So, nun nutze ich doch mal den Luxus, in bezahlbarer Weise das nur bedingt langsame Internet quasi vor der Zimmertuer zu haben und berichte mal ein wenig von meinen bisherigen Weihnachtsferien. Die ersten drei Naechte nach der Ankunft meiner Mutter hatten wir in einem viel zu schicken Hotel bei Accra verbracht. "Zu schick" bezieht sich dabei eher auf den Preis sowie das sonstige Klientel, das einfach mal ziemlich prollig war. Auf der einen Seite Ghanaer, bei denen die Tatsache, dass sie sich dieses Hotel ueberhaupt leisten koennen, schon einiges aussagt, und bei denen sich die maennlichen Vertreter entsprechend toll vorkommen und noch mehr nerven (Stichwort: distanzgemindert!), auf der anderen Seite weisse Touristen, mit denen ich lieber nichts zu tun haben moechte, so arrogant und anmassend wie sie sich zeigten. Auf der anderen Seite ist selbst in solch einer Unterkunft nicht alles so perfekt, wie man es bei uns erwarten wuerde: Flecken auf dem Bettlaken, Steckdosen mit Wackelkontakt, Putz broeckelt von einigen Fassaden. Aber das stoert hier keinen, und mich im Grunde schon gar nicht, fuer mich war es ohnehin der reinste Luxus.
Am ersten Tag haben wir uns ein wenig Accra angeschaut, so dass Mama gleich mal das volle, laute, miefige und verkehrsreiche Leben in Ghanas Hauptstadt erleben musste. :-) Am naechsten Tag, dem 23. Dezember machten wir uns auf zu einen Besuch des Shai-Nationalparks oestlich von Accra. Dort gab es eine beeindruckende Savannen-Landschaft, nur leider kaum Tiere zu sehen (ein paar Affen und verschiedene Schmetterlinge), aber damit war in der bruetenden Mittagshitze dann auch nicht zu rechnen. Wenn man auch mal die Fauna der Parks bewundern moechte, muss man eben einfach vor Ort uebernachten, um gleich bei Sonnenaufgang die Chance der Tierbeobachtung nutzen zu koennen. Am 24.12. haben wir, wie bereits erwaehnt, meiner Gastfamilie in Akroso einen Weihnachtsbesuch abgestattet. Heiligabend haben wir gemuetlich bei einer Tasse Tee und selbstgebackenen Plaetzchen zusammengesessen, wobei die moderne Technik ermoeglichte, dass ich sogar einer Aufnahme der Christvesper des Dresdner Kreuzchors ueber Mamas Handy lauschen konnte.
Na ja, so hundertprozentig weihnachtlich wird einem in diesen Breiten dann doch nicht zu Mute, so dass es nur passte, dass wir uns am naechsten Morgen weit in den Westen des Landes gleich wieder in ein Beach Resort begaben und die Feiertage weitestgehend am Strand verbrachten. Den unverschaemt teuren Preisen des einzigen Restaurants vor Ort konnten wir durch den mitgebrachten Gouda, Lebkuchen und in der Umgebung erstandenen Fruechten ziemlich lange aus dem Weg gehen. Die Unterkunft selbst war dann, wie man sich vielleicht einen mittelmaessig dekanten Afrika-Urlaub klassischerweise vorstellt: recht komfortabel eingerichtete Rundhuetten mit Strohdach, umgeben von Kokosnusspalmen! (Leider bot sich uns dort auch ein etwas trauriger Anblick, weil sehr viele der Palmen in dieser Gegend von einer schwerwiegenden Krankheit dahingerafft wurden, so dass unzaehlige kahle Palmenstuempfe tot gen Himmel stachen... :-( )
Am zweiten Feiertag besuchten wir den ganz im Westen gelegenen Ankasa-Nationalpark. Dort gibt's noch richtiges Urwaldfeeling, zumal wir zu diesem Zeitpunkt die einzigen Besucher das gesamten Parks zu sein schienen und den Tourguide ganz fuer uns hatten. Zwar trafen wir haeufig auf Elefantendung und Antilopenkot, aber die zugehoerigen Lebewesen bekamen wir leider nicht zu Gesicht, dafuer aber vielerlei Insekten, Schmetterlinge, eine Rieseneidechse und schliesslich auf der Strasse noch eine Schlange. War halt einfach wieder nicht ganz die richtige Tageszeit, aber was soll man machen, wenn die Parks teilweise ohnehin nicht vor 8 oder 9 oeffnen?! Na ja, mich stoert es nicht so sehr, ich freu mich schon allein ueber die schoene Natur und Elefanten, Affen & Co. habe ich in Indien laengst in freier Wildbahn betrachten koennen...
