Heute nutze ich noch mal die letzte Moeglichkeit fuers Internet, bevor wir in den Norden starten. Heute vormittag habe ich bereits damit begonnen, mal all meinen Kram, der sich in den letzten Monaten so in unserem Zimmer angesammelt hat, zu sichten und zu sortieren: kommt mit auf die Reise, bleibt erst mal hier aber kommt mit nach Deutschland oder bleibt hier in Ghana fuer meine Gastfamilie oder auch andere Freiwillige im Dorf... Gar nicht so einfach, da den Ueberblick zu behalten.
Heute kam eine der Lehrerinnen aus unserer Schule noch mal vorbei, um mich mehr oder weniger offiziell zu verabschieden (normalerweise waere das wohl an meinem letzten Schultag diese Woche geschehen, aber durch das bereits erwaehnte Sportfest war da ja einiges durcheinander geraten...) und mir ein Dankeschoen-Present zu ueberreichen: ein in typisch ghanaischem Stil geschnittener, fuer mich geschneiderter Zweiteiler mit langem Rock und Top - in grellem Pink!! Ich fand das wirklich wahnsinnig lieb und habe mich auch sehr ueber die Geste selbst gefreut. Wann ich das etwas uebergrosse Ungetuem aber tatsaechlich mal tragen soll, weiss ich nicht so recht. Vielleicht zum naechsten Fasching, wenn ich mich als grosses pinkes Fass verkleiden will? Aber wie gesagt, die Geste hat mich wirklich sehr geruehrt!
Da meine Gastmama Emma letzte Woche ganz ungefragt komplett von Brust bis Fussknoechel meine Maasse genommen hat, kann ich von ihr wohl auch noch mit einem textilen Abschiedsgeschenk rechnen. Mal schauen, das Massnehmen verspricht eine etwas bessere Passform und was den Stoff angeht, kann ich mich nur wieder ueberraschen lassen. :-) Zwei edle Roecke hat sie auf Anfrage bereits fuer mich geschneidert, das war schon mal vielversprechend. Ueberhaupt habe ich insgesamt das Gefuehl, dass mit meinem nahenden Abschied alle noch viel herzlicher und freundlicher zu mir sind als sonst ohnehin schon. Und wenn ich durch das Dorf spaziere, scheint sich ganz Akroso gerade noch mal von seiner besten Seite zeigen zu wollen. Da faellt der Abschied besonders schwer!
Gestern war ich auch mal bei dem riesigen Sportfest hier in Akroso und habe voller Bewunderung bei einigen der Finale zugeschaut, bei denen sich die Schueler in bruetender Mittagshitze koerperlich verausgabten. Was mich dabei besonders bewegt hat: Auf dem Fest sprangen auch viele meiner Schueler herum, so dass ich immer wieder aus der Menge ein "Hallo, Madame Clara" hoeren konnte, wobei aber die meisten von ihnen Probleme mit der Aussprache des "r" haben, so dass sie tatsaechlich immer "Madame Claga" rufen. Aber dennoch bin ich natuerlich maechtig stolz, dass es inzwischen einige Dutzend Kinder in Akroso gibt, die mir nicht mehr nur "obruni" hinterherbruellen. :-)
Die ziemlich kuehlen Temperaturen letzte Woche schienen uebrigens doch sehr ungewoehnlich und nicht nur einer dank Erkaeltung stark veraenderten Temperaturwahrnehmung meinerseits geschuldet gewesen zu sein. Inzwischen ist es wieder normal heiss und nachts muessen wir auch wieder den Ventilator einschalten, um nicht in unseren eigen Schweisspfuetzen schlafen zu muessen. Ein bisschen Sorge habe ich ja schon wegen des vermutlich noch sehr viel heisseren und trockeneren Wetters im Norden Ghanas, aber dort wird es nachts dann prinzipiell wirklich kuehl...
Samstag, 31. Januar 2009
Mittwoch, 28. Januar 2009
Wenig Schule und Kofis Geburtstag
Wie schoen: ich bin wieder weitestgehend wohl auf, das Internet ist diese Woche recht zuerverlaessig und ich habe somit ausreichend Gelegenheit, meine letzte Woche in Akroso zu dokumentieren.
