Hallohalli,
heute sitze ich mal in einem Internetcafe, wo die Verbindung eigentlich ganz gut zu sein scheint, aber der Computer selbst fast schrottreif, so dass alles trotzdem eeeeeewiiig dauert! Ich glaube, es traegt eigentlich nicht sonderlich zu meiner psychischen Gesundheit bei, wenn ich das Internet nutze, weil ich dabei immer sooooo frustriert werde. Aber ich freu mich trotzdem immer ueber Post, so dass ich letztenendes doch ganz gluecklich bin, diese Verbindung nach Hause nutzen zu koennen.
Zur Zeit bin ich gerade in Kumasi, der Hauptstadt der Ashanti Region und laut Reisefuehrer einer der groessten Touristenanziehungspunkte im Land. Die Stadt hat tatsaechlich ein besonderes Flair und gefaellt mir auf alle Faelle besser als die Landeshauptstadt Accra. Heute haben wir den Central Market, den angeblich groessten Markt in ganz Westafrika besucht. Er soll eine Flaeche von etwa 14 Fussballfeldern umfassen, wobei wir vermutlich nur einen Bruchteil davon gesehen haben. Genau kann ich das nicht sagen, weil wir einfach der Nase nach durch die engen Gassen zwischen den tausenden von Staenden geschlendert sind und die ganze Wucht von Eindruecken auf uns nierderprasseln liessen. Hier werden wirklich saemtliche Sinne angesprochen und eigentlich laesst sich ein Besuch des Marktes genauso wenig in Worte fassen, wie die Gluehwuermchen-Maerchenwiese vom letzten Blogeintrag. Es ist laut und chaotisch, farbenpraechtig bunt und auch dreckig, manchmal duftet es verfuehrerisch, manchmal stinkt es einfach nur widerlich, aber man wird nicht fertig damit, alles zu sehen, zu hoeren, zu schmecken, zu fuehlen... Es heisst, man koenne auf diesem Markt alles kaufen ausser Schiffen und Flugzeugen und genau so sieht und fuehlt er sich auch an!
Gestern hatten wir auf dem Weg nach Kumasi eine Panne mit dem Trotro: ein Reifen war geplatzt uns musste erst mal ausgewechselt werden. Dafuer mussten alle 25 Insassen raus aus dem Minibus und die Maenner machten sich mit vereinten Kraeften an die Arbeit. Nun koennen Judith und ich wieder ein Haekchen auf der "muss-man-einfach-auch-erlebt"-Liste fuer einen Ghanaaufenthalt machen: wer keine Trotro-Panne mitgemacht hat, war einfach nicht wirklich hier und wir koennen zugleich froh sein, dass alles so glimpflich verlaufen ist. Allerdings war der geplatzte Reifen wirklich nicht verwunderlich, nachdem wir zuvor ueber 2 Stunden ueber unbefestigte, buckelige Pisten gefahren waren und 25 Koepfe im Rhythmus der Schlagloecher auf und ab huepften. :-) Ich kann wirklich froh sein, dass ich offenbar endgueltig von meiner Autofahr-Uebelkeit aus Kindertagen geheilt bin, sonst haette ich hier schon lange nichts mehr bei mir behalten. Aber so ist es einfach nur witzig und abenteuerlich (und manchmal etwas nervig, wenn man mal wieder schlecht geschlafen hat und die Zeit im Trotro lieber fuer ein Schlummerchen nutzen wuerde...).
So, morgen ist der erste Advent und ich trauere gerade ein wenig der Vorweihnachtszeit nach, die ich dieses Jahr verpasse. Aber eine mehr als wuerdige Alternative zum Striezelmarkt habe ich ja heute schon mal erleben duerfen. :-) Und damit ich den Winter in der Heimat auch nicht ganz vergesse, hat mich extra noch eine kleine Erkaeltung heimgesucht... ErKAELTung, das kommt von KALT, ich fasse es nicht!! Ich wuenschte, mir waere hier wirklich mal kalt! Das ist bizarr!
Samstag, 29. November 2008
Mittwoch, 26. November 2008
Wie im Maerchen
In Akroso gleich hinter dem Haus der Familie, wo drei weitere Freiwillige wohnen, gibt es eine grosse, grosse Wiese. Nach Sonnenuntergang bietet sich dort ein wirklich maerchenhaftes Spektakel. Hier in Akroso gibt es generell viele Gluehwuermchen. Allerdings leuchten die nicht, wie ich es aus unseren Breiten gewohnt bin, bestaendig vor sich hin, sondern machen eher einen etwas hysterischen Eindruck weil sie die ganze Zeit aufgeregt blinken. Steht man nun also im Dunkeln auf oben erwaehnter Wiese, so findet blickt man nicht nur auf einen atemberaubenden Sternenhimmel ueberkopf, sondern auch ein aufregendes Leucht-Konzert zu seinen Fuessen, veranstaltet von den Tausenden von Gluehwuermchen, die im Gras sitzen. Wow!!! Im Grunde unbeschreiblich, aber ich wollte es dennoch versuchen. Natuerlich muesste es jeder von euch selbst erleben!
