir ziemlich knapp bei Kasse waren, schafften es mit viel Wagemut und Glueck (davon muss ich eigentlich unbedingt noch mal genauer berichten!) aber noch preisguenstig zurueck nach Swedru, wo dann jedoch leider der ATM streikte. Kein ATM = kein neues Geld! Wir waren wirklich pleite, konnten nur noch das letzte Kleingeld fuer ein Trotro zurueck nach Akroso zusammenkratzen und mussten uns dann schliesslich von Todd Geld leihen, um am naechsten Tag in die andere nahe Stadt Oda zum Geldholen zu fahren. Also ohne Geld ist man auch hier ganz schoen aufgeschmissen!!
24. bis 26.10.: Ausflug nach Cape Coast
Hallo liebe Leser und Mitfiebernde!
Nein, ich bin nicht an Malaria erkrankt und musste das Bett hueten, ich hatte einfach innerhalb der letzten Woche keine rechte Gelegenheit, das Internet zu nutzen und habe nun daher wahrlich eine Menge zu berichten!
Beginnen moechte ich mit dem vorletzten Wochenende, welches ich mir Judith und vier weiteren Freiwilligen aus der naechstgroesseren Stadt im geschichtstraechtigen Cape Coast verbrachte. Diese fuer ghanaische Verhaeltnisse recht touristisch anmutende Kuestenstadt erlangte teils eher traurige Beruehmtheit als eine der Hochburgen des Sklavenhandels. Entsprechende Verliesse, in denen die Sklaven oft monatelang zu hunderten zusammengefercht auf die Schiffe warteten, welche sie in die neue Welt bringen sollten, lassen sich mit einem sehr mulmigen Gefuehl in der Magengegend im Cape Coast Castle bestaunen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Cape Coast sogar die Hauptstadt der Kolonie Goldkueste, wobei sich zuvor so ziemlich alle bedeutenden Kolonialmaechte irgendwann mal dort eingenistet und dann gegenseitig wieder vertrieben haben, bis schliesslich die Briten die Oberhand gewannen. Das Castle haben wir aber letztendlich erst an Tag 3 unseres Aufenthalts dort besucht. Wir hatten uns bereits am Freitagmorgen auf den Weg dorthin begeben, mittags erst mal unser Hostel gesucht, schliesslich auch gefunden und bezogen und dann den Buecherladen der Stadt gepluendert (na ja, nicht ganz, aber das war nach vergeblicher Suche in der Hauptstadt Accra (!) der erste wirkliche Buecherladen, den ich in diesem Land aufstoebern konnte, und auch wenn die Auswahl sehr bescheiden war, konnte ich etwas Lesenachschub ergattern).
Die erste Nacht in Cape Coast war dann eine der laengsten meines Lebens und eigentlich meine erste richtig miese Erfahrung in diesem Land! Direkt vor unserem Hostel fanden naehmlich die Feierlichkeiten einer ghanaischen Beerdigung statt. Beerdigungen sind hier immer regelrechte Partys, beginnen eigentlich immer Freitags und dauern dann bis Sonntagnacht. Dafuer wurden in dem hier beschriebenen Fall riesige Lautsprecherboxen aufgestellt, welche, vollkommen uebersteuert und in ohrenbetaeubender Lautstaerke die ganze Nacht (WIRKLICH die GANZE Nacht!!) das halbe Stadtviertel beschallten. Das ganze war so laut, dass es mit Stoepseln in den Ohren gerade nicht mehr wehtat (mal abgesehen davon, dass das ganze Gebaeude im Rhythmus des Bass mitschwang), ein Konzert der Red Hot Chili Peppers in der ersten Reihe stelle ich mir weniger laut vor!! Das wirklich aergerliche daran war, dass ab 22:00 Uhr wie sonst ueberall auch voellig tote Hose war, d.h. saemtliche Gaeste verliessen die Festzelte, allein zwei Maenner blieben, um den Computer staendig mit neuer Musik zu fuettern. Alle umlebenden Ghanaer haben vermutlich mehr oder weniger friedlich geschlafen (die muessen eh alle schon taub sein!!), einzig all die Touristen und Volunteers in den beiden danebenstehenden Hostels haben in dieser Nacht kein Auge zugetan. Dreimal habe ich mich in dieser Nacht mit den Managern unseres Hostels unterhalten, die wirklich total nett waren, unseren Unmut vollkommen nachvollziehen, leider aber nichts ausrichten konnten. Das sei nun mal Tradition so, damit alle die ganze Nacht ueber an den Verstorbenen denken. Na klar, als ob die Ghanaer schon vor hunderten von jahren Hifi-Anlagen zur Beschallung ihrer Beerdigungen benutzt haetten... Na ja, bloss gut, dass ich diesen Bericht nicht unmittelbar am naechsten Tag verfasst habe, da waere er sicher sehr viel boesartiger ausgefallen. Inzwischen kann ich schon darueber lachen und weiss nun, dass ich in Zukunft um ghanaische Beerdigungen wenn moeglich immer einen grossen Bogen machen werde!
Trotz durchwachter Nacht hielten wir an unserem Plan fest und begaben uns am darauffolgenden Samstag schon recht zeitig auf zum Kakum Nationalpark noerdlich von Cape Coast, wo man dank Haengebruecken in bis zu 40 Metern Hoehe einen Baumkronenpfad entlang gehen und den Regenwald teilweise von oben bewundern kann. Sehr beeindruckend, aber sicher nichts fuer Menschen mit Hoehenangst. :-) Und es waere auch interessant zu erfahren, wieviele Kameras und Fernglaeser inzwischen irgendwo auf dem Waldboden schlummern, denn da sollte man wirklich nix fallen lassen! Der Regenwald gehoert fuer mich zu den wunderbarsten Dingen, die ich hier hautnah erleben kann, wo ich doch Baeume und Natur und alles Gruene so liebe! Da wir wirklich puenktlich zur Oeffnung des Parks am Morgen dort waren, hatten wir zunaechst den Wald fast fuer uns, erst auf dem Rueckweg stroemten uns dann die Touristenmassen entgegen.
Nach diesem Ausflug, auf dem wir mal wieder erschreckend viele Deutsche getroffen haben, waren wir an diesem Tag eigentlich zu nichts mehr zu gebrauchen. Am Abend gab's gluecklicherweise dann keine Beerdigungspartymusik und wir haben erst mal richtig viel geschlafen. Am naechsten Tag stand dann die Besichtigung des Castles auf dem Programm, umrahmt von von aus Kaesesandwiches bestehenden Mahlzeiten (Kaese!!! Der fehlt mir hier so, und wenn ich dann mal in irgendeinem Restaurant etwas mit Kaese bestelle, ist es immer nur Schmelzkaese aus Oesterreich, aber immerhin!!!).
Montag, 27. Oktober 2008
ein paar Bilder...
Mein Gastbruder Kofi - wie immer am Rumalbern!!
Judith, Todd und ich helfen Sakwaa beim Brotbacken (jaaa, ich eigentlich auch, nur irgendwer muss ja schliesslich die Kamera bedienen!)
Meine Mitbewohnerin Judith mit Winniefred und unserem Gastbruder Kofi
Klein Jeffrey!
Hallo,
da bin ich schon wieder und wollte eigentlich mal ein paar neue Fotos hochladen. Doch obgleich der Computer hier zumindest schon mal meine Kamera erkannt hat, dauert es mit dem Hochladen schon bei kleinster Aufloesung endlos lang. Aber immerhin, so eben hat es das erste Bild fuer heute in meinen Blog geschafft!
Im Uebrigen kann ich mich Friedis Kommentar zu meinem vorletzten Post nur anschliessen: Ist ja nix los hier!! Wo bleiben eure Kommentare? Man moechte meinen, kein Mensch liest das alles und ich investiere ganz umsonst soviel Zeit und Nerven in diese Berichte!! Also, lasst mal von euch hoeren!!!