Erst mal gab's wieder eine Daempfer: Da diese Woche an allen Schulen in Akroso Sportfest ist, findet praktisch kein Unterricht statt. Zwar sind nur die Klassen ab der Grundschule involviert so dass die Vorschulkinder theoretisch normal Schule haetten, aber die in der Mehrzahl nicht gerade fleissigen Lehrer sowie die Tatsache, dass die meisten Eltern ihre Juengsten gar nicht erst zur Schule schicken, machen einen normalen Unterricht voellig unmoeglich. Am Montag ging es noch: da kamen immerhin noch knapp 60 Kinder in meine Klasse und ich konnte auch die eine Lehrerin, die sich an dem Tag in die Schule bequemt hatte, dazu draengen, mich bei Unterrichten zu unterstuetzen, da meine Stimme noch nicht ganz wiederhergestellt war. Am Dienstag dann waren kaum noch 30 meine Kinder da und die Motivation der Lehrerin voellig erloschen, so dass sie mich mit der dann nur all zu schnell ausser Rand und Band geratenden Rasselbande die meiste Zeit allein liess.. Immherhin konnte ich die wenigen Schueler dann noch mit Singen und Malen beschaeftigen, aber Naomi, quasi die Chef-Lehrerin unserer Vorschule, meinte zu Judith und mir, dass wir fuer den Rest der Woche gar nicht erst zu kommen braeuchten. Sie allein wuerde noch zum Aufschliessen des Gebaeudes kommen aber an Unterricht sei ohnehin nicht mehr zu denken. Und das in meiner allerletzten Schulwoche hier?!! Ich bin dann heute trotzdem noch mal hingegangen, bestueckt mit meiner Kamera, um erst ein wenig mit den Kindern zu singen und dann fleissig noch ein paar letzte Bilder zu machen. Das war bei den nur etwa 35 erscheinden Schueler beider Klassen (von ca. insgesamt ca. 150) nicht mehr all zu ergiebig und leider habe ich nun gar keine Gelegenheit mehr, viele meiner Lieblinge, die heute nicht anwesend waren, noch mal fuer mich festzuhalten. Aber die Kinder waren wie immer begeistert vom Vorgang des Fotografierens inklusive des sich gleich anschliessenden Anschauens der Bilder (Digitalkameras mit ihren Displays sind schon eine tolle Erfindung), wobei sie insbesondere von der Funktion des Blitzes angetan waren. :-) Bei der ganzen Sache wurde mir schliesslich richtig traurig zumute, weil ich doch ganz viele der Kleinen unheimlich ins Herz geschlossen habe und da tut der (nun auch noch vorzeitige!) Abschied schon weh!
Ansonsten rast die Zeit und es gibt noch so viel fuer mich zu erledigen und zu organisieren, bevor ich am Sonntag auf meine zweiwoechige Tour in den Norden starte. Morgen fahren alle weiblichen Freiwilligen (teilweise noch mal) nach Koforidua, in die Hauptstadt der Eastern Region, um dort auf dem immer donnerstags stattfindenden Perlen- und Schmuckmarkt fleissig einzukaufen. Freitag geht fuer mich schon das grosse Waeschewaschen los (das ist inzwischen so viel, dass ich es lieber auf zwei Tage verteile), zu dem steht der letzte Marktbesuch in Akroso an, wo ich auch endlich mal meine Kamera zuecken werde.
Da gluecklicherweise nicht unmittelbar nach mir eine neue Freiwillige in mein Zimmer kommt, muss ich noch nicht saemtliche Zelte abbrechen, auch wenn meine (von mir fuer die Organisation bezahlte) Projektzeit naechste Woche endet, kann ich nach meiner Nordenreise noch mal fuer eine Nacht nach Akroso zurueckkehren, mich von allen verabschieden und meine ganzen Siebensachen zusammenraffen und in knapp drei Wochen nach Accra schleppen. Aber daran moechte ich jetzt noch gar nicht richtig denken, denn auch wenn ich mich in vielerlei Hinsicht wieder auf mein deutsches Zuhause freue, wird mir der Abschied von meinem ghanaischen Zuhause sicher nicht leicht fallen.