Seit gestern sind wir nun noerdlich von Cape Coast in einer wunderschoen Ferienanlage an einem kleinen See untergekommen, in und um den sich Krokodile, leuchtendbunte Voegel und Riesenspinnen tummeln. Da gibt es eine Menge zu beobachten! Trotzdem haben wir uns heute erst mal wieder zur Kueste begeben um dort die geschichtstraechtige Stadt Elmina mit ihrem grossen, sehr gut erhaltenen Castle zu besichtigen. Morgen geht es dann wieder weiter zurueck gen Osten, in ein anderes weiteres Beach Resort westlich von Accra. Dabei hoffe ich, der beruehmtberuechtigte Silvestermuffel, endlich mal einen eher ruhigen Jahreswechsel zu erleben und werde dabei endlich durchziehen, was ich mir schon seit laengerem vorgenommen habe: Silvester einfach mal durchzuschlafen. Ich weiss, wie uncool! ;-) Aber cool war ich ja eh noch nie. :o)
Montag, 29. Dezember 2008
Mittwoch, 24. Dezember 2008
We wish you a merry christmas...
wie merkwuerdig, es ist Heiligabend, und waehrend meine Mutter vorhin noch im Pool schwamm, liess ich mich von meinem Bruder per Telefon ueber den Stand des Dresdner Weihnachtens informieren. Nun sitze ich im klimatisierten Internetcafe, das doch noch ueberraschend belebt ist und schreibe noch schnell diesen Eintrag, da ich in der naechsten Woche vermutlich kaum Zugang zum Internet haben werde. Aber ich freue mich schon, dann gleich wieder ins Hotelzimmer zurueckkehren zu koennen, wo ich mit meiner Mutter dank des mitgebrachten Wasserkochers lecker Tee trinken und einige der wunderbaren Weihnachtsbaeckereien geniessen kann, die sie am Sonntag aus dem vollgepackten Koffer gezaubert hatte. Das war schon da eine Riesenbescherung, denn dazu kamen noch pfundweise Gouda, das fantastische selbstgebackene Brot von Papa und einige liebevoll verpackte Geschenke von Freunden und Verwandten, die ich freilich erst heute ausgepackt habe. Nun bin ich erst mal wieder mit Schokolade und Buechern versorgt. :-)))
An dieser Stelle moechte ich mich fuer all die lieben Weihnachtsgruesse, Briefe, Emails, Backkunstwerke und Geschenke bedanken, die mich hier im fernen Ghana erreicht haben. Ich bin wirklich unheimlich geruehrt und es tut gut, zu sehen, dass so viele Menschen an mich hier denken. Zugleich tut es mir leid, dass ich mich jetzt nicht zeitnah gleich mit entsprechenden Emails, Briefen oder Anrufen revangieren kann, weil nicht die ganze Zeit hier im Internetcafe sitzen sondern lieber noch ein paar besinnliche Stunden mit meiner Mutter verbringen moechte. Aber ich kann da im Januar sicher noch einiges nachholen!
So, jetzt noch etwas weniger sentimental ein Kurzbericht:
Nachdem wir die letzten drei Naechte in einem sehr schicken Hotel bei Accra verbracht haben (bequeme Matratze! Klimaanlage!! WC!!! Dusche!!!! Cornflakes, Milch und Kaese zum Fruehstueck!!!!! Pool!!!!!! usw.!!!!!!!!) sowie uns Accra angeschaut und einen kleinen Nationalpark in der Naehe besucht haben, sind wir heute kurz in meinem Dorf gewesen, damit Mama meine Gastfamilie und mein hiesiges Zuhause etwas kennenlernt. Dabei haben wir Geschenke verteilt (Schokolade, Stollen, Kuechenutensilien, Pflaster, Radio, von mir selbstgebastelte Dinge usw.) und sind ein wenig durchs Dorf spaziert.
Morgen werden wir weit in den Westen wieder an den Strand fahren und uns von dort aus wieder stueckweise entlang der Kueste zurueck Richtung Osten hangeln, um dabei eine ausgewogene Mischung aus Nationalpark-Besuchen, erholsamem Strandurlaub und etwas Kultur zu geniessen - fuer mich auf alle Faelle erst mal ein echter Urlaub! Trotzdem werde ich mich freuen, im Januar wieder nach Akroso zurueckzukehren, wo ich mich inzwischen einfach zu Hause fuehle. Waehrend ich mich also gerade in diesen Tagen ab und zu in die weihnachtliche Heimat wuensche, bin ich zugleich auch etwas traurig, dass ich nur noch drei Wochen meines verbleibenden Aufenthalts bei meiner Gastfamilie und den Schulkindern verbringen werde. Die Zeit rast ohne Erbarmen dahin...
Nun moechte ich aber erst mal all meinen treuen "Lesern" ein wunderschoenes Weihnachtsfest wuenschen!
Liebe Gruesse,
Clara
An dieser Stelle moechte ich mich fuer all die lieben Weihnachtsgruesse, Briefe, Emails, Backkunstwerke und Geschenke bedanken, die mich hier im fernen Ghana erreicht haben. Ich bin wirklich unheimlich geruehrt und es tut gut, zu sehen, dass so viele Menschen an mich hier denken. Zugleich tut es mir leid, dass ich mich jetzt nicht zeitnah gleich mit entsprechenden Emails, Briefen oder Anrufen revangieren kann, weil nicht die ganze Zeit hier im Internetcafe sitzen sondern lieber noch ein paar besinnliche Stunden mit meiner Mutter verbringen moechte. Aber ich kann da im Januar sicher noch einiges nachholen!