Mittwoch, 19. November 2008
Bin irgendwie gerade etwas unmotiviert, bzw. habe schon zu viel Zeit heute in private Nachrichten investiert, daher hier nur ein paar lose Eindruecke und Details:
Wasser trinken wir hier aus Plastiktueten a 500 ml, wobei es einen grossen Sack mit 30 Beuteln geniessbaren Wassers fuer umgerechnet etwa 65 Cent zu kaufen gibt.
Mein ghanaischer Name hier ist Abena (kurze Vokale und Betonung auf der letzten Silbe), weil ich an einem Dienstag geboren bin. Der Name meines Gastbruders Kofi wiederum verraet, dass er wie der ehemalige UN-Generalsekretaer an einem Freitag geboren wurde. Hier richtet sich der Name also nach dem Wochentag, an dem man das Licht der Welt erblickte (leider ist es hier offenbar trotzdem nicht ueblich, 52 mal im Jahr Geburtstag zu feiern...), wobei es fuer Maenner und Frauen eigene Namen gibt. Freilich laufen hier auch dementsprechend viele Kofis, Abenas usw. herum so dass die sich immer mehr durchsetzenden zusaetzlichen christlichen Namen wirklich noetig sind, um nicht vollkommen die Orientierung zu verlieren. Das Dumme ist nur, dass ich mich auch nach ueber 6 Wochen hier noch nicht so richtig an meinen ghanaischen Namen gewoehnt habe, d.h. man muss ich doch sehr oft rufen, bis ich endlich reagiere...
Letzte Nacht hatte ich ein unerfreuliches Wiedersehen mit meinem Abendessen und kann nun schon zwei Striche auf der Erbrechen-Liste verzeichnen. Weiss auch nicht, aber seit ueber einer Woche rebelliert mein Magen ganz schoen gegen die Zustaende hier... Na ja, aber das wird schon wieder und hat letztendlich auch sein Gutes, weil ich dann vielleicht doch nicht als Pfannkuchen wieder zurueck nach Deutschland kugele...
Inzwischen fange ich schon fast an, mich mit Kakerlaken anzufreunden. Die haben wenigstens mindestens so viel Angst vor mir wie ich Ekel vor ihnen. und im Gegensatz zu den Maeusen, die unser Zimmer regelmaessig heimsuchen, fressen sie keine Kekse, achtlos herumliegende Ohropax oder Taschentuecher, hinterlassen nicht ihren Kot auf meinem Bettlaken und pinkeln auch nicht auf meine frisch gewaschenen T-Shirts. Interessant, wie sich so die Einstellungen zu unterschiedlichen Tiergattungen aendern kann...
Wasser trinken wir hier aus Plastiktueten a 500 ml, wobei es einen grossen Sack mit 30 Beuteln geniessbaren Wassers fuer umgerechnet etwa 65 Cent zu kaufen gibt.
Mein ghanaischer Name hier ist Abena (kurze Vokale und Betonung auf der letzten Silbe), weil ich an einem Dienstag geboren bin. Der Name meines Gastbruders Kofi wiederum verraet, dass er wie der ehemalige UN-Generalsekretaer an einem Freitag geboren wurde. Hier richtet sich der Name also nach dem Wochentag, an dem man das Licht der Welt erblickte (leider ist es hier offenbar trotzdem nicht ueblich, 52 mal im Jahr Geburtstag zu feiern...), wobei es fuer Maenner und Frauen eigene Namen gibt. Freilich laufen hier auch dementsprechend viele Kofis, Abenas usw. herum so dass die sich immer mehr durchsetzenden zusaetzlichen christlichen Namen wirklich noetig sind, um nicht vollkommen die Orientierung zu verlieren. Das Dumme ist nur, dass ich mich auch nach ueber 6 Wochen hier noch nicht so richtig an meinen ghanaischen Namen gewoehnt habe, d.h. man muss ich doch sehr oft rufen, bis ich endlich reagiere...
Letzte Nacht hatte ich ein unerfreuliches Wiedersehen mit meinem Abendessen und kann nun schon zwei Striche auf der Erbrechen-Liste verzeichnen. Weiss auch nicht, aber seit ueber einer Woche rebelliert mein Magen ganz schoen gegen die Zustaende hier... Na ja, aber das wird schon wieder und hat letztendlich auch sein Gutes, weil ich dann vielleicht doch nicht als Pfannkuchen wieder zurueck nach Deutschland kugele...
Inzwischen fange ich schon fast an, mich mit Kakerlaken anzufreunden. Die haben wenigstens mindestens so viel Angst vor mir wie ich Ekel vor ihnen. und im Gegensatz zu den Maeusen, die unser Zimmer regelmaessig heimsuchen, fressen sie keine Kekse, achtlos herumliegende Ohropax oder Taschentuecher, hinterlassen nicht ihren Kot auf meinem Bettlaken und pinkeln auch nicht auf meine frisch gewaschenen T-Shirts. Interessant, wie sich so die Einstellungen zu unterschiedlichen Tiergattungen aendern kann...