Nun aber noch eine Notiz zum letzten Wochenende: Weil ich da (ebenso wie Judith, mit der ich in den letzten Wochen immer Keime-und-Bakterien-Pingpong spielen konnte) gesundheitlich noch nicht wieder ganz auf dem Dampfer war (und am Samstagabend mal wieder einen Blick auf mein halbverdautes Abendbrot werfen konnte), standen keine grossartigen Plaene an. Aber am Sonntag konnten wir endlich ein Versprechen einloesen, und unsere Gastgeschwister Kofi und Saakwa mit zum naechstgelegenen Strandort Winneba nehmen. Da die zwei sonst kaum Gelegenheit haben, Akroso zu verlassen, war fuer sie bereits so ein kleiner Tagesausflug eine ganz tolle Sache. Und wie wunderbar ist es z.B. Kofi voller Ausgelassenheit und Freude im Wasser planschen und durch den Sand rennen zu sehen!! Fuer ihn war es auch beinahe ein kleines vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, denn am Montag wurde er stolze 13 Jahre alt. Auch wenn die Ghanaer Geburtstage normalerweise nicht wirklich feierlich begehen, so hat unsere gastfamilie durch all die Freiwilligen hier doch einiges von dieser europaeischen Tradition uebernommen. Daher haben wir fuer Kofi ein ziemlich cooles T-Shirt (eins mit Polokragen und Bob Marley drauf, was cooleres kann sich ein ghanaischer Junge kaum wuenschen ;-) ) besorgt und abends gab's dann noch einen grossen Topf von meiner Mutter Weihnachten mitgebrachten Instant-Schokopudding! Damit haben wir mindestens ein Dutzend Kinder maechtig gluecklich gemacht (allein der Name dieser wundersamen Suessspeise created excessive delight: choco-lat-pud-ding!!) und Kofi eine waschechte Geburtstagsparty beschert.
Erst mal gab's wieder eine Daempfer: Da diese Woche an allen Schulen in Akroso Sportfest ist, findet praktisch kein Unterricht statt. Zwar sind nur die Klassen ab der Grundschule involviert so dass die Vorschulkinder theoretisch normal Schule haetten, aber die in der Mehrzahl nicht gerade fleissigen Lehrer sowie die Tatsache, dass die meisten Eltern ihre Juengsten gar nicht erst zur Schule schicken, machen einen normalen Unterricht voellig unmoeglich. Am Montag ging es noch: da kamen immerhin noch knapp 60 Kinder in meine Klasse und ich konnte auch die eine Lehrerin, die sich an dem Tag in die Schule bequemt hatte, dazu draengen, mich bei Unterrichten zu unterstuetzen, da meine Stimme noch nicht ganz wiederhergestellt war. Am Dienstag dann waren kaum noch 30 meine Kinder da und die Motivation der Lehrerin voellig erloschen, so dass sie mich mit der dann nur all zu schnell ausser Rand und Band geratenden Rasselbande die meiste Zeit allein liess.. Immherhin konnte ich die wenigen Schueler dann noch mit Singen und Malen beschaeftigen, aber Naomi, quasi die Chef-Lehrerin unserer Vorschule, meinte zu Judith und mir, dass wir fuer den Rest der Woche gar nicht erst zu kommen braeuchten. Sie allein wuerde noch zum Aufschliessen des Gebaeudes kommen aber an Unterricht sei ohnehin nicht mehr zu denken. Und das in meiner allerletzten Schulwoche hier?!! Ich bin dann heute trotzdem noch mal hingegangen, bestueckt mit meiner Kamera, um erst ein wenig mit den Kindern zu singen und dann fleissig noch ein paar letzte Bilder zu machen. Das war bei den nur etwa 35 erscheinden Schueler beider Klassen (von ca. insgesamt ca. 150) nicht mehr all zu ergiebig und leider habe ich nun gar keine Gelegenheit mehr, viele meiner Lieblinge, die heute nicht anwesend waren, noch mal fuer mich festzuhalten. Aber die Kinder waren wie immer begeistert vom Vorgang des Fotografierens inklusive des sich gleich anschliessenden Anschauens der Bilder (Digitalkameras mit ihren Displays sind schon eine tolle Erfindung), wobei sie insbesondere von der Funktion des Blitzes angetan waren. :-) Bei der ganzen Sache wurde mir schliesslich richtig traurig zumute, weil ich doch ganz viele der Kleinen unheimlich ins Herz geschlossen habe und da tut der (nun auch noch vorzeitige!) Abschied schon weh!