So, jetzt noch etwas weniger sentimental ein Kurzbericht:
Nachdem wir die letzten drei Naechte in einem sehr schicken Hotel bei Accra verbracht haben (bequeme Matratze! Klimaanlage!! WC!!! Dusche!!!! Cornflakes, Milch und Kaese zum Fruehstueck!!!!! Pool!!!!!! usw.!!!!!!!!) sowie uns Accra angeschaut und einen kleinen Nationalpark in der Naehe besucht haben, sind wir heute kurz in meinem Dorf gewesen, damit Mama meine Gastfamilie und mein hiesiges Zuhause etwas kennenlernt. Dabei haben wir Geschenke verteilt (Schokolade, Stollen, Kuechenutensilien, Pflaster, Radio, von mir selbstgebastelte Dinge usw.) und sind ein wenig durchs Dorf spaziert.
Morgen werden wir weit in den Westen wieder an den Strand fahren und uns von dort aus wieder stueckweise entlang der Kueste zurueck Richtung Osten hangeln, um dabei eine ausgewogene Mischung aus Nationalpark-Besuchen, erholsamem Strandurlaub und etwas Kultur zu geniessen - fuer mich auf alle Faelle erst mal ein echter Urlaub! Trotzdem werde ich mich freuen, im Januar wieder nach Akroso zurueckzukehren, wo ich mich inzwischen einfach zu Hause fuehle. Waehrend ich mich also gerade in diesen Tagen ab und zu in die weihnachtliche Heimat wuensche, bin ich zugleich auch etwas traurig, dass ich nur noch drei Wochen meines verbleibenden Aufenthalts bei meiner Gastfamilie und den Schulkindern verbringen werde. Die Zeit rast ohne Erbarmen dahin...
Nun moechte ich aber erst mal all meinen treuen "Lesern" ein wunderschoenes Weihnachtsfest wuenschen!
Liebe Gruesse,
Clara
Sonntag, 21. Dezember 2008
Bildverweis... :-(
Wie schade, irgendwie scheint es jetzt mit dem Photoshochladen gar nicht mehr zu klappen, was aber an blogspot.com liegen muss, denn im StudiVZ hat's funktioniert. Wer also die Moeglichkeit hat, kann dort mal auf meiner Profilseite das neueste Album aufrufen, um ein paar neue Bilder anzuschauen...
www.studivz.net
www.studivz.net
Montag, 15. Dezember 2008
Da nun schon die Haelfte meines Ghanaaufenthaltes hinter mir liegt, wird es Zeit, vom aktuellen Stand zu berichten!
Seit 12 Wochen nehme ich aller 7 Tage die Chemiekeule Lariam als Malariaprophylaxe ein, kann mich dabei aber gluecklich schaetzen, unter keiner der haeufig auftretenden, in erster Linie psychogenen Nebenwirkungen zu leiden. Weder Albtraeume, paranoide Zustaende, depressive Verstimmungen noch sonstige auffaelligen Stimmungsschwankungen haben mich bislang heimgesucht, und da ich nun schon so lange unter dieser Droge stehe bin ich guter Hoffnung, dass ich auch die naechsten 13 Wochen noch gut ueberstehen werde (ich muss das Zeug ja auch noch nach meiner Rueckkehr ein Weilchen schlucken...)!
Und was in diesem Zusammenhang auch erfreulich ist: ich bin bislang von Malaria (die trotz Prophylaxe durchaus in abgeschwaechter Form noch auftreten kann) verschont geblieben. Moskitostiche liessen sich hingegen nie gaenzlich vermeiden, halten sich aber zumindest in Grenzen.
Ansonsten hatte ich gelegentlich den ueblichen Durchfall und durfte schon viermal einen Blick auf meinen halbverdeuten Mageninhalt werfen, einmal davon im Rahmen eines ausgewachsenen 24-Stunden-Magen-Darm-Infekts, das letzte Mal vorgestern Nacht, aber zum Glueck ist das jeweils schnell wieder vorbei und haelt sich meist in unspektakulaerem Rahmen.