Ausserdem moechte ich alle noch mal ermutigen, mir einfach eine kurze Nachricht mit eurer Postadresse zu schicken, wenn ihr euch ueber Post aus Ghana freuen wuerdet. Habe leider im allgemeinen Packstress vor Abfahrt nur noch vereinzelte Adressen zusammenraffen koennen. Allerdings habe ich erst heute einen Stapel Postkarten geschrieben, die ich morgen mal zum post office in Akroso bringen werde - mal schauen, wie lang das dann braucht...
Darueber hinaus freue ich selbst natuerlich auch ueber alle Massen ueber Post jeglicher Art (und wenn dann noch ein paar interessante Zeitungsartikel, irgendwelche Geigennoten oder auch Fotos von wem auch immer mit im Umschlag stecken, freue ich mich ganz besonders ;-) ). Da ich die Adresse, unter der ihr mich erreichen koennt, lieber nicht oeffentlich ins Netz stellen moechte: schreibt mir eine kurze Nachricht, wenn ihr die Adresse haben wollt oder fragt je nach Verfuegbarkeit bei meinen Eltern, Mitbewohnern und engen Freunden nach, denen ich sie bereits geschickt habe...
Danke!!!
Samstag, 25. Oktober 2008
Clara isst Ananas!!!
Jaja, all diejenigen, die mich schon lange und gut kennen, werden in Anbetracht dieses Post-Titels wahrscheinlich verwundert den Kopf schuetteln oder lauthals loslachen. Aber ich habe mein an frueherer Stelle bereits erwaehntes Vorhaben tatsaechlich in die Tat umgesetzt und noch in der Einfuehrungswoche diese bislang immer so verhasste Frucht nach vielen Jahren einfach mal frisch probiert. Nachdem ich diese wohl eher psychologische denn degustative Schranke endlich durchbrochen habe, steht frische Ananas jetzt quasi taeglich auf meinem Speiseplan! Wer haette das gedacht?
Ansonsten habe ich hier in kulinarischer Hinsicht richtig Glueck, weil unsere liebe Gastmutter Emma nicht nur prinzipiell sehr lecker und europaeer-freundlich kocht, sondern darueber hinaus auch noch Baeckerin ist und fuer das Compound und auch viele im Dorf mehrmals in der Woche frisches Brot backt. Dabei handelt es sich gluecklicherweise nicht um das hierzulande uebliche pappige Kasten-Weissbrot sondern um knusprig-krustiges, ganz ausgezeichnet schmeckendes Baguette-aehnliches Brot, wobei ich meine, die geheime Zutat, die es besonders lecker macht, vorgestern beimMithelfen beim Backen entdeckt zu haben: reichlich Muskat!
Ansonsten habe ich hier in kulinarischer Hinsicht richtig Glueck, weil unsere liebe Gastmutter Emma nicht nur prinzipiell sehr lecker und europaeer-freundlich kocht, sondern darueber hinaus auch noch Baeckerin ist und fuer das Compound und auch viele im Dorf mehrmals in der Woche frisches Brot backt. Dabei handelt es sich gluecklicherweise nicht um das hierzulande uebliche pappige Kasten-Weissbrot sondern um knusprig-krustiges, ganz ausgezeichnet schmeckendes Baguette-aehnliches Brot, wobei ich meine, die geheime Zutat, die es besonders lecker macht, vorgestern beimMithelfen beim Backen entdeckt zu haben: reichlich Muskat!
Freitag, 24. Oktober 2008
Meine Arbeit in der Pre-School
Hallo!!
Obwohl das Internet-Cafe hier in Cape Coast eher den Anschein eines Computermuseums erweckt und man von USB-Schnittstellen zum Hochladen von Bildern nur traeumen kann, ist die Verbindung erfreulich schnell und das zum bisher guenstigsten Preis, den ich hier erlebt habe.
Aber von Cape Coast werde ich ein andermal berichten und hole lieber endlich die laengst faelligen Ausfuehrungen zu meiner Projektarbeit nach.
Wie in einem der frueheren Posts schon kurz erwaehnt, ist die Arbeit in der Preschool ganz schoen heftig! Ich hatte ja eigentlich eher so eine Kindergarten-Atmosphaere erwartet (zumal die Projektbeschreibung urspruenglich Singen und Spielen mit den Kindern als Hauptaufgaben angab), und eigentlich traegt meine Klasse auch die Bezeichnung "Kindergarden (KG) I", aber tatsaechlich handelt es sich in erster Linie um Unterricht, ein bisschen wie bei uns in der Grundschule, nur auf einem ganz anderen Level. Die Kinder laufen alle zunaechst die KG I und KG II, bevor sie dann in die Primary School (Grundschule) kommen. In meine Klasse gehen offiziell 90 (!!!) Schueler im Alter von 3 bis schaetzungsweise 7 Jahren, aber zum Glueck sind nie alle da, so dass ich in der Regel "nur" zwischen 70 und 80 Kinder vor mir sitzen habe (wobei allerdings jenseits einer Zahl von 40 Kindern Mengenunterschiede nur noch in 20er-Schritten signifikant zu sein scheinen...). Nun koennen die Kids abgesehen von Floskeln wie "Good Morning" und "How are you" ueberhaupt kein Englisch, weswegen ich ganz und gar auf die anwesenden Lehrerinnen zwecks Uebersetzung in Twi anwiesen bin. Und ja, eigentlich hat meine Klasse sogar zwei Lehrerinnen, Iva und Evelyn, wobei bislang erst an einem Tag beide anwesend waren. Frage ich nach der jeweils abwesenden Lehrerin, heisst die Antwort meist kurz "she is traveling". Inzwischen frage ich aber gar nicht mehr. Nun stellt sich freilich die durchaus berechtigte Frage, wozu ich ueberhaupt mit unterrichte, wenn die Klasse offenbar schon mit Lehrern versorgt ist, zumal ich von der Anwesenheit wenigstens einer Lehrerin abhaengig bin weil ansonsten die Klasse voellig verrueckt spielt. (Solange ich mich weigere, die Kinder mit dem Rohrstock zu schlagen, wird sich das vermutlich auch nicht aendern...) Nun habe ich traurigerweise das "Glueck", dass sowohl Iva als auch Evelyn einfach ziemlich schlechte Lehrer sind, so dass ich tatsaechlich ein kleine Bereicherung fuer den Unterricht darstelle. Und ich weiss selbst, dass ich ganz gewiss keinen besonders guten Unterricht mache!! Aber das "Lehr"konzept der Lehrerinnen scheint nur darauf zu beruhen, dass sie die Kinder alles einfach wiederholen lassen. Wenn ich ihnen also das ABC auf Englisch vorbete, plappern sie alles fleissig nach, inklusive der Tonhoehe und Betonung (und wenn ich mal kurz etwas ratlos "hmm" mache, wird auch das wiederholt!!!!). Ebenso verhaelt es sich mit den englischen Reimen und Liedern, die die Lehrer den Kindern bereits beigebracht haben: die Kids wiederholen alles artig, habe aber in der Regel keine Ahnung, wovon gerade die Rede ist, sondern reihen einfach die Silben aneinander. Hinzu kommt, dass das Englisch von Iva und Evelyn wirklich schlecht ist. Mal abgesehen von der teils richtig falschen Aussprache kann ich mit keiner von beiden auch nur ein normales Gespraech fuehren, weil ihnen einfach das Vokabular fehlt. Insofern bringt meine Anwesenheit in der Klasse wirklich was: von mir bekommen sie ein (wenn ich das bei aller Bescheidenheit mal sagen darf, schliesslich haben mir das die Muttersprachler hier bestaetigt) recht ordentliches Englisch zu hoeren und ich bemuehe mich gerade darum, einige Aussprachefehler wieder gerade zuruecken. Ansonsten schmeisse ich inzwischen weitestgehend den Unterricht allein, wobei wir taeglich muendlich das ABC durchgehen und schriftlich gerade beim Buchstaben g angelangt sind. Zahlenmaessig plappern die Kinder die Zahlen 1 bis 10 nach. Ich habe nun aber auch das selbsternannte "Tassen-Konzept" eingefuehrt, das heisst ich bemuehe mich gerade darum, die Bedeutung der Zahlen mit dem Anknuepfen an konkrete Objekte zu verdeutlichen ("Bring me two cups", who can show me six cups on the board" usw.) und bin gerade bei Ziffer 7 angelangt. Ausserdem verbringe ich taeglich insgesamt etwa eine Stunde damit, die ca. 60 Schiefertafeln fuer die Kinder vorzubereiten, indem ich Linien vorzeichne und den jeweils aktellen Buchstaben vorschreibe. Danach bin ich immer von oben bis unten mir Kreide bedeckt!! Von diesen voellig elementaren Methoden sind meine Mitlehrer bereits vollauf begeistert. Laesst das nicht tief blicken??!!