Ansonsten rast die Zeit und es gibt noch so viel fuer mich zu erledigen und zu organisieren, bevor ich am Sonntag auf meine zweiwoechige Tour in den Norden starte. Morgen fahren alle weiblichen Freiwilligen (teilweise noch mal) nach Koforidua, in die Hauptstadt der Eastern Region, um dort auf dem immer donnerstags stattfindenden Perlen- und Schmuckmarkt fleissig einzukaufen. Freitag geht fuer mich schon das grosse Waeschewaschen los (das ist inzwischen so viel, dass ich es lieber auf zwei Tage verteile), zu dem steht der letzte Marktbesuch in Akroso an, wo ich auch endlich mal meine Kamera zuecken werde.
Da gluecklicherweise nicht unmittelbar nach mir eine neue Freiwillige in mein Zimmer kommt, muss ich noch nicht saemtliche Zelte abbrechen, auch wenn meine (von mir fuer die Organisation bezahlte) Projektzeit naechste Woche endet, kann ich nach meiner Nordenreise noch mal fuer eine Nacht nach Akroso zurueckkehren, mich von allen verabschieden und meine ganzen Siebensachen zusammenraffen und in knapp drei Wochen nach Accra schleppen. Aber daran moechte ich jetzt noch gar nicht richtig denken, denn auch wenn ich mich in vielerlei Hinsicht wieder auf mein deutsches Zuhause freue, wird mir der Abschied von meinem ghanaischen Zuhause sicher nicht leicht fallen.
Nun aber noch eine Notiz zum letzten Wochenende: Weil ich da (ebenso wie Judith, mit der ich in den letzten Wochen immer Keime-und-Bakterien-Pingpong spielen konnte) gesundheitlich noch nicht wieder ganz auf dem Dampfer war (und am Samstagabend mal wieder einen Blick auf mein halbverdautes Abendbrot werfen konnte), standen keine grossartigen Plaene an. Aber am Sonntag konnten wir endlich ein Versprechen einloesen, und unsere Gastgeschwister Kofi und Saakwa mit zum naechstgelegenen Strandort Winneba nehmen. Da die zwei sonst kaum Gelegenheit haben, Akroso zu verlassen, war fuer sie bereits so ein kleiner Tagesausflug eine ganz tolle Sache. Und wie wunderbar ist es z.B. Kofi voller Ausgelassenheit und Freude im Wasser planschen und durch den Sand rennen zu sehen!! Fuer ihn war es auch beinahe ein kleines vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, denn am Montag wurde er stolze 13 Jahre alt. Auch wenn die Ghanaer Geburtstage normalerweise nicht wirklich feierlich begehen, so hat unsere gastfamilie durch all die Freiwilligen hier doch einiges von dieser europaeischen Tradition uebernommen. Daher haben wir fuer Kofi ein ziemlich cooles T-Shirt (eins mit Polokragen und Bob Marley drauf, was cooleres kann sich ein ghanaischer Junge kaum wuenschen ;-) ) besorgt und abends gab's dann noch einen grossen Topf von meiner Mutter Weihnachten mitgebrachten Instant-Schokopudding! Damit haben wir mindestens ein Dutzend Kinder maechtig gluecklich gemacht (allein der Name dieser wundersamen Suessspeise created excessive delight: choco-lat-pud-ding!!) und Kofi eine waschechte Geburtstagsparty beschert.
Montag, 26. Januar 2009
Gutes tun in Kasoa!
Auch wenn es mir letzte Woche nicht praechtig ging, begab ich mich doch am Dienstag unter erfolgreicher Betaeubung durch Schmerzmittel nach Kasoa, um dort Freude und Glueckseligkeit zu verbreiten. :-) Genauer gesagt: Ich habe einer Schule dort eine Menge Spendengelder ueberreichen duerfen. Aber da muss ich erst mal etwas ausholen:
Katharina, eine Freundin von mir, hat dort vor einigen Jahren ebenfalls als Freiwillige unterrichtet und war letzten Sommer erneut dorthin zurueckgekehrt und zuvor gesammelte Gelder in die Schule zu investieren und dabei selbst ganz kraeftig anzupacken (Siehe katharinainghana.blogspot.com).