Meine kleinen Racker in der Schule sind inzwischen bis zum Buchstaben "w" im Schreiben des Alphabets vorgerueckt und ganz viele von ihnen (leider niemals alle!!) koennen schon ziemlich sicher mit den Zahlen 1 bis 10 umgehen. Diese Woche werde ich ihnen noch ein paar Weihnachtslieder beibringen und morgen werde ich auf dem Markt nach ein paar Suessigkeiten Ausschau halten, mit denen ich sie anlaesslich des bevorstehenden Weihnachtsfestes bewichteln kann. Ich wuenschte nur, das Englisch der Lehrerinnen wuerde ausreichen, damit sie fuer mich uebersetzen koennten, so dass ich den Kindern etwas von unserer deutschen Weihnacht erzaehlen wuerde. Ich denke, ich koennte trotz der Unmotiviertheit und Faulheit der Lehrer halbwegs guten Unterricht ueber die Basisfaecher Englisch und Mathe hinaus auf die Beine stellen, wenn ich nur einen ordentlichen Dolmetscher haette. Bestimmte Grundaufgaben (a la "Find the difference", "Matching", "Count the objects and write down the number") kann ich inzwischen wirklich allein durchziehen, weil die Kinder mittlerweile die Ablaeufe kennen und die entsprechenden Fragen und Aufforderungen verstehen sie nun auch auf Englisch. Aber darueber hinaus brauche ich einfach jemanden, der bestimmte Sachverhalte auf Twi erklaert, aber auch wenn ich es den Lehrern im schlichtesten Englisch zu erklaeren versuche, scheinen sie kaum die Haelfte zu verstehen. Das ist so frustrierend!! Ueberhaupt kann mein Englisch hier nur wieder schlechter werden! Seit mit dem anderen Freiwilligen in unserer Gastfamilie, Todd, der einzige nichtdeutsche volontaer im Dorf abgereist ist, rede ich im Moment nur entweder deutsch oder ein bemueht einfaches Englisch, damit man mich ueberhaupt versteht. Nicht zu glauben, dass ich mir im Vorfeld mal Gedanken darueber gemacht hatte, ob den mein Englisch ausreichend fuer die Projektarbeit ist... Am besten, ich stecke zum Ausgleich lieber etwas mehr Anstrengung in das Erlernen von Twi. Diese Sprache ist aber wiederum so verschieden von allem, was ich bisher kannte, dass es mir wirklich schwerfaellt, mich damit vertraut zu machen...
Naechsten Sonntag treffe ich meine Mutter in Accra und wir verbringen zwei Wochen der hiesigen Schulweihnachtsferien mit Herumreisen im Sueden des Landes. Da wir dabei in erster Linie in etwas besseren Hotels wohnen werden, wird das fuer mich ein echter Urlaub von den eher bescheidenen Lebensumstaenden hier, auch wenn ich mich an letztere inzwischen durchaus gewoehnt habe. Allerdings ist die Aussicht auf eine halbwegs bequeme Matratze, klimatisierte oder zumindest halbwegs durchlueftete Raeume (ohne unerwuenschte nagetierige Mitbewohner) und WC und Dusche wirklich verlockend! :-) Insbesondere, wenn es mir gesundheitlich gerade mal wieder nicht so gut geht (wie gestern Abend), sehne ich mich zeitweilig nach etwas westlichem "Luxus", den wir normalerweise ja als voellig selbstverstaendlich betrachten.
In der ersten Januarwoche ist auch noch schulfrei, so dass Judith und ich die Zeit zu etwas ausgedehnteren Ausfluegen ins Land nutzen werden. Danach werde ich nur noch drei Wochen in der Schule arbeiten bis meine offizielle Projektzeit endet und die zwei extra Wochen zum Bereisen des Landes anbrechen, in denen ich mir endlich den Norden genauer ansehen moechte. So vergeht die Zeit hier wirklich viel zu schnell und ich werde mich bald wieder mit dem Gedanken anfreunden muessen, dass im Februar/Maerz irgendwann der Ernst des Arbeitslebens beginnt... Aber jetzt geniesse ich erst mal meine Zeit hier und traeume nur hin und wieder von Schnee, Weihnachtsliedersingen und Dominosteinen... :-)
Seit 12 Wochen nehme ich aller 7 Tage die Chemiekeule Lariam als Malariaprophylaxe ein, kann mich dabei aber gluecklich schaetzen, unter keiner der haeufig auftretenden, in erster Linie psychogenen Nebenwirkungen zu leiden. Weder Albtraeume, paranoide Zustaende, depressive Verstimmungen noch sonstige auffaelligen Stimmungsschwankungen haben mich bislang heimgesucht, und da ich nun schon so lange unter dieser Droge stehe bin ich guter Hoffnung, dass ich auch die naechsten 13 Wochen noch gut ueberstehen werde (ich muss das Zeug ja auch noch nach meiner Rueckkehr ein Weilchen schlucken...)!
Und was in diesem Zusammenhang auch erfreulich ist: ich bin bislang von Malaria (die trotz Prophylaxe durchaus in abgeschwaechter Form noch auftreten kann) verschont geblieben. Moskitostiche liessen sich hingegen nie gaenzlich vermeiden, halten sich aber zumindest in Grenzen.
Ansonsten hatte ich gelegentlich den ueblichen Durchfall und durfte schon viermal einen Blick auf meinen halbverdeuten Mageninhalt werfen, einmal davon im Rahmen eines ausgewachsenen 24-Stunden-Magen-Darm-Infekts, das letzte Mal vorgestern Nacht, aber zum Glueck ist das jeweils schnell wieder vorbei und haelt sich meist in unspektakulaerem Rahmen.