Mittwoch, 22. Oktober 2008
Bin heute mehr oder weniger spontan nach Accra gefahren (spaeter mehr dazu) und wollte hier im Internetcafe eigentlich einen ausfuerlichen Post zu meiner Projektarbeit in der Pre-School schreiben. Statt dessen habe ich das unvergleichbar schnelle Internet erst mal zum hochladen einiger erster Bilder genutzt (siehe aeltere Posts).
Hoffe, dass ich am Wochenende wieder etwas mehr Zeit zum schreiben haben werde!
Liebe Gruesse und grossen Dank an alle, die mich mit Nachrichten jeglicher Art begluecken!!
Hoffe, dass ich am Wochenende wieder etwas mehr Zeit zum schreiben haben werde!
Liebe Gruesse und grossen Dank an alle, die mich mit Nachrichten jeglicher Art begluecken!!
Montag, 20. Oktober 2008
Zweites Wochenende: Strandidylle (und Debussy)
An unserem zweiten Wochenende hier in Ghana haben Judith und ich uns mit vier weiteren Freiwilligen aus der Einfuehrungswoche in ein Beach Resort in Anumabo, einem kleinen Strandort oestlich der Stadt Cape Coast begeben. Die Anlage selbst war traumhaft: ein Bilderbuchstrand, huebsche kleine Huetten und Sonnenschirme im Schatten hunderter Kokusnusspalmen! Hier stand wirklich Erholung auf dem Programm. Uebernachtet haben wir in der budget-freundlichsten Variante: in Zelten direkt am Strand.
Das beste daran: die dicken, echten Matratzen, auf denen wir unseren Ruecken mal was richtig gutes tun und bequem schlafen konnten. Die Ausstattung bei unseren Gastfamilien ist naehmlich durchweg durch eher duenne Schaumstoffauflagen auf ziemlich buckeligen "Lattenrosten" gekennzeichnet... Da boten die Zeltunterkuenfte wahren Luxus!!
Ansonsten war es seltsam in der Strandanlage: zum ersten Mal seit zwei Wochen fand ich mich wieder umgeben von Europaeern und fuer einen Moment vergass ich fast, dass ich eigentlich in Ghana bin.
Eigentlich bin ich ja ueberhaupt nicht der Typ fuer lange Tage am Strand, aber so im Schatten der Palmen dem Spiel der Wellen zuzusehen und zu lauschen und dabei mein Lieblingsbuch zu lesen tat einfach mal gut! Nachts erschien der Dialog von Wellen und Wind fast schon laermend: derselbe Lautstaerkepaegel in Form von Autobahngeraeusch wuerde ohne Zweifel als Laermbelaestigung interpretiert, aber so war es doch irgendwie beruhigend. Als ich dann auch noch am naechsten Tag vom Morgengrauen bis zum Mittag aufs Meer schaute, liess es sich einfach nicht mehr vermeiden, dass wieder die Melodien aus Debussys La mer zu mir zurueckfanden, die mir (nach der Probenwoche mit der Jungen Sinfonie Berlin) bereits die zwei Wochen vor meiner Abreise nach Ghana keine Ruhe mehr liessen, sich aber in Anbetracht der neuen Eindruecke bei meiner Ankunft in Accra zunaechst verfluechtigt hatten. Jetzt schwelge ich wieder in Orchestererinnerungen und vermisse ein wenig das gemeinsame Musizieren in der Heimat. Immerhin habe ich ja eine Geige dabei, allerdings ist es gar nicht so einfach, hier darauf zu spielen: einerseits ist das bei knapp 30 Grad eine mehr als schweisstreibende Angelegenheit, zugleich muss ich darauf achten, vor allem dann zu spielen, wenn die meisten Kinder im Compound noch in der Schule sind. Andernfalls will staendig ein anderes Kind darauf spielen. Sie alle kennen bereits die erste Regel, die ich ihnen eingeschaerft habe, bevor sie die Geige in die Haende nehmen duerfen: Haende gruendlich waschen und abtrocknen!! Einigen habe ich bereits die Grundhaltung erklaert, wobei mir bei meinen Ausfuehrungen zugutekommt, dass ich im Sommer beim Lausitzer Opernsommer von den Amis aus Illinois einige der englischen Bezeichnungen gelernt habe, so dass ich meine Geige auch ordentlich auf Englisch beschreiben kann! :-)


Das beste daran: die dicken, echten Matratzen, auf denen wir unseren Ruecken mal was richtig gutes tun und bequem schlafen konnten. Die Ausstattung bei unseren Gastfamilien ist naehmlich durchweg durch eher duenne Schaumstoffauflagen auf ziemlich buckeligen "Lattenrosten" gekennzeichnet... Da boten die Zeltunterkuenfte wahren Luxus!!
Ansonsten war es seltsam in der Strandanlage: zum ersten Mal seit zwei Wochen fand ich mich wieder umgeben von Europaeern und fuer einen Moment vergass ich fast, dass ich eigentlich in Ghana bin.
Eigentlich bin ich ja ueberhaupt nicht der Typ fuer lange Tage am Strand, aber so im Schatten der Palmen dem Spiel der Wellen zuzusehen und zu lauschen und dabei mein Lieblingsbuch zu lesen tat einfach mal gut! Nachts erschien der Dialog von Wellen und Wind fast schon laermend: derselbe Lautstaerkepaegel in Form von Autobahngeraeusch wuerde ohne Zweifel als Laermbelaestigung interpretiert, aber so war es doch irgendwie beruhigend. Als ich dann auch noch am naechsten Tag vom Morgengrauen bis zum Mittag aufs Meer schaute, liess es sich einfach nicht mehr vermeiden, dass wieder die Melodien aus Debussys La mer zu mir zurueckfanden, die mir (nach der Probenwoche mit der Jungen Sinfonie Berlin) bereits die zwei Wochen vor meiner Abreise nach Ghana keine Ruhe mehr liessen, sich aber in Anbetracht der neuen Eindruecke bei meiner Ankunft in Accra zunaechst verfluechtigt hatten. Jetzt schwelge ich wieder in Orchestererinnerungen und vermisse ein wenig das gemeinsame Musizieren in der Heimat. Immerhin habe ich ja eine Geige dabei, allerdings ist es gar nicht so einfach, hier darauf zu spielen: einerseits ist das bei knapp 30 Grad eine mehr als schweisstreibende Angelegenheit, zugleich muss ich darauf achten, vor allem dann zu spielen, wenn die meisten Kinder im Compound noch in der Schule sind. Andernfalls will staendig ein anderes Kind darauf spielen. Sie alle kennen bereits die erste Regel, die ich ihnen eingeschaerft habe, bevor sie die Geige in die Haende nehmen duerfen: Haende gruendlich waschen und abtrocknen!! Einigen habe ich bereits die Grundhaltung erklaert, wobei mir bei meinen Ausfuehrungen zugutekommt, dass ich im Sommer beim Lausitzer Opernsommer von den Amis aus Illinois einige der englischen Bezeichnungen gelernt habe, so dass ich meine Geige auch ordentlich auf Englisch beschreiben kann! :-)
Das erste Wochenende in Akroso: Kakao und Kirche
Blick von der Terasse vor unserem Zimmer
Cute little Winnie!!