Donnerstag, 13. November 2008
Kurzer Bericht aus Accra
Heute bin ich mal wieder recht spontan in Accra, weil Judith den Nachschub fuer ihre Malariaprophylaxe nur in der Hauptstadt kaufen kann und ich sie natuerlich unmoeglich allein in dieses Verkehrschaos hier fahren lassen konnte.
Auf diese Weise kann ich endlich mal wieder eines der angeblich schnellsten Internetcafes in ganz Ghana nutzen, um ein paar neue Bilder hochzuladen. Allerdings murrt auch auch hier der Rechner, sobald ich Bilder mit etwas hoeherer Aufloesung bzw. komplizierteren Einstellungen hochladen will und es dauert prinzipiell wieder ziemlich lange, so dass die Auswahl auch heute sehr beschraenkt ist. Das ist wirklich frustrierend...
Ansonsten geht es mir nach meinem ersten richtig heftigen Magen-Darm-Infekt (Durchfall, Uebelkeit mit Erbrechen, Fieber.... ich hab's nicht mal mehr ohne Hilfe allein auf die Toilette geschafft!) Anfang der Woche zum Glueck wieder richtig gut. Aber da muss wohl frueher oder spaeter jeder hier mal durch, alle anderen Volunteers im Dorf hatten das auch schon und ich betrachte es als verspaetete Feuertaufe bzw. endgueltigen Anpassungsprozess meines Koerpers an Essen und Umstaende hier. Aus diesem Grund bin ich diese Woche nun noch gar nicht in der Schule gewesen. Die Lehrerinnen haben schon erzaehlt, dass die Kinder mich ganz schrecklich vermisst haben, ist das nicht suess? Mal sehen, wie die Schule morgen nach dem Debakel letzte Woche so laeuft...
Auf diese Weise kann ich endlich mal wieder eines der angeblich schnellsten Internetcafes in ganz Ghana nutzen, um ein paar neue Bilder hochzuladen. Allerdings murrt auch auch hier der Rechner, sobald ich Bilder mit etwas hoeherer Aufloesung bzw. komplizierteren Einstellungen hochladen will und es dauert prinzipiell wieder ziemlich lange, so dass die Auswahl auch heute sehr beschraenkt ist. Das ist wirklich frustrierend...
Ansonsten geht es mir nach meinem ersten richtig heftigen Magen-Darm-Infekt (Durchfall, Uebelkeit mit Erbrechen, Fieber.... ich hab's nicht mal mehr ohne Hilfe allein auf die Toilette geschafft!) Anfang der Woche zum Glueck wieder richtig gut. Aber da muss wohl frueher oder spaeter jeder hier mal durch, alle anderen Volunteers im Dorf hatten das auch schon und ich betrachte es als verspaetete Feuertaufe bzw. endgueltigen Anpassungsprozess meines Koerpers an Essen und Umstaende hier. Aus diesem Grund bin ich diese Woche nun noch gar nicht in der Schule gewesen. Die Lehrerinnen haben schon erzaehlt, dass die Kinder mich ganz schrecklich vermisst haben, ist das nicht suess? Mal sehen, wie die Schule morgen nach dem Debakel letzte Woche so laeuft...
neue Bilder...
Freitag, 7. November 2008
Das ging zu weit!!!
Okay, bislang war hier alles eigentlich immer sehr schoen und spannend oder zumindest interessant anders und mit einer gesunden Portion Humor liessen sich auch weniger angenehme Situationen letztendlich ertragen, aber heute habe einfach mal die Nerven verloren denn da hoerte der Spass wirklich auf...
Nachdem ich mich in den letzten 2 Wochen inzwischen recht gut mit der einen Lehrerin meiner Klasse, Evelyn, arrangiert habe und wir uns im Unterricht halbwegs sinnvoll ergaenzten, ist diese Woche die 2. Lehrerin Iva wieder aufgetaucht, die ich seit meiner ersten Woche hier nicht mehr gesehen hatte. Im Schlepptau: ihr Baby samt "Babysitterin". Theoretisch sind ausser mir also noch drei erwachsene Menschen mit in der Klasse. Praktisch sieht es so aus, dass z.B. Iva gerade ein ausfuehrliches ghanaisches Fruehstueck mit Reis, Fisch usw. am Lehrertisch zu sich nimmt, Evelyn derweil ihren Sohn in den Armen wiegt und die "Babysitterin" gerade mal wieder verschwunden ist. Ich steh derweil also vor den 80 Kindern, unterrichte irgendwie und rufe den anderen dann ab und an mal zu "Halloooo? Koennte vielleicht mal jemand uebersetzen?!". Iva selbst scheint lehrertechnisch wirklich voellig unfaehig zu sein und der Stock ist quasi ihr verlaengerter Arm, sie schlaegt einfach immer wieder froehlich auf die Kinder ein!! Mir kratzte schon mal der Kragen, als sie mich heute dazu aufforderte, ein Kind zu schlagen, weil es die Antwort nicht wusste. Als ich mich weigerte, lachte sie mich aus. In diesem Zusammenhang ist es wohl lohnenswert zu erwaehnen, dass Anfang dieser Woche in Akroso ein zweitaegiger Workshop fuer Vorschul-Lehrer stattfand, zu dem uns unsere Lehrer mitnahmen und bei dem ich dann noch mal von offizieller Seite erfuhr, dass es in Ghana tatsaechlich inzwischen verboten ist, Kinder in der Schule zu schlagen (das darf "nur" noch der Headmaster selbst) und den Lehrern dabei nahegelegt wurde, dass doch zu unterlassen. Eben darauf wagte ich dann Iva heute im Unterricht aufmerksam zu machen, worauf sie wieder nur lachte, aber nun zumindest meinen Standpunkt kannte. Ein wenig spaeter gab es wieder eine Situation, in der ein Kind geschlagen wurde, weil es die Antwort nicht kannte. Daraufhin nahm die Lehrerin absichtlich Kinder dran, von denen sie genau wusste, dass sie die Antwort ebenfalls nicht kannten (weil sie z.B. gerade geschlafen haben oder stofflich wirklich nicht so weit sind) um sie dann natuerlich auch wieder zu schlagen. Dann begann sie, quasi systematisch von vorn nach hinten alle Kinder nacheinander zu fragen. Diese waren aber inzwischen so eingeschuechtert, dass sie aus lauter Angst gar nichts mehr sagten. Und das betraf auch Kinder, von denen ich genau wusste, dass sie Antwort eigentlich sogar kennen!