Meine kleinen Racker in der Schule sind inzwischen bis zum Buchstaben "w" im Schreiben des Alphabets vorgerueckt und ganz viele von ihnen (leider niemals alle!!) koennen schon ziemlich sicher mit den Zahlen 1 bis 10 umgehen. Diese Woche werde ich ihnen noch ein paar Weihnachtslieder beibringen und morgen werde ich auf dem Markt nach ein paar Suessigkeiten Ausschau halten, mit denen ich sie anlaesslich des bevorstehenden Weihnachtsfestes bewichteln kann. Ich wuenschte nur, das Englisch der Lehrerinnen wuerde ausreichen, damit sie fuer mich uebersetzen koennten, so dass ich den Kindern etwas von unserer deutschen Weihnacht erzaehlen wuerde. Ich denke, ich koennte trotz der Unmotiviertheit und Faulheit der Lehrer halbwegs guten Unterricht ueber die Basisfaecher Englisch und Mathe hinaus auf die Beine stellen, wenn ich nur einen ordentlichen Dolmetscher haette. Bestimmte Grundaufgaben (a la "Find the difference", "Matching", "Count the objects and write down the number") kann ich inzwischen wirklich allein durchziehen, weil die Kinder mittlerweile die Ablaeufe kennen und die entsprechenden Fragen und Aufforderungen verstehen sie nun auch auf Englisch. Aber darueber hinaus brauche ich einfach jemanden, der bestimmte Sachverhalte auf Twi erklaert, aber auch wenn ich es den Lehrern im schlichtesten Englisch zu erklaeren versuche, scheinen sie kaum die Haelfte zu verstehen. Das ist so frustrierend!! Ueberhaupt kann mein Englisch hier nur wieder schlechter werden! Seit mit dem anderen Freiwilligen in unserer Gastfamilie, Todd, der einzige nichtdeutsche volontaer im Dorf abgereist ist, rede ich im Moment nur entweder deutsch oder ein bemueht einfaches Englisch, damit man mich ueberhaupt versteht. Nicht zu glauben, dass ich mir im Vorfeld mal Gedanken darueber gemacht hatte, ob den mein Englisch ausreichend fuer die Projektarbeit ist... Am besten, ich stecke zum Ausgleich lieber etwas mehr Anstrengung in das Erlernen von Twi. Diese Sprache ist aber wiederum so verschieden von allem, was ich bisher kannte, dass es mir wirklich schwerfaellt, mich damit vertraut zu machen...
Naechsten Sonntag treffe ich meine Mutter in Accra und wir verbringen zwei Wochen der hiesigen Schulweihnachtsferien mit Herumreisen im Sueden des Landes. Da wir dabei in erster Linie in etwas besseren Hotels wohnen werden, wird das fuer mich ein echter Urlaub von den eher bescheidenen Lebensumstaenden hier, auch wenn ich mich an letztere inzwischen durchaus gewoehnt habe. Allerdings ist die Aussicht auf eine halbwegs bequeme Matratze, klimatisierte oder zumindest halbwegs durchlueftete Raeume (ohne unerwuenschte nagetierige Mitbewohner) und WC und Dusche wirklich verlockend! :-) Insbesondere, wenn es mir gesundheitlich gerade mal wieder nicht so gut geht (wie gestern Abend), sehne ich mich zeitweilig nach etwas westlichem "Luxus", den wir normalerweise ja als voellig selbstverstaendlich betrachten.
In der ersten Januarwoche ist auch noch schulfrei, so dass Judith und ich die Zeit zu etwas ausgedehnteren Ausfluegen ins Land nutzen werden. Danach werde ich nur noch drei Wochen in der Schule arbeiten bis meine offizielle Projektzeit endet und die zwei extra Wochen zum Bereisen des Landes anbrechen, in denen ich mir endlich den Norden genauer ansehen moechte. So vergeht die Zeit hier wirklich viel zu schnell und ich werde mich bald wieder mit dem Gedanken anfreunden muessen, dass im Februar/Maerz irgendwann der Ernst des Arbeitslebens beginnt... Aber jetzt geniesse ich erst mal meine Zeit hier und traeume nur hin und wieder von Schnee, Weihnachtsliedersingen und Dominosteinen... :-)
FanIce
So, dieser Blogeintrag soll einer hiesigen Spezialitaet gewidmet sein: dem FanIce.
Eis wird hier, wie im Grunde alles andere auch, aus Tueten gegessen, oder besser gelutscht, genuckelt, gesaugt... (oder fuer alle Freudianer: man kann dabei so richtig seine orale Phase wiederaufleben lassen ;-) ) Nun gibt es hier einerseits Eis in der naheliegensten Form: gefrorenes Wasser mit Fruchtextrakten, Farbstoffen usw. in Klarsichtplastikbeuteln.
FanIce wiederum ist ein Produkt der Marke FanMilk und damit, wie der Name schon andeutet, ein Milcherzeugnis. Na ja, ein MilchPULVERerzeugnis, um genau zu sein, denn nur in dieser Form nehmen Ghanaer fuer gewoehnlich "Milch" zu sich. Egal, dass das FanIce aus Milchpulver hergestellt worden ist, merkt man geschmacklich zum Glueck gar nicht, es ist einfach nur lecker. Das Standard FanIce hat die Geschmacksrichtung Vanille, schmilzt angenehm weich auf der Zunge und kostet umgerechnet ca. 20 Cent. Ausserdem gibt's noch FanYogo, quasi gefrorenen Erdbeeryoghurt und fuer alle Leckermaeuler wurde FanChoco erfunden, gefrorene Schokoladenmilch. So kann man nun jederzeit in jeder kleineren Stadt zwischen drei leckeren Sorten waehlen, die Strassenverkaeufer in abenteuerlichen Kuehlaufbewahrungskonstruktionen auf dem Kopf tragend anbieten.