Todd mit Winniefred
In der Salvation Army Church
schleimig umhuellte Kakaobohnen :-)
Mit einem reichlichen Zeitbudget im angeblich schnellsten Internetcafe der Umgebung kann ich heute endlich etwas mehr von meinen ersten zwei Wochen in diesem erstaunlichen Land berichten!
Unser erstes Wochenende hatten wir in Akroso bei unserer Gastfamilie verbracht. Da zeichnete sich schon ab, was uns die anderen, hier seit laengerem wohnenden Volunteers bereits angekuendigt hatten: hier ist wirklich nicht viel los und man tut gut daran, die Wochenenden grundsaetzlich fuer mehr oder weniger ausgedehnte Reisen zur Erkundung des Landes zu nutzen.
Das waere aber gleich am ersten Wochenende sicher nicht sonderlich nett unseren Gastgebern gegenueber gewesen und wir mussten uns ohnehin erst mal ein wenig einleben.
Am Samstag macht sich immer das gesamte Compound mit Kind und Kegel auf den Weg zu einer Kakaobohnenfarm und Judith und ich beschlossen kurzerhand einfach mitzukommen. Der Weg dorthin war schon mal schweisstreibend: ueber eine Stunde teils in der prallen Sonne! Aber die Landschaft hier ist wirklich atemberaubend!! Ich glaube, ich habe ganz viel Glueck, dass ich mit meinem Beduerfnis nach gruener Natur hier quasi im Urwald gelandet bin: Das ganze Dorf ist umgeben vom ueppigem Gruen verschiedenster Palmen- und Baumarten, dazwischen fliegen wunderschoene Schmetterlinge umher und verschiedenste Vogelarten. So stapften wir also, zunaechst ein paar alten Bahngleisen folgend, dann mehr oder weniger querfeldein durch den Wald Richtung Farm. Die Farm selbst war dann im Grunde auch nichts anderes als weiter Wald, nur dass eben vornehmlich Kakao-Baeume um uns standen. Die Kakaobohnen stecken in grossen gelben Fruechten und sind von einem glitschig-weissen, suessen Fruchtfleisch umgeben, das mich ein wenig an Litschis erinnerte. Nachdem die Fruechte vom Baum geschlagen und gesammelt wurden, schlugen die Maenner sie mit Macheten auf und wir begannen, die Kerne (bzw. Bohnen) herauszupulen, wobei man dabei nach Herzenslust das oben beschriebene Fruchtfleisch lutschen konnte. Fuer den Rueckweg wurde ein Taxi bestellt, da durchaus einige Kilo an Ernte zusammengekommen waren und auch noch Feuerholz gesammelt wurde. Das Taxi war ein uralter Opel Astra mit den gleichen Bezuegen, wie ich sie aus unserer alten Familienkutsche kannte. Da es gerade zu regnen begann, betand die stets um unser Wohlergehen bemuehte Gemeinschaft darauf, dass Judith und ich als erste mit im Taxi fuhren. Von unserer gut zwei Dutzend Menschen umfassenden Gruppe zwaengte sich denn auch fast die Haelfte (!) in die erste Taxifuhre: ein Fahrer, vier Personen auf dem Vorder- und sieben auf dem Ruecksitz!!! (Na gut, vier davon waren Kinder, aber trotzdem!!) Der Kofferraum war dagegen bis ueber den Rand mit schleimig-tropfenden Saecken mit Kakaobohnen, Bananenstauden, Feuerholz und Macheten gefuellt, wobei wir dreimal auf dem Weg zurueck ins Compound einiges an Fracht verloren. :-) Das war eine wirklich abenteuerliche Fahrt, aber fuer ghanaische verhaeltnisse offenkundig voellig normal...
Am Sonntag haben wir unsere Gastmutter Emma in die Kirche begleitet, weil mir jeder im Vorfeld nahegelegt hatte, das unbedingt mal mitzuerleben. Nun ja, ich habe mir sagen lassen, dass die Gottesdienste in verschiedenen Kirchen recht unterschiedlich ablaufen koennen. Nach unserem Besuch in der in Akroso ansaessigen Salvation Army Church hoffe ich instaendig, dass dem so ist!! Insgesamt machte alles einen sehr ausgelassenen Eindruck: eine kleine Blechblaskapelle aus Trompeten und Posaunen machte mit Unterstuetzung eines kompletten Schlagzeugs, grosser Trommel und Keyboards schon mal ordentlich Laerm und Stimmung. Von den Predigten (bzw. den Ansprachen, die ich dafuer hielt und die von mindestens drei Personen alternierend gehalten wurden) verstand ich zunaechst nichts, war eben alles in Twi. Aber Emma bemuehte sich von Zeit zu Zeit, uns einiges zu uebersetzen. Dazu sollte ich zunaechst erwaehnen, dass da neben der Blaskapelle noch ein riesiger Schreibtisch stand, hinter dem ein Mann sass und die ganze Zeit nichts weiter machte als... Geld zu zaehlen und Rechnungen und Quittungen zu erstellen!!! Das war es dann auch, worum sich der Gottesdienst in erster Linie drehte: ums Geld!! Etwa aller zehn Minuten wurde ein bestimmtes Lied angestimmt, waehrend dem sich jeweils einzelne Personen der Gemeinde erhoben und singend und tanzend Runden durch die Kirche tanzten um jedes mal, wenn sie an einer Art Spendenbox vorbeikamen, Geld einzuwerfen. Judith und ich mussten zum Glueck nur vereinzelt der Hoefligkeit wegen mitmachen, aber auch sonst wuerde ich hier nicht zu oft in die Kirche gehen - das waere mir schlichtweg zu teuer!! Bei einigen der temperamentvollen (und endlosen!!) Predigten fasste Emma den Inhalt kurz fuer uns zusammen: If you do not pay, God will not forgive you... HALLOOOO???? Na ja, der Herr hinterm Schreibtisch erhob sich dann regelmaessig, um die erstellten Quittungen und Rechnungen an die einzelnen Gemeindemitglieder zu verteilen. Nach zweieinhalb Stunden meinte Emma, wir koennten uns ruhig wieder auf den Weg nach Hause machen um Mittag zu essen. Der "Gottestdienst" war zwar noch im vollen Gange, aber ich hatte dann nicht wirklich das Gefuehl, etwas zu verpassen ;-)
Donnerstag, 16. Oktober 2008
Unser Compound
Hurra, heute sitze ich mal an einem erfreulich schnellen Computer und kann mich endlich mal etwas intensiver dem tagebuchschreiben widmen!
Seit fast einer Woche wohne ich nun schon in Akroso und habe mich recht gut eingelebt. Zu Beginn kam ich mir noch etwas verloren vor. Ich lebe hier gemeinsam mit Judith, einer weiteren Deutschen in einem grossen sog. Compound, einer Wohngemeinschaft von etwa 25 Einheimischen, wobei aber mindestens noch mal so viele Menschen hier taeglich ein und auszugehen scheinen! Das war zu Beginn sehr verwirrend, zumal sich zunaechst keiner so recht um uns Neuankoemmlinge gekuemmert hat und wir uns erst mal hartnaeckig durchfragen mussten, was nun eigentlich wo zu finden und wer ueberhaupt wer und mit wem verwandt ist. Unsere Gastmutter Emma hat hier immer alle Haende voll zu tun, wenn sie fuer eine Vielzahl der hier wohnenden kocht und wascht und baeckt. Aber wenn man mal eine ruhige Minute mit ihr findet, ist sie wirklich sehr nett und aufmerksam. Sofort in Herz geschlossen habe ich all die Kinder in unserem Compound. Es vergeht kaum eine Stunde zu Hause, ohne dass sich eine kleine Hand in die meine schiebt oder irgendjemand auf meinem Schoss sitzt und wir haben sehr viel Spass miteinander. Ich weiss schon jetzt, dass ich das nach meiner Rueckkehr in die Heimat vermutlich am meisten vermissen werde: staendig ein paar suesse Kinder um mich zu haben, die mir ganz ungeniert ihre ganze Zuneigung entgegenbringen. Das ist soooo ein wunderbares Gefuehl!!