So wurden etwa 40 Kinder vor meinen Augen nacheinander geschlagen und ich war gerade kurz davor, protestierend den Raum zu verlassen, als mich Iva unverbluehmt und grinsend fragte, warum ich denn so traurig ausschaue und ob ich irgendein Problem haette. Das war mir dann einfach zu viel und ich brach unvermittelt in Traenen aus und erklaerte den beiden, dass es mir unertraeglich ist, wenn sie die Kinder so schlagen. Damit habe ich unbeabsichtigt wirklich enorme Bestuerzung bei beiden Lehrerinnen ausgeloest, die mir sofort hoch und heilig versprachen, die Kinder nie wieder zu schlagen. Ob sie sich daran halten, werde ich naechste Woche sehen, ich habe nach der ersten Stunde zunaechst die Schule verlassen, weil mir das Ganze heute einfach zu nahe gegangen ist.
Ich meine, okay, hier herrschen andere Sitten, die Traditionen sind tief verwurzelt, Kinder werden hier in der Schule wie auch zu Hause von ihren Eltern regelmaessig physisch bestraft, ohne dass gleich lauter kleine Psychopathen durch das Land rennen. Und ich bin mir auch darueber im Klaren, dass es vor nur 100 Jahren bei uns nicht anders aussah und versuche, die fremden Verhaeltnisse hier weitestgehend zu akzeptieren, wenn ich auch nicht respektieren kann. Aber das heute ging einfach zu weit!!!
Wer weiss, vielleicht hat mein Gefuehlsausbruch heute ja auch etwas gebracht und sie schlagen die Kinder zumindest in meiner Gegenwart in Zukunft seltener...
Nachdem ich mich in den letzten 2 Wochen inzwischen recht gut mit der einen Lehrerin meiner Klasse, Evelyn, arrangiert habe und wir uns im Unterricht halbwegs sinnvoll ergaenzten, ist diese Woche die 2. Lehrerin Iva wieder aufgetaucht, die ich seit meiner ersten Woche hier nicht mehr gesehen hatte. Im Schlepptau: ihr Baby samt "Babysitterin". Theoretisch sind ausser mir also noch drei erwachsene Menschen mit in der Klasse. Praktisch sieht es so aus, dass z.B. Iva gerade ein ausfuehrliches ghanaisches Fruehstueck mit Reis, Fisch usw. am Lehrertisch zu sich nimmt, Evelyn derweil ihren Sohn in den Armen wiegt und die "Babysitterin" gerade mal wieder verschwunden ist. Ich steh derweil also vor den 80 Kindern, unterrichte irgendwie und rufe den anderen dann ab und an mal zu "Halloooo? Koennte vielleicht mal jemand uebersetzen?!". Iva selbst scheint lehrertechnisch wirklich voellig unfaehig zu sein und der Stock ist quasi ihr verlaengerter Arm, sie schlaegt einfach immer wieder froehlich auf die Kinder ein!! Mir kratzte schon mal der Kragen, als sie mich heute dazu aufforderte, ein Kind zu schlagen, weil es die Antwort nicht wusste. Als ich mich weigerte, lachte sie mich aus. In diesem Zusammenhang ist es wohl lohnenswert zu erwaehnen, dass Anfang dieser Woche in Akroso ein zweitaegiger Workshop fuer Vorschul-Lehrer stattfand, zu dem uns unsere Lehrer mitnahmen und bei dem ich dann noch mal von offizieller Seite erfuhr, dass es in Ghana tatsaechlich inzwischen verboten ist, Kinder in der Schule zu schlagen (das darf "nur" noch der Headmaster selbst) und den Lehrern dabei nahegelegt wurde, dass doch zu unterlassen. Eben darauf wagte ich dann Iva heute im Unterricht aufmerksam zu machen, worauf sie wieder nur lachte, aber nun zumindest meinen Standpunkt kannte. Ein wenig spaeter gab es wieder eine Situation, in der ein Kind geschlagen wurde, weil es die Antwort nicht kannte. Daraufhin nahm die Lehrerin absichtlich Kinder dran, von denen sie genau wusste, dass sie die Antwort ebenfalls nicht kannten (weil sie z.B. gerade geschlafen haben oder stofflich wirklich nicht so weit sind) um sie dann natuerlich auch wieder zu schlagen. Dann begann sie, quasi systematisch von vorn nach hinten alle Kinder nacheinander zu fragen. Diese waren aber inzwischen so eingeschuechtert, dass sie aus lauter Angst gar nichts mehr sagten. Und das betraf auch Kinder, von denen ich genau wusste, dass sie Antwort eigentlich sogar kennen!