Was mich am FanIce insgesamt begeistert ist, dass es einerseits einen kleinen Luxus darzustellen scheint, eine leckere angenehme Erfrischung in diesem heissen Land. Andererseits handelt es sich dabei um ein original ghanaisches Produkt (der Kakao im FanChoco wird aus ghanaischen Kakaobohnen gewonnen, bei deren Ernte ich ja gleich an meinem ersten Wochenende hier Zeuge sein konnte), das sich jeder Ghanaer, der gerade etwas Geld uebrig hat, auch leistet. Somit kann ich guten Gewissens dieses Eis geniessen ohne dabei gleich wieder die Dekadenz hervorzuheben, die hier ohnehin mit allen Weissen assoziiert wird... Und nicht zuletzt decke ich damit zumindest teilweise meinen Bedarf an Milchprodukten, die sonst weitestgehend auf meinem Speiseplan fehlen. (Kaese!! Wie ich dich vermisse!!!)
Eis wird hier, wie im Grunde alles andere auch, aus Tueten gegessen, oder besser gelutscht, genuckelt, gesaugt... (oder fuer alle Freudianer: man kann dabei so richtig seine orale Phase wiederaufleben lassen ;-) ) Nun gibt es hier einerseits Eis in der naheliegensten Form: gefrorenes Wasser mit Fruchtextrakten, Farbstoffen usw. in Klarsichtplastikbeuteln.
FanIce wiederum ist ein Produkt der Marke FanMilk und damit, wie der Name schon andeutet, ein Milcherzeugnis. Na ja, ein MilchPULVERerzeugnis, um genau zu sein, denn nur in dieser Form nehmen Ghanaer fuer gewoehnlich "Milch" zu sich. Egal, dass das FanIce aus Milchpulver hergestellt worden ist, merkt man geschmacklich zum Glueck gar nicht, es ist einfach nur lecker. Das Standard FanIce hat die Geschmacksrichtung Vanille, schmilzt angenehm weich auf der Zunge und kostet umgerechnet ca. 20 Cent. Ausserdem gibt's noch FanYogo, quasi gefrorenen Erdbeeryoghurt und fuer alle Leckermaeuler wurde FanChoco erfunden, gefrorene Schokoladenmilch. So kann man nun jederzeit in jeder kleineren Stadt zwischen drei leckeren Sorten waehlen, die Strassenverkaeufer in abenteuerlichen Kuehlaufbewahrungskonstruktionen auf dem Kopf tragend anbieten.
Was mich am FanIce insgesamt begeistert ist, dass es einerseits einen kleinen Luxus darzustellen scheint, eine leckere angenehme Erfrischung in diesem heissen Land. Andererseits handelt es sich dabei um ein original ghanaisches Produkt (der Kakao im FanChoco wird aus ghanaischen Kakaobohnen gewonnen, bei deren Ernte ich ja gleich an meinem ersten Wochenende hier Zeuge sein konnte), das sich jeder Ghanaer, der gerade etwas Geld uebrig hat, auch leistet. Somit kann ich guten Gewissens dieses Eis geniessen ohne dabei gleich wieder die Dekadenz hervorzuheben, die hier ohnehin mit allen Weissen assoziiert wird... Und nicht zuletzt decke ich damit zumindest teilweise meinen Bedarf an Milchprodukten, die sonst weitestgehend auf meinem Speiseplan fehlen. (Kaese!! Wie ich dich vermisse!!!)
Obruni
...ist die ghanaische Bezeichnung fuer alle hellhaeutigen Menschen. In unserer Einfuehrungswoche haben wir erfahren, das Obruni urspruenglich eigentlich "people from the horizon", als "Menschen, die vom Horizont kommen" heisst. So uebersetzt klingt es eigentlich richtig poetisch und erinnert an die ersten Vertreter der Kolonialmaechte, die per Schiff die Goldkueste erreichten. Nur scheinen die meisten Ghanaer dies gar nicht zu wissen sondern uebersetzen den Ausdruck selbst auch nur mit "white person". Egal wohin man hier geht, ueberall ruft einem irgendwer "obruni" zu, insbesondere die Kinder brechen teilweise in hysterisches Geschrei aus, wenn sie irgendeinen Weissen sehen. Wenn man sich die gleiche Situation in umgekehrter Form bei uns vorstellt - nicht auszudenken! Tatsaechlich meidet aber ein im Umgang mit uns Bleichgesichtern erfahrener Ghanaer diesen Ausdruck und empfindet ihn als eher diskriminierend. Unsere Gastmama Emma hat uns gleich in den ersten Tagen beigebracht, was man auf obruni am besten entgegnet: Obibini = black person.