Emma hat einen Sohn, Kofi (12) und zwei Toechter: Sakwa (15) und noch eine aeltere, die ich aber bislang nicht getroffen habe, weil sie irgendwo ausserhalb eine boarding school besucht. Ausserdem sind da noch Mary (10) und Ruth (9), deren Nichte Winniefred (3) und Neffe Jeff (3 Monate), Noah (14) und zwei weitere Kofis, die aber alle nicht in verwandtschaftlichem Verhaeltnis zu Emma stehen sondern irgendwie zu einer weiteren Familie im Compound zu gehoeren scheinen.
Die Familien leben in vier verschiedenen Haeusern bzw. Huetten um einen Hof herum, der von Dutzenden Waescheleinen durchkreuzt ist und auf dem staendig was los ist. Wir Volunteers haben unser eigenes Plumpsklo, dass nur von uns genutzt wird und ziemlich sauber ist. Allerdings hatte meine erste Begegnung mit einer der daumengrossen Kakerlaken dort zu einer ueberraschend lang anhaltenden Unterbindung meines Harndrangs am ersten Abend gefuehrt. ;-) Inzwischen erfolgt nach dem Dunkelwerden immer erst mal das Ritual des ausfuehrlichen mit der Stirnlampe Ausleuchtens des Klohaeuschens, um all das lichtscheue Riesenviehzeug zu vertreiben, bevor ich mich schliesslich mit einem etwas mulmigen Gefuehl hinsetze... :-)
Die Freiluft"dusche" (Dusche ist hier immer "bucket shower", d.h. man holt sich in einem grossen Eimer Wasser vom Brunnen, aus dem man dann mit einem kleineren Eimer was schoepft und sich froehlich damit bespritzt) ist ein etwa einen knappen Quadratmeter grosser Verschlag mit Fliessen am Boden und wird von allem im Compound genutzt, weswegen zu den Stosszeiten morgens und abends vor der Daemmerung teils grosser Andrang herrscht...
In unserem Dorf wohnen zur Zeit noch 5 (!) weitere Freiwillige aus Deutschland (natuerlich alles Maedels), was ich eigentlich eher bloed finde, schliesslich bin ich nicht nach Ghana gereist, um hier staendig Leute aus der Heimat zu treffen. Aber zum Glueck lebt bei uns im Compound mit Todd aus Boston auch noch ein Nichtdeutscher und damit auch jemand, mit dem man ordentlich Englisch reden kann (da das der Ghanaer doch sehr eigen ist!).
Habe gerade vergeblich versucht, ein paar Bilder hochzuladen. Da aber meine Internetyeit gleich wieder abgelaufen ist, werde ich das wohl auf's naechste mal verschieben muessen...
Seit fast einer Woche wohne ich nun schon in Akroso und habe mich recht gut eingelebt. Zu Beginn kam ich mir noch etwas verloren vor. Ich lebe hier gemeinsam mit Judith, einer weiteren Deutschen in einem grossen sog. Compound, einer Wohngemeinschaft von etwa 25 Einheimischen, wobei aber mindestens noch mal so viele Menschen hier taeglich ein und auszugehen scheinen! Das war zu Beginn sehr verwirrend, zumal sich zunaechst keiner so recht um uns Neuankoemmlinge gekuemmert hat und wir uns erst mal hartnaeckig durchfragen mussten, was nun eigentlich wo zu finden und wer ueberhaupt wer und mit wem verwandt ist. Unsere Gastmutter Emma hat hier immer alle Haende voll zu tun, wenn sie fuer eine Vielzahl der hier wohnenden kocht und wascht und baeckt. Aber wenn man mal eine ruhige Minute mit ihr findet, ist sie wirklich sehr nett und aufmerksam. Sofort in Herz geschlossen habe ich all die Kinder in unserem Compound. Es vergeht kaum eine Stunde zu Hause, ohne dass sich eine kleine Hand in die meine schiebt oder irgendjemand auf meinem Schoss sitzt und wir haben sehr viel Spass miteinander. Ich weiss schon jetzt, dass ich das nach meiner Rueckkehr in die Heimat vermutlich am meisten vermissen werde: staendig ein paar suesse Kinder um mich zu haben, die mir ganz ungeniert ihre ganze Zuneigung entgegenbringen. Das ist soooo ein wunderbares Gefuehl!!
Emma hat einen Sohn, Kofi (12) und zwei Toechter: Sakwa (15) und noch eine aeltere, die ich aber bislang nicht getroffen habe, weil sie irgendwo ausserhalb eine boarding school besucht. Ausserdem sind da noch Mary (10) und Ruth (9), deren Nichte Winniefred (3) und Neffe Jeff (3 Monate), Noah (14) und zwei weitere Kofis, die aber alle nicht in verwandtschaftlichem Verhaeltnis zu Emma stehen sondern irgendwie zu einer weiteren Familie im Compound zu gehoeren scheinen.
Die Familien leben in vier verschiedenen Haeusern bzw. Huetten um einen Hof herum, der von Dutzenden Waescheleinen durchkreuzt ist und auf dem staendig was los ist. Wir Volunteers haben unser eigenes Plumpsklo, dass nur von uns genutzt wird und ziemlich sauber ist. Allerdings hatte meine erste Begegnung mit einer der daumengrossen Kakerlaken dort zu einer ueberraschend lang anhaltenden Unterbindung meines Harndrangs am ersten Abend gefuehrt. ;-) Inzwischen erfolgt nach dem Dunkelwerden immer erst mal das Ritual des ausfuehrlichen mit der Stirnlampe Ausleuchtens des Klohaeuschens, um all das lichtscheue Riesenviehzeug zu vertreiben, bevor ich mich schliesslich mit einem etwas mulmigen Gefuehl hinsetze... :-)
Die Freiluft"dusche" (Dusche ist hier immer "bucket shower", d.h. man holt sich in einem grossen Eimer Wasser vom Brunnen, aus dem man dann mit einem kleineren Eimer was schoepft und sich froehlich damit bespritzt) ist ein etwa einen knappen Quadratmeter grosser Verschlag mit Fliessen am Boden und wird von allem im Compound genutzt, weswegen zu den Stosszeiten morgens und abends vor der Daemmerung teils grosser Andrang herrscht...
In unserem Dorf wohnen zur Zeit noch 5 (!) weitere Freiwillige aus Deutschland (natuerlich alles Maedels), was ich eigentlich eher bloed finde, schliesslich bin ich nicht nach Ghana gereist, um hier staendig Leute aus der Heimat zu treffen. Aber zum Glueck lebt bei uns im Compound mit Todd aus Boston auch noch ein Nichtdeutscher und damit auch jemand, mit dem man ordentlich Englisch reden kann (da das der Ghanaer doch sehr eigen ist!).
Habe gerade vergeblich versucht, ein paar Bilder hochzuladen. Da aber meine Internetyeit gleich wieder abgelaufen ist, werde ich das wohl auf's naechste mal verschieben muessen...