So wurden etwa 40 Kinder vor meinen Augen nacheinander geschlagen und ich war gerade kurz davor, protestierend den Raum zu verlassen, als mich Iva unverbluehmt und grinsend fragte, warum ich denn so traurig ausschaue und ob ich irgendein Problem haette. Das war mir dann einfach zu viel und ich brach unvermittelt in Traenen aus und erklaerte den beiden, dass es mir unertraeglich ist, wenn sie die Kinder so schlagen. Damit habe ich unbeabsichtigt wirklich enorme Bestuerzung bei beiden Lehrerinnen ausgeloest, die mir sofort hoch und heilig versprachen, die Kinder nie wieder zu schlagen. Ob sie sich daran halten, werde ich naechste Woche sehen, ich habe nach der ersten Stunde zunaechst die Schule verlassen, weil mir das Ganze heute einfach zu nahe gegangen ist.
Ich meine, okay, hier herrschen andere Sitten, die Traditionen sind tief verwurzelt, Kinder werden hier in der Schule wie auch zu Hause von ihren Eltern regelmaessig physisch bestraft, ohne dass gleich lauter kleine Psychopathen durch das Land rennen. Und ich bin mir auch darueber im Klaren, dass es vor nur 100 Jahren bei uns nicht anders aussah und versuche, die fremden Verhaeltnisse hier weitestgehend zu akzeptieren, wenn ich auch nicht respektieren kann. Aber das heute ging einfach zu weit!!!
Wer weiss, vielleicht hat mein Gefuehlsausbruch heute ja auch etwas gebracht und sie schlagen die Kinder zumindest in meiner Gegenwart in Zukunft seltener...
Mittwoch, 5. November 2008
Ein typischer Tag in Akroso
Da mich schon einige danach gefragt haben, moechte ich hier mal kurz meinen ueblichen Tagesablauf beschreiben.
Der Tag beginnt in der Regel sehr frueh, meist wache ich kurz nach fuenf, mitunter auch schon eher auf, je nachdem, wie stark die Blase drueckt. ;-) Allerdings geht die Sonne erst gegen halb fuenf auf, bis dahin muss ich mich im Ernstfall ohnehin gedulden, bis ich quer ueber den Hof zum Toilettenhaeuschen huepfen kann. Dann gibt es erst mal eine Eimerdusche, wobei ich dafuer nicht selten anstehen muss. Die Zeit bis zum Fruehstueck gegen um 7 gemeinsam mit Judith und Todd vertreibe ich mir dann, das erste Tageslicht ausnutzend, mit Lesen oder Tagebuchschreiben. Gegen dreiviertel acht mache ich mich mit Judith auf den Weg zur Schule, die zum Glueck gar nicht so weit weg ist, so dass ich dann die Zeit zwischen um 8 bis zum offiziellen Unterrichtsbeginn halb 9 zum Saeubern und Vorschreiben der Schiefertafeln bzw. zur Gestaltung des Tafelbildes nutzen kann. Die erste Stunde geht bis um 10, dann gibt es eine halbe Stunde Pause (die Clara wiederum mit der Bearbeitung der Schiefertafeln verbringt). Die zweite Unterrichtsstunde dauert dann nochmals 90 Minuten bis um 12. Danach koennen Judith und ich immer schon nach Hause gehen, da nach der Mittagspause nur noch eine halbe Stunde "Unterricht" stattfindet, in der dann aber die Kinder wohl sowieso zu nix sinnvollem mehr zu bringen seien... Ich finde eineinhalb Stunden am Stueck bereits eine Zumutung fuer die Kleinen!
Wir zwei sind aber danach auch immer fix und fertig, freuen uns ueber das bereitstehende Mittagessen zu Hause, stellen den Ventilator auf die Veranda und brauchen in der Regel erst mal eine dreiviertel Stunde, um ueberhaupt wieder in die Gaenge zu kommen.