Dann sieht ein typisches Strassengespraech morgens auf dem Weg zur Schule so aus:
Ghanaisches Kind: "Hey obruni, how are you"
ich: "hey obibini, I'm fine, thanks. How are you?"
ghanaisches Kind (kichert, weil ich es obibini genannt habe): "I'm also fine" und es folgt ein langes selbstgespraech a la "obruni - obibini, obruni - obibini...."
Die Kinder in meiner Klasse haben inzwischen langsam kapiert, dass ich auch einen Namen habe und mit Unterstuetzung der Lehrerinnen, die auch befuerchten, dass ich mich durch "obruni" beleidigt fuehle, konnte ich erreichen, dass mich fast alle nun Clara oder "madame Clara" nennen.
Dann sieht ein typisches Strassengespraech morgens auf dem Weg zur Schule so aus:
Ghanaisches Kind: "Hey obruni, how are you"
ich: "hey obibini, I'm fine, thanks. How are you?"
ghanaisches Kind (kichert, weil ich es obibini genannt habe): "I'm also fine" und es folgt ein langes selbstgespraech a la "obruni - obibini, obruni - obibini...."
Die Kinder in meiner Klasse haben inzwischen langsam kapiert, dass ich auch einen Namen habe und mit Unterstuetzung der Lehrerinnen, die auch befuerchten, dass ich mich durch "obruni" beleidigt fuehle, konnte ich erreichen, dass mich fast alle nun Clara oder "madame Clara" nennen.
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Mini-Zwischenbericht...
Wie schade, da begebe ich mich extra in Ghanas schnellstes Internetcafe, und dann funktioniert der blogspot-Link zum Hochladen von Fotos nicht!!
Dabei wollte ich doch so gern ein Bild von meinem in Betrieb genommenen Reise-Adventskerzen-Streichholzschachtel-Set zeigen...
Na ja, ansonsten hatte ich ein sehr ruhiges zweites Adventswochenende welches ich in erster Linie mit dem Basteln, Schreiben und Verpacken von Weihnachtspost gemeinsam mit meinen fellow volunteers verbracht habe. Aber auch das brachte mich, wie alles andere hier, wieder ganz schoen ins Schwitzen, was wiederum weniger weihnachtlich ist... :-) Dennoch bin ich die ganze Zeit latent erkaeltet, was nicht weiter schlimm sondern eher irritierend ist und ansonsten gehts mir auch richtig gut. Mir wurde diese Woche klar, dass ich am Samstag hier bereits Bergfest feiern kann, womit ich dann schon die laengste Zeit in diesem Land gewesen sein werde. Schon seltsam also, wie schnell in Anbetracht des prinzipiell sehr langsamen Tempos im Alltag doch die Zeit davonrast...
Die Wahlen am Sonntag sind erfreulicherweise richtig friedlich verlaufen, nur dummerweise ist keine absolute Mehrheit zustande gekommen, so dass es nun doch noch am 28.12. Stichwahlen geben wird. Bleibt nur wieder, das auf das beste zu hoffen...
Dabei wollte ich doch so gern ein Bild von meinem in Betrieb genommenen Reise-Adventskerzen-Streichholzschachtel-Set zeigen...
Na ja, ansonsten hatte ich ein sehr ruhiges zweites Adventswochenende welches ich in erster Linie mit dem Basteln, Schreiben und Verpacken von Weihnachtspost gemeinsam mit meinen fellow volunteers verbracht habe. Aber auch das brachte mich, wie alles andere hier, wieder ganz schoen ins Schwitzen, was wiederum weniger weihnachtlich ist... :-) Dennoch bin ich die ganze Zeit latent erkaeltet, was nicht weiter schlimm sondern eher irritierend ist und ansonsten gehts mir auch richtig gut. Mir wurde diese Woche klar, dass ich am Samstag hier bereits Bergfest feiern kann, womit ich dann schon die laengste Zeit in diesem Land gewesen sein werde. Schon seltsam also, wie schnell in Anbetracht des prinzipiell sehr langsamen Tempos im Alltag doch die Zeit davonrast...
Die Wahlen am Sonntag sind erfreulicherweise richtig friedlich verlaufen, nur dummerweise ist keine absolute Mehrheit zustande gekommen, so dass es nun doch noch am 28.12. Stichwahlen geben wird. Bleibt nur wieder, das auf das beste zu hoffen...
Samstag, 6. Dezember 2008
Oh jeeeee, es gibt eigentlich so viel, wovon ich berichten moechte, aber es ist wieder so schwierig, hier an einigermassen schnelles Internet zu kommen, dass ich gar nicht richtig Zeit dazu finde... Mal wieder ein paar Stichpunkte:
Morgen sind hier in Ghana Parlamentswahlen. Daher reisen wir dieses Wochenende auch nicht gross herum denn keiner kann hier genau sagen, inwiefern es im Verlauf der Wahlen nicht zu weiteren Tumulten kommen koennte und da bleiben wir morgen und in den naechsten Tagen lieber in unserem eher beschaulichen Akroso. Wir hoffen einfach auf ein halbwegs eindeutiges Ergebnis (auch wenn sich hier zwei der Parteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu geben scheinen), damit nicht noch eine Stichwahl Ende Dezember noetig wird und druecken die Daumen, dass das Ganze hier nicht unerwartet so ausufert wie letztens in Kenia!