Als meine Mutter bei ihrem Weihnachtsbesuch die Idee hatte, mit dem Orchester des Landesmusikgymnasiums (Insidern auch unter dem Namen "Spezi" gelaeufig...) ein Benefizkonzert zu geben, um die Einnahmen an meine Schule in Akroso zu spenden, bekam ich, so schoen die Sache auch ist, erst mal Bauchschmerzen, weil ich den Lehrerinnen meiner Schule leider kaum Vertrauen entgegen bringen kann und von vornherein klar war, dass ich der Umsetzung des Geldes beispielsweise in ein neues Schuldach nicht mehr persoenlich bewohnen kann. Und dafuer, dass Geld dann tatsaechlich komplett der Schule zugute kommt oder nicht vielleicht doch in irgendwelche privaten Taschen verschwindet, kann ich einfach nicht garantieren, weil ich wie gesagt den ziemlich faulen, unmotivierten Lehrern an meiner Schule einfach nicht ausreichend vertraue... Da hat Katharina schon mal ganz andere, intensivere Beziehungen zu ihrer Schule und deren Leiterin Lydia, so dass oben erwaehntes Benefizkonzert nun also dort Hilfe bringen sollte. So traf ich mich mit Lydia am Dienstag in Kasoa, habe mir die Schule sowie die Baustelle fuer ein neues zusaetzliches Gebaeude genauer angeschaut und ziemlich viel Geld aus dem oertlichen ATM gezogen, das nun in den Weiterbau der Schule investiert wird. Und der ist wirklich noetig!! Zur Zeit werden in jedem Schulraum zwei Klassen gleichzeitig unterrichtet, wobei sie mit dem Ruecken zueinander sitzen!! Das ist wirklich kein Zustand. Ich hoffe, dass ich spaetestens in 4 Wochen ein paar Bilder dazu nachliefern werde koennen. Katharina wird hier uebrigens als richtige Heldin gefeiert!!
In drei Wochen, kurz vor meinem Abflug, werde ich noch einmal nach Kasoa fahren, um das restliche Geld abzuheben und gleich mal zu schauen, was sich in der Zwischenzeit getan hat. Ausserdem hat mich Lydia gastfreundlicherweise auch gleich zu sich nach Hause eingeladen und so bin ich schon gespannt, mal einen anderen ghanaischen Privathaushalt kennenzulernen. :-)
Katharina, eine Freundin von mir, hat dort vor einigen Jahren ebenfalls als Freiwillige unterrichtet und war letzten Sommer erneut dorthin zurueckgekehrt und zuvor gesammelte Gelder in die Schule zu investieren und dabei selbst ganz kraeftig anzupacken (Siehe katharinainghana.blogspot.com).
Als meine Mutter bei ihrem Weihnachtsbesuch die Idee hatte, mit dem Orchester des Landesmusikgymnasiums (Insidern auch unter dem Namen "Spezi" gelaeufig...) ein Benefizkonzert zu geben, um die Einnahmen an meine Schule in Akroso zu spenden, bekam ich, so schoen die Sache auch ist, erst mal Bauchschmerzen, weil ich den Lehrerinnen meiner Schule leider kaum Vertrauen entgegen bringen kann und von vornherein klar war, dass ich der Umsetzung des Geldes beispielsweise in ein neues Schuldach nicht mehr persoenlich bewohnen kann. Und dafuer, dass Geld dann tatsaechlich komplett der Schule zugute kommt oder nicht vielleicht doch in irgendwelche privaten Taschen verschwindet, kann ich einfach nicht garantieren, weil ich wie gesagt den ziemlich faulen, unmotivierten Lehrern an meiner Schule einfach nicht ausreichend vertraue... Da hat Katharina schon mal ganz andere, intensivere Beziehungen zu ihrer Schule und deren Leiterin Lydia, so dass oben erwaehntes Benefizkonzert nun also dort Hilfe bringen sollte. So traf ich mich mit Lydia am Dienstag in Kasoa, habe mir die Schule sowie die Baustelle fuer ein neues zusaetzliches Gebaeude genauer angeschaut und ziemlich viel Geld aus dem oertlichen ATM gezogen, das nun in den Weiterbau der Schule investiert wird. Und der ist wirklich noetig!! Zur Zeit werden in jedem Schulraum zwei Klassen gleichzeitig unterrichtet, wobei sie mit dem Ruecken zueinander sitzen!! Das ist wirklich kein Zustand. Ich hoffe, dass ich spaetestens in 4 Wochen ein paar Bilder dazu nachliefern werde koennen. Katharina wird hier uebrigens als richtige Heldin gefeiert!!