Die Nachmittag sind dann immer schnell ausgefuellt: Hin und wieder fahre ich, so wie jetzt gerade, in die naechste Stadt Swedru ins Internetcafe, was etwa 40 minuten mit dem Trotro dauert. Dann steht zweimal die Woche Waeschewaschen auf dem Programm (ich habe einfach zu wenig Sachen mit und muss mir endlich mal was naehen lassen!!), ansonsten ist Dienstags und Freitags Markt, von dem man eigentlich auch immer ein Kleinigkeit braucht.
Abends nach dem Dinner treffen sich alle Freiwilligen bei einer der Gastfamilien und wir schmieden Plaene fuers Wochenende oder traeumen gemeinsam von Dingen, die wir jetzt gern essen wuerden (Kaese, Pizza, Schwarzbrot, Salat...). Gegen 20:00 uhr gehen wir eigentlich alle schon Richtung Bett, dann vielleicht noch ein wenig im Schein der Stirnlampe lesen und spaetestens zwischen um neun und halb zehn fallen mir dann auch schon die Aeuglein zu. Hier findet alles eben ein paar Stunden frueher statt! :-)
Der Tag beginnt in der Regel sehr frueh, meist wache ich kurz nach fuenf, mitunter auch schon eher auf, je nachdem, wie stark die Blase drueckt. ;-) Allerdings geht die Sonne erst gegen halb fuenf auf, bis dahin muss ich mich im Ernstfall ohnehin gedulden, bis ich quer ueber den Hof zum Toilettenhaeuschen huepfen kann. Dann gibt es erst mal eine Eimerdusche, wobei ich dafuer nicht selten anstehen muss. Die Zeit bis zum Fruehstueck gegen um 7 gemeinsam mit Judith und Todd vertreibe ich mir dann, das erste Tageslicht ausnutzend, mit Lesen oder Tagebuchschreiben. Gegen dreiviertel acht mache ich mich mit Judith auf den Weg zur Schule, die zum Glueck gar nicht so weit weg ist, so dass ich dann die Zeit zwischen um 8 bis zum offiziellen Unterrichtsbeginn halb 9 zum Saeubern und Vorschreiben der Schiefertafeln bzw. zur Gestaltung des Tafelbildes nutzen kann. Die erste Stunde geht bis um 10, dann gibt es eine halbe Stunde Pause (die Clara wiederum mit der Bearbeitung der Schiefertafeln verbringt). Die zweite Unterrichtsstunde dauert dann nochmals 90 Minuten bis um 12. Danach koennen Judith und ich immer schon nach Hause gehen, da nach der Mittagspause nur noch eine halbe Stunde "Unterricht" stattfindet, in der dann aber die Kinder wohl sowieso zu nix sinnvollem mehr zu bringen seien... Ich finde eineinhalb Stunden am Stueck bereits eine Zumutung fuer die Kleinen!
Wir zwei sind aber danach auch immer fix und fertig, freuen uns ueber das bereitstehende Mittagessen zu Hause, stellen den Ventilator auf die Veranda und brauchen in der Regel erst mal eine dreiviertel Stunde, um ueberhaupt wieder in die Gaenge zu kommen.
Die Nachmittag sind dann immer schnell ausgefuellt: Hin und wieder fahre ich, so wie jetzt gerade, in die naechste Stadt Swedru ins Internetcafe, was etwa 40 minuten mit dem Trotro dauert. Dann steht zweimal die Woche Waeschewaschen auf dem Programm (ich habe einfach zu wenig Sachen mit und muss mir endlich mal was naehen lassen!!), ansonsten ist Dienstags und Freitags Markt, von dem man eigentlich auch immer ein Kleinigkeit braucht.
Abends nach dem Dinner treffen sich alle Freiwilligen bei einer der Gastfamilien und wir schmieden Plaene fuers Wochenende oder traeumen gemeinsam von Dingen, die wir jetzt gern essen wuerden (Kaese, Pizza, Schwarzbrot, Salat...). Gegen 20:00 uhr gehen wir eigentlich alle schon Richtung Bett, dann vielleicht noch ein wenig im Schein der Stirnlampe lesen und spaetestens zwischen um neun und halb zehn fallen mir dann auch schon die Aeuglein zu. Hier findet alles eben ein paar Stunden frueher statt! :-)
Barack, Barack.... Barack Obama!!
...so geht der Refrain eines ghana-typisch anmutenden Songs, der hier seit Wochen im Radio dudelt. Jetzt sind alle hier hellauf begeistert, dass ein Farbiger der neue Praesident der Vereinigten Staaten ist. Schon merkwuerdig, waere Obama ein Weisser, wuerde ihn hier vermutlich keiner kennen. Mit dem Namen McCain konnte hier jedenfalls noch keiner, den ich darauf angesprochen habe, etwas anfangen. Mmh, die Hautfarbe ist mitunter eben doch noch das alles Entscheidende!