Mittwoch, 15. Oktober 2008
Kurze Notiz
Ich versuche erst mal, mich kurz zufassen, indem ich die letzten 10 Minuten meiner Internet-Stunde fuer einen ersten Eintrag seit meiner Ankunft in meinem Dorf nutze. Das Internet hier schafft nicht mal Modemgeschwindigkeit!! Dabei koennte ich selbst bei einer guten Verbindung Stunden damit verbringen, von den Erlebnissen der letzten Tage zu berichten!!! Erschwert wird die Sache hier noch dadurch, dass im Grunde keines der Sonderzeichen (Kommata, Klammern, Punkte, Satzzeichen) auf den Tasten zu finden sind, die mir dir Tastatur anzeigt, so dass auf eine Versuch/Irrtum- nun eine anstrengende Gedaechtnis-Aufgabe folgt...
Was fuer einige vielleicht die wichtigste Information ist: mir geht's gut! Gewoehne mich langsam an die Hitze, habe nur vereinzelt Durchfall (was z.B. nach einem Gericht mit Bohnen auch nicht unerwartet auftritt) und aergere mich eigentlich nur noch ein wenig ueber den Schnupfen, den ich nun schon seit fast drei Wochen mit mir herumschleppe.
Langsam habe ich mich in meinem neuen Wohnumfeld eingelebt und mich an die allgemeinen Lebensumstaende gewoehnt. Allerdings ist die Arbeit in der Vorschule ("Kindergarden") wirklich sehr anstrengend und auch ganz schoen frustrierend. Aber knapp 80 Kindern, die alle keinerlei Englisch koennen, irgendwas beizubringen, ist wirklich ein Kraftakt.
Aber mehr dazu spaeter, ich muss erst mal meine Internetzeit verlaengern!!
Was fuer einige vielleicht die wichtigste Information ist: mir geht's gut! Gewoehne mich langsam an die Hitze, habe nur vereinzelt Durchfall (was z.B. nach einem Gericht mit Bohnen auch nicht unerwartet auftritt) und aergere mich eigentlich nur noch ein wenig ueber den Schnupfen, den ich nun schon seit fast drei Wochen mit mir herumschleppe.
Langsam habe ich mich in meinem neuen Wohnumfeld eingelebt und mich an die allgemeinen Lebensumstaende gewoehnt. Allerdings ist die Arbeit in der Vorschule ("Kindergarden") wirklich sehr anstrengend und auch ganz schoen frustrierend. Aber knapp 80 Kindern, die alle keinerlei Englisch koennen, irgendwas beizubringen, ist wirklich ein Kraftakt.
Aber mehr dazu spaeter, ich muss erst mal meine Internetzeit verlaengern!!
Donnerstag, 9. Oktober 2008
Vorlaeufiger Abschied von Accra
Bevor ich morgen weiter reise nach Akroso, wo ich in den folgenden vier Monaten arbeiten und bei einer Gastfamilie leben werde, melde ich mich noch mal kurz aus Accra, da ich in Akroso zunaechst keinen Internetzugang haben werde und sicherlich erst Mitte naechster Woche in der naechstgroesseren Stadt Swedru ein Internetcafe besuchen kann.
Meine Orientierungswoche in der Hauptstadt neigt sich damit dem Ende entgegen und ich werde mich von einer ganzen Reihe sehr netter Menschen verabschieden muessen, die ich in den letzten Tagen kennengelernt habe. Allerdings werde ich einige von ihnen hoffentlich schon bald wiedersehen, wenn wir uns zu Reisegemeinschaften zusammentun, um an den Wochenenden das Land zu erkunden!
Heute haben wir im Rahmen der Orientierungswoche ghanaische Gerichte gekocht, die teilweise sicher etwas ungewoehnlich aber doch sehr lecker waren. Dumm ist nur, dass hier so schrecklich viel Oel ins Essen gekippt wird und daher alles sehr fettig ist. Aber es soll wohl auch das selbsterklaerte Ziel aller Gastfamilien sein, dass wir ueberaus wohlgenaehrt und mit gut ein paar Kilo mehr auf den Hueften wieder in die Heimat zurueckkehren! Na ja, im Oktober moechte ich in Deutschland den Halbmarathon laufen. Das Training dafuer wird bitter noetig sein!
Ansonsten habe ich bislang auch noch keinerlei Verdauungsbeschwerden gehabt, und das bei meinem sonst so anfaelligen Magen! Alles andere waere im Moment aber auch besonders nervig, weil seit unserem zweiten Tag hier die Toilette in unserem Zimmer nicht mehr funktioniert und wir immer mit der Hand nachspuehlen muessen. Damit kann ich meine letzten Tage mit WC nicht mal mehr richtig geniessen! ;-)

Hinsichtlich kulinarischer Aspekte habe ich mir hier auch ein kleines Projekt vorgenommen: Ich denke, in Anbetracht des Angebots sollte ich mir wirklich endlich mal die Ananas angewoehnen. Alle anderen, die sie hier probiert haben beteuern, dass sie hier viel besser schmeckt als in der Heimat. Auf jeden Fall sieht das Fruchtfleisch schon mal ganz anders aus. Hmm, vielleicht nehme ich das gleich morgen frueh mal in Angriff...
Bemerkenswert ist, dass man hier in einem der Supermaerkte die gesamte Palette westeuropaeischer Lebensmittel und Kosmetika antrifft zu teils sehr gepfefferten, teils aber auch mit der Heimat vergleichbaren Preisen. Wer also meint, nicht ohne Vollkornschwarzbrot, Fruchtjoghurt, Edamer, Rittersport oder einfach seinem Lieblingshaarshampoo leben zu koennen, muss auf nichts verzichten. Aber dafuer bin ich ja nicht hier. Zwar habe ich heute mal einen letzten Schokoriegel gegoennt, aber etwas derartiges steht in den naechsten Wochen ohnehin erst mal nicht in Aussicht.
Heute bin ich zum ersten mal Trotro gefahren, was ein Standardfortbewegungsmittel hier in Ghana ist, eine Art Minibus, dessen Verkehrssicherheit allerdings sehr in Frage zustellen ist. War aber sehr lustig und ich bin noch in einem Stueck am Zielort angelangt. Ansonsten kommt man hier auf der Strasse immer wieder ins Gespraech mit Einheimischen, die einen freundlich ansprechen und einfach ein wenig schwatzen wollen. Wenn man dann noch ein paar charmante Worte ueber Land und Leute verliert (die ja wirklich von Herzen kommen!!), kriegt man z.B. einfach mal spontan die fuenf Bananen spendiert, die man gerade kaufen wollte und mehr noch: es wird noch ein halbes Dutzend draufgelegt!
Das erst mal zu meinen Impressionen der ersten Woche in diesem Land. Nun kann ich es gar nicht erwarten, endlich meine Gastfamilie kennenzulernen. Bei dem Gedanken, was mich bei meiner Arbeit in der Schule so erwarten koennte und wie ich meine Aufgaben dort bewaeltigen soll, wird mir zwar etwas mulmig zumute, aber das wird sich schon auch irgendwie ergeben! Im Moment fuehle ich mich jedenfalls pudelwohl und bin gespannt, was mich noch so erwartet!

Meine Orientierungswoche in der Hauptstadt neigt sich damit dem Ende entgegen und ich werde mich von einer ganzen Reihe sehr netter Menschen verabschieden muessen, die ich in den letzten Tagen kennengelernt habe. Allerdings werde ich einige von ihnen hoffentlich schon bald wiedersehen, wenn wir uns zu Reisegemeinschaften zusammentun, um an den Wochenenden das Land zu erkunden!
Heute haben wir im Rahmen der Orientierungswoche ghanaische Gerichte gekocht, die teilweise sicher etwas ungewoehnlich aber doch sehr lecker waren. Dumm ist nur, dass hier so schrecklich viel Oel ins Essen gekippt wird und daher alles sehr fettig ist. Aber es soll wohl auch das selbsterklaerte Ziel aller Gastfamilien sein, dass wir ueberaus wohlgenaehrt und mit gut ein paar Kilo mehr auf den Hueften wieder in die Heimat zurueckkehren! Na ja, im Oktober moechte ich in Deutschland den Halbmarathon laufen. Das Training dafuer wird bitter noetig sein!