Auch wenn jetzt eigentlich schon laengst die Trockenzeit begonnen haben sollte, gibt es hier zur Zeit immer wieder regelrechte Unwetter mit Platzregen und viel Gewitter. Da sich dabei alles aber auch gleich etwas abkuehlt und der Regen, so weit man von "drinnen" zuschauen und -hoeren kann eher dezemberliche Gemuetlichkeit verbreitet, finde ich das ueberhaupt nicht schlimm (so lange es nicht vormittags regnet, denn das Dach unseres Schulgebaeudes sieht aus wie ein schweizer Kaese!) sondern lasse mich dann teilweise etwas in Adventsstimmung versetzen.
A propos: heute hat Laura, eine der Volontaerinnen hier alle anderen Freiwilligen bewichtelt. Sooooo lieb, dass sie uns hier im fernen Ghana den Nikolaus ersetzt!
In der Schule hat sich die Lage inzwischen wieder eingepegelt. So lange ich da bin, werden Kinder tatsaechlich (fast) gar nicht mehr geschlagen, allerdings will ich mir nicht ausmalen, wie es aussieht, wenn ich mal fehle. Die Kinder habe ich unheimlich ins Herz geschlossen (und sie mich auch!) und es erfuellt mein Herz mit Freude, wenn ich bei vielen von ihnen (leider leider lange nicht bei allen, das ist einfach nicht zu bewerkstelligen!!!) immer wieder grosse und kleine Fortschritte sehe und da bin ich natuerlich nicht wenig stolz, weil es in Anbetracht der Inkompetenz der Lehrer doch vor allem mein Verdienst ist. Daher werde ich das Projekt auf jeden Fall auch im Januar noch durchziehen auch wenn ich zu Beginn gedacht hatte, dass ich das niemals durchhalten wuerde...
Gestern haben mich hier endlich zwei erste Briefe erreicht. Tausend Dank an euch beide, Julia und Petra (und auch an die ausnahmsweise mal zuverlaessigen ghanaischen Postboten...)!!! Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Also ihr anderen! Macht Clara ebenfalls gluecklich und schreibt mir! ;-)
Morgen sind hier in Ghana Parlamentswahlen. Daher reisen wir dieses Wochenende auch nicht gross herum denn keiner kann hier genau sagen, inwiefern es im Verlauf der Wahlen nicht zu weiteren Tumulten kommen koennte und da bleiben wir morgen und in den naechsten Tagen lieber in unserem eher beschaulichen Akroso. Wir hoffen einfach auf ein halbwegs eindeutiges Ergebnis (auch wenn sich hier zwei der Parteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu geben scheinen), damit nicht noch eine Stichwahl Ende Dezember noetig wird und druecken die Daumen, dass das Ganze hier nicht unerwartet so ausufert wie letztens in Kenia!
Auch wenn jetzt eigentlich schon laengst die Trockenzeit begonnen haben sollte, gibt es hier zur Zeit immer wieder regelrechte Unwetter mit Platzregen und viel Gewitter. Da sich dabei alles aber auch gleich etwas abkuehlt und der Regen, so weit man von "drinnen" zuschauen und -hoeren kann eher dezemberliche Gemuetlichkeit verbreitet, finde ich das ueberhaupt nicht schlimm (so lange es nicht vormittags regnet, denn das Dach unseres Schulgebaeudes sieht aus wie ein schweizer Kaese!) sondern lasse mich dann teilweise etwas in Adventsstimmung versetzen.
A propos: heute hat Laura, eine der Volontaerinnen hier alle anderen Freiwilligen bewichtelt. Sooooo lieb, dass sie uns hier im fernen Ghana den Nikolaus ersetzt!
In der Schule hat sich die Lage inzwischen wieder eingepegelt. So lange ich da bin, werden Kinder tatsaechlich (fast) gar nicht mehr geschlagen, allerdings will ich mir nicht ausmalen, wie es aussieht, wenn ich mal fehle. Die Kinder habe ich unheimlich ins Herz geschlossen (und sie mich auch!) und es erfuellt mein Herz mit Freude, wenn ich bei vielen von ihnen (leider leider lange nicht bei allen, das ist einfach nicht zu bewerkstelligen!!!) immer wieder grosse und kleine Fortschritte sehe und da bin ich natuerlich nicht wenig stolz, weil es in Anbetracht der Inkompetenz der Lehrer doch vor allem mein Verdienst ist. Daher werde ich das Projekt auf jeden Fall auch im Januar noch durchziehen auch wenn ich zu Beginn gedacht hatte, dass ich das niemals durchhalten wuerde...
Gestern haben mich hier endlich zwei erste Briefe erreicht. Tausend Dank an euch beide, Julia und Petra (und auch an die ausnahmsweise mal zuverlaessigen ghanaischen Postboten...)!!! Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Also ihr anderen! Macht Clara ebenfalls gluecklich und schreibt mir! ;-)
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