(Ich freu' mich aber auch... :-) )
(Ich freu' mich aber auch... :-) )
erstes Novemberwochenende
Letztes Wochenende haben sich mal alle acht Freiwilligen in unserem Dorf Akroso zusammengerauft und gemeinsam was unternommen. Auf diese Weise fuellten wir immer beinahe ein ganzes Trotro aus, so dass sich die wenigen Ghanaer in den Minibussen zwischen all den Weissen ganz verloren gefuehlt haben muessen! Die meiste Zeit des Wochenendausflugs stand quasi Shoppen auf dem Plan, da es fuer ist von uns das letzte Wochenende hier ist und noch eine Menge Mitbringsel erworben werden mussten. Todd hat das als einziger Mann zwischen all den Maedels wirklich in bewunderswerter Weise ertragen. Zunaechst waren wir in einer Glasperlenmanufaktur, wo wir eher ungeplant einen kleinen Einblick in die Perlenherstellung erhielten, bevor der halbe Souvenirladen aufgekauft wurde (allerdings nicht massgeblich von mir, trotzdem habe ich an dich gedacht, Kerstin, und ein paar hoffentlich nette Stuecke fuer dich zum Weiterverarbeiten ergattert!). Danach waren wir alle schrecklich hungrig, und da es einigen von uns ploetzlich nach Pizza geluestete, machten wir uns kurzerhand auf in die Hauptstadt, da wir ohnehin in einem Beach Resort am Rande von Accra uebernachten wollten, und assen so richtig unghanaische Pizza. Im Beach Resort "Big Millis Backyard" kamen wir dann so spaet an, dass keine der niedlichen Huetten noch frei war. Letztendlich konnten wir aber noch ein paar Plaetze im sog. "Loft" ergattern, einer Art ueberdachten aber sehr luftigen Terasse, auf deren Boden (gluecklicherweise ziemlich dicke) Schaumstoffmatratzen unter Moskitonetzen aufgebaut wurden. Unseren Kram konnten wir dann in grossen Holzkisten zu Fuessen unserer Betten verstauen. Alles in allem war das wirklich eine witzige Unterkunft, zumal die ganze Anlage sehr liebevoll gestaltet war und irgendwie Gemuetlichkeit verbreitete. Ein bisschen bloed war, dass die Reaggae-Band an diesem Abend direkt vor unserem Loft spielte, und das bis gegen zwei Uhr. Aber die war weniger laut als die Beschallung damals in Cape Coast und zumindest hatten hierbei auch eine ganze Menge Leute wirklich Spass. Nach einer kurzen Nacht und ausfuehrlichen Einkaeufen am naechsten Tag entschieden Judith und ich, uns fuer die naechste Nacht noch eine der wieder freigewordenen "self-contained" Huetten (= mit eigener echter Dusche uuuuuunnnnd WC!!! Purer Luxus!!!!) zu leisten, waehrend alle anderen sich schon wieder auf den Heimweg machten. Die Nacht auf einer bequemen Matratze hat echt gut getan!
Am naechsten Morgen stellten wir dann fest, dass wir ziemlich knapp bei Kasse waren, schafften es mit viel Wagemut und Glueck (davon muss ich eigentlich unbedingt noch mal genauer berichten!) aber noch preisguenstig zurueck nach Swedru, wo dann jedoch leider der ATM streikte. Kein ATM = kein neues Geld! Wir waren wirklich pleite, konnten nur noch das letzte Kleingeld fuer ein Trotro zurueck nach Akroso zusammenkratzen und mussten uns dann schliesslich von Todd Geld leihen, um am naechsten Tag in die andere nahe Stadt Oda zum Geldholen zu fahren. Also ohne Geld ist man auch hier ganz schoen aufgeschmissen!!
Am naechsten Morgen stellten wir dann fest, dass wir ziemlich knapp bei Kasse waren, schafften es mit viel Wagemut und Glueck (davon muss ich eigentlich unbedingt noch mal genauer berichten!) aber noch preisguenstig zurueck nach Swedru, wo dann jedoch leider der ATM streikte. Kein ATM = kein neues Geld! Wir waren wirklich pleite, konnten nur noch das letzte Kleingeld fuer ein Trotro zurueck nach Akroso zusammenkratzen und mussten uns dann schliesslich von Todd Geld leihen, um am naechsten Tag in die andere nahe Stadt Oda zum Geldholen zu fahren. Also ohne Geld ist man auch hier ganz schoen aufgeschmissen!!
24. bis 26.10.: Ausflug nach Cape Coast
Hallo liebe Leser und Mitfiebernde!
Nein, ich bin nicht an Malaria erkrankt und musste das Bett hueten, ich hatte einfach innerhalb der letzten Woche keine rechte Gelegenheit, das Internet zu nutzen und habe nun daher wahrlich eine Menge zu berichten!