Ansonsten habe ich bislang auch noch keinerlei Verdauungsbeschwerden gehabt, und das bei meinem sonst so anfaelligen Magen! Alles andere waere im Moment aber auch besonders nervig, weil seit unserem zweiten Tag hier die Toilette in unserem Zimmer nicht mehr funktioniert und wir immer mit der Hand nachspuehlen muessen. Damit kann ich meine letzten Tage mit WC nicht mal mehr richtig geniessen! ;-)
Hinsichtlich kulinarischer Aspekte habe ich mir hier auch ein kleines Projekt vorgenommen: Ich denke, in Anbetracht des Angebots sollte ich mir wirklich endlich mal die Ananas angewoehnen. Alle anderen, die sie hier probiert haben beteuern, dass sie hier viel besser schmeckt als in der Heimat. Auf jeden Fall sieht das Fruchtfleisch schon mal ganz anders aus. Hmm, vielleicht nehme ich das gleich morgen frueh mal in Angriff...
Bemerkenswert ist, dass man hier in einem der Supermaerkte die gesamte Palette westeuropaeischer Lebensmittel und Kosmetika antrifft zu teils sehr gepfefferten, teils aber auch mit der Heimat vergleichbaren Preisen. Wer also meint, nicht ohne Vollkornschwarzbrot, Fruchtjoghurt, Edamer, Rittersport oder einfach seinem Lieblingshaarshampoo leben zu koennen, muss auf nichts verzichten. Aber dafuer bin ich ja nicht hier. Zwar habe ich heute mal einen letzten Schokoriegel gegoennt, aber etwas derartiges steht in den naechsten Wochen ohnehin erst mal nicht in Aussicht.
Heute bin ich zum ersten mal Trotro gefahren, was ein Standardfortbewegungsmittel hier in Ghana ist, eine Art Minibus, dessen Verkehrssicherheit allerdings sehr in Frage zustellen ist. War aber sehr lustig und ich bin noch in einem Stueck am Zielort angelangt. Ansonsten kommt man hier auf der Strasse immer wieder ins Gespraech mit Einheimischen, die einen freundlich ansprechen und einfach ein wenig schwatzen wollen. Wenn man dann noch ein paar charmante Worte ueber Land und Leute verliert (die ja wirklich von Herzen kommen!!), kriegt man z.B. einfach mal spontan die fuenf Bananen spendiert, die man gerade kaufen wollte und mehr noch: es wird noch ein halbes Dutzend draufgelegt!
Das erst mal zu meinen Impressionen der ersten Woche in diesem Land. Nun kann ich es gar nicht erwarten, endlich meine Gastfamilie kennenzulernen. Bei dem Gedanken, was mich bei meiner Arbeit in der Schule so erwarten koennte und wie ich meine Aufgaben dort bewaeltigen soll, wird mir zwar etwas mulmig zumute, aber das wird sich schon auch irgendwie ergeben! Im Moment fuehle ich mich jedenfalls pudelwohl und bin gespannt, was mich noch so erwartet!
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Vertraute Klaenge...
Huhuuu,
da der Computer hier mal wieder Aerger gemacht hat, ist mir wertvolle Internetzeit verloren gegangen, so dass ich nur noch ganz kurz was loswerden kann/will:
Als wir heute bei einer Stadttour durch Accra den Nkrumah Memorial Park besucht haben, glaubte ich zunaechst, meinen Ohren nicht zu trauen, vernahm ich doch, gerade die bescheidene Toilette des Museum nutzend, nur all zu vetraute (wenn auch nicht ganz saubere) Klaenge! Aber tatsaechlich: als ich aus dem Fenster sah, erblickte ich einen Ghanaer, der auf einem in der Sonne blitzenden Horn spielte. Dann hoerte ich auch noch eine Querfloete und eine Geige traellern. Als ich dann einen der Museumsfuehrer fragte, erklaerte dieser mir, dass sich im Gebaeude hinter dem Park der Probenraum des Synphonieorchesters von Accra befindet. Dazu sollte ich noch erwaehnen, dass ich bei Vorab-Recherchen in Deutschland bereits in Erfahrung gebracht hatte, dass in Accra das angeblich einzige professionelle Sinfonieorchester von ganz Westafrika ansaessig ist! Wenn ich spaetestens um Weihnachten wieder in Accra sein werde, muss ich unbedingt mal ein Konzert besuchen...
Immerhin zwei der anderen Volentaire hier spielen ebenfalls seit frueher Kindheit Geige, allerdings bin ich die einzige, die verrueckt genug war, sie auch mitzunehmen (sie ist am Bett angeschlossen in der hintersten Ecke meines Hostel-Zimmers verstaut). Aber Rachel aus Schottland hat bei einer Konzertreise mit ihrem Jugendorchester nach Deutschland sogar schon in der Dresdner Kreuzkirche gespielt. Witzig, nicht?
Aber genug der sinnlosen Details... Ich muss wohl erst noch lernen, ein aussagekraeftiges Internet-Tagebuch zu fuehren. Morgen werde ich zumindest mal probieren, hier ein paar Fotos reinzustellen, wobei ich aber zugeben muss, dass ich bislang noch nicht all zu fleissig am Fotografieren war.
Liebe Gruesse ins herbstliche Deutschland!
Eure Clara
da der Computer hier mal wieder Aerger gemacht hat, ist mir wertvolle Internetzeit verloren gegangen, so dass ich nur noch ganz kurz was loswerden kann/will:
Als wir heute bei einer Stadttour durch Accra den Nkrumah Memorial Park besucht haben, glaubte ich zunaechst, meinen Ohren nicht zu trauen, vernahm ich doch, gerade die bescheidene Toilette des Museum nutzend, nur all zu vetraute (wenn auch nicht ganz saubere) Klaenge! Aber tatsaechlich: als ich aus dem Fenster sah, erblickte ich einen Ghanaer, der auf einem in der Sonne blitzenden Horn spielte. Dann hoerte ich auch noch eine Querfloete und eine Geige traellern. Als ich dann einen der Museumsfuehrer fragte, erklaerte dieser mir, dass sich im Gebaeude hinter dem Park der Probenraum des Synphonieorchesters von Accra befindet. Dazu sollte ich noch erwaehnen, dass ich bei Vorab-Recherchen in Deutschland bereits in Erfahrung gebracht hatte, dass in Accra das angeblich einzige professionelle Sinfonieorchester von ganz Westafrika ansaessig ist! Wenn ich spaetestens um Weihnachten wieder in Accra sein werde, muss ich unbedingt mal ein Konzert besuchen...
Immerhin zwei der anderen Volentaire hier spielen ebenfalls seit frueher Kindheit Geige, allerdings bin ich die einzige, die verrueckt genug war, sie auch mitzunehmen (sie ist am Bett angeschlossen in der hintersten Ecke meines Hostel-Zimmers verstaut). Aber Rachel aus Schottland hat bei einer Konzertreise mit ihrem Jugendorchester nach Deutschland sogar schon in der Dresdner Kreuzkirche gespielt. Witzig, nicht?
Aber genug der sinnlosen Details... Ich muss wohl erst noch lernen, ein aussagekraeftiges Internet-Tagebuch zu fuehren. Morgen werde ich zumindest mal probieren, hier ein paar Fotos reinzustellen, wobei ich aber zugeben muss, dass ich bislang noch nicht all zu fleissig am Fotografieren war.
Liebe Gruesse ins herbstliche Deutschland!
Eure Clara
Dienstag, 7. Oktober 2008
Mein dritter (na ja, eigentlich erst zweiter) Tag in Ghana neigt sich dem Ende zu und da ich ohnehin ziemlich k.o. und nicht mehr fuer irgendwelche Aussenaktivitaeten zu gebrauchen bin, nutze ich das Internet-Angebot unseres Hostels, um ein wenig von meinen Erlebnissen zu berichten.