In drei Wochen, kurz vor meinem Abflug, werde ich noch einmal nach Kasoa fahren, um das restliche Geld abzuheben und gleich mal zu schauen, was sich in der Zwischenzeit getan hat. Ausserdem hat mich Lydia gastfreundlicherweise auch gleich zu sich nach Hause eingeladen und so bin ich schon gespannt, mal einen anderen ghanaischen Privathaushalt kennenzulernen. :-)
Es ist Winter!! ;-)
O weh, ich hab ja noch sooo viel nachzuholen an Berichten und werde jetzt versuchen, mich teilweise moeglichst kurz zu fassen damit ich langsam wieder am aktuellen Punkt angelange.
Als ich mit Judith und Lisa, die wir nach Weihnachten als einzige Volentaere im Dorf zurueckgeblieben waren, vor genau zwei Wochen aus der Green Turtle Lodge zurueck nach Akroso gekommen war, warteten dort bereits wieder drei neue Freiwillige auf uns. Nach wie vor dominieren die Deutschen die Volentaerslandschaft hier aber immerhin ist jetzt auch eine Schwedin mit von der Partie, so dass wir wenigstens ab und zu wieder zu halbwegs gepflegter Konversation auf Englisch gezwungen sind. :-)
Die erste Schulwoche nach den Ferien lief nur stotternd an: der Montag war noch komplett frei, am Dienstag standen Judith und ich zunaechst vor verschlossenen Schultueren, weil die Lehrerinnen erst nach und nach eintrudelten. Und so scheint es, dass die ersten Tage im neuen "Term" erst mal ganz offiziell als Putztage angelegt sind, will heissen: kaum die Haelfte der Schueler findet ueberhaupt zur Schule, nur um dann abwechselnd Besen in die Hand gedrueckt zu bekommen um die Klassenraeume und den Hof vor der Schule mehr oder weniger gruendlich zu fegen und zu entstauben. Erst am Mittwoch "durfte" ich dann wieder mit dem Unterrichten beginnen, wobei sich erstaunlich viele der Kinder noch an das erinnern konnten, was ich ihnen bis vor Weihnachten teilweise beigebracht hatte. :-)
Nach einer also nicht all zu beanspruchenden Schulwoche hatte ich am Wochenende mal wieder das Vergnuegen, im Hans Cottage zu naechtigen, der kleinen Krokodilteichoase, die ich zwischen Weihnachten und Neujahr bereits mit meiner Mutter besucht hatte. Von dort aus startete ich am Sonntag mit Judith, Lisa und dem neu in unsere Gastfamilie gekommenen Simon zu einem privaten kleinen Tierreservat. Dies war ein wirklich unterhaltsamer und schoener Ausflug, der durch eine zufaellige Begegnung Lisas mit dem Besitzer Ende des Jahres motiviert war: Denis stammt eigentlich aus Daenemark, ist ein ziemlich merkwuerdiger, eindeutig zu viel Alkohol trinkender aber wirklich sehr netter Kerl, der gemeinsam mit seiner Frau Anetta vor etwa 5 Jahren nach Ghana gekommen ist, ein riesiges Grundstueck in der Naehe des Kakum National Park gekauft und sich dort niedergelassen hat, um eigenhaendig eine Art Privatzoo aufzubauen. Das Ganze ist noch lange nicht fertig, aber es gibt bereits eine Menge Affenarten, Krokodile und diverse Kleintiere (Skorpione, Schildkroeten, Chamaeleons, Spinnen...) zu bewundern, die teilweise aus unwuerdiger Gefangenschaft oder kurz vor dem Kochtopf gerettet wurden und jetzt ein recht gutes Leben zu fuehren scheinen. Dabei durfte ich dann auch verschieden Affen fuettern, streicheln und kraulen und konnte so meine nach eher negativen Erfahrungen aus Indien meine Aversion gegen diese Spezies wieder ablegen.