Beginnen moechte ich mit dem vorletzten Wochenende, welches ich mir Judith und vier weiteren Freiwilligen aus der naechstgroesseren Stadt im geschichtstraechtigen Cape Coast verbrachte. Diese fuer ghanaische Verhaeltnisse recht touristisch anmutende Kuestenstadt erlangte teils eher traurige Beruehmtheit als eine der Hochburgen des Sklavenhandels. Entsprechende Verliesse, in denen die Sklaven oft monatelang zu hunderten zusammengefercht auf die Schiffe warteten, welche sie in die neue Welt bringen sollten, lassen sich mit einem sehr mulmigen Gefuehl in der Magengegend im Cape Coast Castle bestaunen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Cape Coast sogar die Hauptstadt der Kolonie Goldkueste, wobei sich zuvor so ziemlich alle bedeutenden Kolonialmaechte irgendwann mal dort eingenistet und dann gegenseitig wieder vertrieben haben, bis schliesslich die Briten die Oberhand gewannen. Das Castle haben wir aber letztendlich erst an Tag 3 unseres Aufenthalts dort besucht. Wir hatten uns bereits am Freitagmorgen auf den Weg dorthin begeben, mittags erst mal unser Hostel gesucht, schliesslich auch gefunden und bezogen und dann den Buecherladen der Stadt gepluendert (na ja, nicht ganz, aber das war nach vergeblicher Suche in der Hauptstadt Accra (!) der erste wirkliche Buecherladen, den ich in diesem Land aufstoebern konnte, und auch wenn die Auswahl sehr bescheiden war, konnte ich etwas Lesenachschub ergattern).
Die erste Nacht in Cape Coast war dann eine der laengsten meines Lebens und eigentlich meine erste richtig miese Erfahrung in diesem Land! Direkt vor unserem Hostel fanden naehmlich die Feierlichkeiten einer ghanaischen Beerdigung statt. Beerdigungen sind hier immer regelrechte Partys, beginnen eigentlich immer Freitags und dauern dann bis Sonntagnacht. Dafuer wurden in dem hier beschriebenen Fall riesige Lautsprecherboxen aufgestellt, welche, vollkommen uebersteuert und in ohrenbetaeubender Lautstaerke die ganze Nacht (WIRKLICH die GANZE Nacht!!) das halbe Stadtviertel beschallten. Das ganze war so laut, dass es mit Stoepseln in den Ohren gerade nicht mehr wehtat (mal abgesehen davon, dass das ganze Gebaeude im Rhythmus des Bass mitschwang), ein Konzert der Red Hot Chili Peppers in der ersten Reihe stelle ich mir weniger laut vor!! Das wirklich aergerliche daran war, dass ab 22:00 Uhr wie sonst ueberall auch voellig tote Hose war, d.h. saemtliche Gaeste verliessen die Festzelte, allein zwei Maenner blieben, um den Computer staendig mit neuer Musik zu fuettern. Alle umlebenden Ghanaer haben vermutlich mehr oder weniger friedlich geschlafen (die muessen eh alle schon taub sein!!), einzig all die Touristen und Volunteers in den beiden danebenstehenden Hostels haben in dieser Nacht kein Auge zugetan. Dreimal habe ich mich in dieser Nacht mit den Managern unseres Hostels unterhalten, die wirklich total nett waren, unseren Unmut vollkommen nachvollziehen, leider aber nichts ausrichten konnten. Das sei nun mal Tradition so, damit alle die ganze Nacht ueber an den Verstorbenen denken. Na klar, als ob die Ghanaer schon vor hunderten von jahren Hifi-Anlagen zur Beschallung ihrer Beerdigungen benutzt haetten... Na ja, bloss gut, dass ich diesen Bericht nicht unmittelbar am naechsten Tag verfasst habe, da waere er sicher sehr viel boesartiger ausgefallen. Inzwischen kann ich schon darueber lachen und weiss nun, dass ich in Zukunft um ghanaische Beerdigungen wenn moeglich immer einen grossen Bogen machen werde!
Trotz durchwachter Nacht hielten wir an unserem Plan fest und begaben uns am darauffolgenden Samstag schon recht zeitig auf zum Kakum Nationalpark noerdlich von Cape Coast, wo man dank Haengebruecken in bis zu 40 Metern Hoehe einen Baumkronenpfad entlang gehen und den Regenwald teilweise von oben bewundern kann. Sehr beeindruckend, aber sicher nichts fuer Menschen mit Hoehenangst. :-) Und es waere auch interessant zu erfahren, wieviele Kameras und Fernglaeser inzwischen irgendwo auf dem Waldboden schlummern, denn da sollte man wirklich nix fallen lassen! Der Regenwald gehoert fuer mich zu den wunderbarsten Dingen, die ich hier hautnah erleben kann, wo ich doch Baeume und Natur und alles Gruene so liebe! Da wir wirklich puenktlich zur Oeffnung des Parks am Morgen dort waren, hatten wir zunaechst den Wald fast fuer uns, erst auf dem Rueckweg stroemten uns dann die Touristenmassen entgegen.
Nach diesem Ausflug, auf dem wir mal wieder erschreckend viele Deutsche getroffen haben, waren wir an diesem Tag eigentlich zu nichts mehr zu gebrauchen. Am Abend gab's gluecklicherweise dann keine Beerdigungspartymusik und wir haben erst mal richtig viel geschlafen. Am naechsten Tag stand dann die Besichtigung des Castles auf dem Programm, umrahmt von von aus Kaesesandwiches bestehenden Mahlzeiten (Kaese!!! Der fehlt mir hier so, und wenn ich dann mal in irgendeinem Restaurant etwas mit Kaese bestelle, ist es immer nur Schmelzkaese aus Oesterreich, aber immerhin!!!).
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