Neben dem bereits erwaehnten Strandausflug stand gestern noch nicht all zu viel auf dem Programm. Aber ich habe mir immerhin schon ein sim-card fuer das alte mitgebrachte Handy besorgt (Danke noch mal dafuer, Robert und Liese!!) und selbiges erfolgreich in Betrieb genommen. Gerade eben faellt mir ein, dass es vielleicht nicht so ratsam waere, die Nummer auf dieser oeffentlichen Seite zu nennen? :-) Vielleicht schreibe ich da fuer alle Telefonierbegeisterten noch mal eine Rundmail. Freiwillige, die mir jeden Samstagabend eine Erinnerungs-SMS dafuer schreiben wollen, dass ich auch an die Einnahme meiner woechentlichen Lariam-Tablette denke, sind dabei immer willkommen. ;-)
Bislang hat mich aber zumindest noch kein Moskito gestochen, wobei aber das windige Meeresklima hier in der Hauptstadt die Insektenplage in Grenzen zu halten scheint. Das wird sich sicher aendern, wenn ich ab Freitag in "meinem" Dorf Akroso sein werde.
Heute beim Fruestueck stellte sich heraus, dass ich mit einer anderen Freiwilligen zusammen bei der selben Gastfamilie leben werde: Judith kommt ebenfalls aus Deutschland und wird sogar fuer fuenf Monate in Akroso bleiben. Ansonsten war ich ueberrascht, wieviele nur fuer vier oder acht Wochen nach Ghana kommen - da muss man ja schon wieder abreisen, kaum dass man sich in sein Projekt eingearbeitet hat!! Obwohl mindestens die Haelfte aus unserer Freiwilligengruppe hier aus Deutschland, Oesterreich oder der Schweiz kommt, habe ich bislang die meiste Zeit mit Volunteers aus Schweden, England oder den Niederlanden verbracht, so dass ich hier nicht staendig deutsch spreche, was wirklich lamgweilig waere. Morgen werden wir auch einen kurzen Einfuehrungskurs in die in Ghana verbreitete Sprache Twi erhalten. Einen Vorgeschmack darauf erhielt ich aber auch schon von verschiedenen freundlichen Ghanaern, die mich auf der Strasse angesprochen haben und versucht haben, mir einige Floskeln beizubringen.
Heute gab's schon mal eine kleine Einfuehrung von unserer Projektkoordinatorin Tina ("I'll be your big black african mommy during your stay in Ghana!") in cross-cultural issues, Infos zum Verhalten in den Gastfamilien und generellen Sicherheitshinweisen. Schon kurios, wenn da letzterer Gesichtspunkt dem Satz eingeleitet wird "Ghana is a safe country", aber "you'd better do not this, try to avoid that, and under no circumstances do this...". Zum Glueck habe ich mich vorab schon ausgiebig informiert und Tina konnte mich nicht mehr all zu sehr mit irgendwelchen Details schocken. :-) Nach der Einfuehrung durften wir uns ausserdem jeweils eine Stunde lang im ghanaischen Tanzen und Trommeln ausprobieren. Ersteres ist bei der Hitze hier wirklich furchtbar schweisstreibend, das Trommeln im Anschluss fand ich dagegen regelracht meditativ-entspannend. Trotzdem bin ich schon wieder schrecklich muede und werde sicher wieder zeitig zu Bett gehen. Die letzten Naechte habe ich bereits ziemlich viel geschlafen, aber ich schaetze, es ist einfach das Klima, das mich zur Zeit so leicht ermueden laesst und an das ich mich erst noch richtig gewoehnen muss. Ansonsten geht's mir aber (bis auf die aus Deutschland eingeschleppte Erkaeltung) gut und ich fuehle mich hier sehr wohl unter all den netten Menschen!
Huch, jetzt ist schon wieder ueber eine halbe Stunde vergangen und meine vorab bezahlte Internetzeit geht gleich zuende...
Liebe Gruesse an alle!
Clara

Neben dem bereits erwaehnten Strandausflug stand gestern noch nicht all zu viel auf dem Programm. Aber ich habe mir immerhin schon ein sim-card fuer das alte mitgebrachte Handy besorgt (Danke noch mal dafuer, Robert und Liese!!) und selbiges erfolgreich in Betrieb genommen. Gerade eben faellt mir ein, dass es vielleicht nicht so ratsam waere, die Nummer auf dieser oeffentlichen Seite zu nennen? :-) Vielleicht schreibe ich da fuer alle Telefonierbegeisterten noch mal eine Rundmail. Freiwillige, die mir jeden Samstagabend eine Erinnerungs-SMS dafuer schreiben wollen, dass ich auch an die Einnahme meiner woechentlichen Lariam-Tablette denke, sind dabei immer willkommen. ;-)
Bislang hat mich aber zumindest noch kein Moskito gestochen, wobei aber das windige Meeresklima hier in der Hauptstadt die Insektenplage in Grenzen zu halten scheint. Das wird sich sicher aendern, wenn ich ab Freitag in "meinem" Dorf Akroso sein werde.
Heute beim Fruestueck stellte sich heraus, dass ich mit einer anderen Freiwilligen zusammen bei der selben Gastfamilie leben werde: Judith kommt ebenfalls aus Deutschland und wird sogar fuer fuenf Monate in Akroso bleiben. Ansonsten war ich ueberrascht, wieviele nur fuer vier oder acht Wochen nach Ghana kommen - da muss man ja schon wieder abreisen, kaum dass man sich in sein Projekt eingearbeitet hat!! Obwohl mindestens die Haelfte aus unserer Freiwilligengruppe hier aus Deutschland, Oesterreich oder der Schweiz kommt, habe ich bislang die meiste Zeit mit Volunteers aus Schweden, England oder den Niederlanden verbracht, so dass ich hier nicht staendig deutsch spreche, was wirklich lamgweilig waere. Morgen werden wir auch einen kurzen Einfuehrungskurs in die in Ghana verbreitete Sprache Twi erhalten. Einen Vorgeschmack darauf erhielt ich aber auch schon von verschiedenen freundlichen Ghanaern, die mich auf der Strasse angesprochen haben und versucht haben, mir einige Floskeln beizubringen.
Heute gab's schon mal eine kleine Einfuehrung von unserer Projektkoordinatorin Tina ("I'll be your big black african mommy during your stay in Ghana!") in cross-cultural issues, Infos zum Verhalten in den Gastfamilien und generellen Sicherheitshinweisen. Schon kurios, wenn da letzterer Gesichtspunkt dem Satz eingeleitet wird "Ghana is a safe country", aber "you'd better do not this, try to avoid that, and under no circumstances do this...". Zum Glueck habe ich mich vorab schon ausgiebig informiert und Tina konnte mich nicht mehr all zu sehr mit irgendwelchen Details schocken. :-) Nach der Einfuehrung durften wir uns ausserdem jeweils eine Stunde lang im ghanaischen Tanzen und Trommeln ausprobieren. Ersteres ist bei der Hitze hier wirklich furchtbar schweisstreibend, das Trommeln im Anschluss fand ich dagegen regelracht meditativ-entspannend. Trotzdem bin ich schon wieder schrecklich muede und werde sicher wieder zeitig zu Bett gehen. Die letzten Naechte habe ich bereits ziemlich viel geschlafen, aber ich schaetze, es ist einfach das Klima, das mich zur Zeit so leicht ermueden laesst und an das ich mich erst noch richtig gewoehnen muss. Ansonsten geht's mir aber (bis auf die aus Deutschland eingeschleppte Erkaeltung) gut und ich fuehle mich hier sehr wohl unter all den netten Menschen!
Huch, jetzt ist schon wieder ueber eine halbe Stunde vergangen und meine vorab bezahlte Internetzeit geht gleich zuende...
Liebe Gruesse an alle!
Clara
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