Waehrend des Wochenendes begannen bei mir bereits relativ heftige Halsschmerzen, die sich durch den nun endgueltig vollzogenen Wetterumschwung (in Form von staubtrockener Luft, heissen Tagen und fuer bisherige Verhaeltnisse hier ueberaschend kuehlen Naechten) offenbar zu einer Angina auswuchsen, die nur noch unter Schmerzmitteln zu ertragen war. Seit letzten Mittwoch schlucke ich nun aber (nach Absprache mit meiner persoenlichen Telefonaerztin Fr. Dr. Georgi und mit Hilfe der kurzfristig ernannten Assistentin vor Ort, Judith, die unter telefonischen Anweisungen meinen Hals und Rachen durchleuchtete) ein in Slovenien hergestelltes, hier aber auch ohne Rezept in der Apotheke erhaeltliches Antibiotikum, das nach kurzer Zeit anschlug. Nun habe ich nur noch "normale" Halsschmerzen, Schnupfen und Husten, aber darunter leiden hier im Moment wirklich fast alle dank des bereits erwaehnten und durch den Harmattan bestimmten Klimas. Mal abgesehen davon schieben Judith und ich, die wir uns jede Nacht ein nicht sonderlich grosses und meist stickiges Zimmer teilen, uns unsere gerade eingefangenen Keime staendig gegenseitig zu so dass wir kaum noch damit rechnen, waehrend unserer letzten gemeinsamen Wochen hier einen Zustand voelliger Gesundheit beiderseits zu erreichen. Na ja, aber im Moment geht es mir wirklich wieder ziemlich gut, nur meine Stimme ist nach wie vor nicht wirklich fuers Unterrichten gemacht. Das ist schon etwas aergerlich, denn nachdem ich schon die letzte Woche groesstenteils im Bett verbracht hatte, kann ich auch in dieser meiner letzten Woche mit meinen Schuelern nicht mehr alles geben.
Noch was zum Klima hier: Obwohl ich nach wie vor kein Fan der heissen Mittagsstunden bin, ist es doch erstaunlich, wie sehr ich mich an das warme Wetter gewoehnt habe! Letzte Woche setzte ich mich wie immer morgens zum Fruehstueck raus vor unser Zimmer, allerdings diesmal in langen Hosen, Socken, T-Shirt, langaermeligen Shirt und Fliess-Pullover (!!!) und fand es immer noch ziemlich kuehl (na gut, war ja auch nicht ganz gesund...). Ein Blick aufs Thermometer verriet dann: 23 Grad. Wow!! Wenn es bei uns zu hause morgens um sieben 23 Grad sind, denkt man sich gewoehnlich: "Puuuh, viel zu warm fuer diese Tageszeit, das schrecklich heiss heut!" und fruehstueckt vermutlich kurzaermelig auf dem Balkon. Aber inzwischen kommt es mir morgens nicht mehr ganz so kalt vor. Dennoch gibt das einen kleinen Vorgeschmack auf den Kaelteschock, der mich in weniger als vier Wochen zurueck in der Heimat erwartet!! Fuer die Ghanaer fuehlt es freilich erst recht winterlich an. Hier werden morgens Winter-Steppjacken getragen und die meisten Schueler tragen jetzt mit putzigen Pullovern ueber ihren Schuluniformen, wie z.B. in Wollpullovern mit aufgestrickten Schneemaennern! In diesen Breiten wirklich ein skurriler Anblick!!
Als ich mit Judith und Lisa, die wir nach Weihnachten als einzige Volentaere im Dorf zurueckgeblieben waren, vor genau zwei Wochen aus der Green Turtle Lodge zurueck nach Akroso gekommen war, warteten dort bereits wieder drei neue Freiwillige auf uns. Nach wie vor dominieren die Deutschen die Volentaerslandschaft hier aber immerhin ist jetzt auch eine Schwedin mit von der Partie, so dass wir wenigstens ab und zu wieder zu halbwegs gepflegter Konversation auf Englisch gezwungen sind. :-)
Die erste Schulwoche nach den Ferien lief nur stotternd an: der Montag war noch komplett frei, am Dienstag standen Judith und ich zunaechst vor verschlossenen Schultueren, weil die Lehrerinnen erst nach und nach eintrudelten. Und so scheint es, dass die ersten Tage im neuen "Term" erst mal ganz offiziell als Putztage angelegt sind, will heissen: kaum die Haelfte der Schueler findet ueberhaupt zur Schule, nur um dann abwechselnd Besen in die Hand gedrueckt zu bekommen um die Klassenraeume und den Hof vor der Schule mehr oder weniger gruendlich zu fegen und zu entstauben. Erst am Mittwoch "durfte" ich dann wieder mit dem Unterrichten beginnen, wobei sich erstaunlich viele der Kinder noch an das erinnern konnten, was ich ihnen bis vor Weihnachten teilweise beigebracht hatte. :-)
Nach einer also nicht all zu beanspruchenden Schulwoche hatte ich am Wochenende mal wieder das Vergnuegen, im Hans Cottage zu naechtigen, der kleinen Krokodilteichoase, die ich zwischen Weihnachten und Neujahr bereits mit meiner Mutter besucht hatte. Von dort aus startete ich am Sonntag mit Judith, Lisa und dem neu in unsere Gastfamilie gekommenen Simon zu einem privaten kleinen Tierreservat. Dies war ein wirklich unterhaltsamer und schoener Ausflug, der durch eine zufaellige Begegnung Lisas mit dem Besitzer Ende des Jahres motiviert war: Denis stammt eigentlich aus Daenemark, ist ein ziemlich merkwuerdiger, eindeutig zu viel Alkohol trinkender aber wirklich sehr netter Kerl, der gemeinsam mit seiner Frau Anetta vor etwa 5 Jahren nach Ghana gekommen ist, ein riesiges Grundstueck in der Naehe des Kakum National Park gekauft und sich dort niedergelassen hat, um eigenhaendig eine Art Privatzoo aufzubauen. Das Ganze ist noch lange nicht fertig, aber es gibt bereits eine Menge Affenarten, Krokodile und diverse Kleintiere (Skorpione, Schildkroeten, Chamaeleons, Spinnen...) zu bewundern, die teilweise aus unwuerdiger Gefangenschaft oder kurz vor dem Kochtopf gerettet wurden und jetzt ein recht gutes Leben zu fuehren scheinen. Dabei durfte ich dann auch verschieden Affen fuettern, streicheln und kraulen und konnte so meine nach eher negativen Erfahrungen aus Indien meine Aversion gegen diese Spezies wieder ablegen.
Waehrend des Wochenendes begannen bei mir bereits relativ heftige Halsschmerzen, die sich durch den nun endgueltig vollzogenen Wetterumschwung (in Form von staubtrockener Luft, heissen Tagen und fuer bisherige Verhaeltnisse hier ueberaschend kuehlen Naechten) offenbar zu einer Angina auswuchsen, die nur noch unter Schmerzmitteln zu ertragen war. Seit letzten Mittwoch schlucke ich nun aber (nach Absprache mit meiner persoenlichen Telefonaerztin Fr. Dr. Georgi und mit Hilfe der kurzfristig ernannten Assistentin vor Ort, Judith, die unter telefonischen Anweisungen meinen Hals und Rachen durchleuchtete) ein in Slovenien hergestelltes, hier aber auch ohne Rezept in der Apotheke erhaeltliches Antibiotikum, das nach kurzer Zeit anschlug. Nun habe ich nur noch "normale" Halsschmerzen, Schnupfen und Husten, aber darunter leiden hier im Moment wirklich fast alle dank des bereits erwaehnten und durch den Harmattan bestimmten Klimas. Mal abgesehen davon schieben Judith und ich, die wir uns jede Nacht ein nicht sonderlich grosses und meist stickiges Zimmer teilen, uns unsere gerade eingefangenen Keime staendig gegenseitig zu so dass wir kaum noch damit rechnen, waehrend unserer letzten gemeinsamen Wochen hier einen Zustand voelliger Gesundheit beiderseits zu erreichen. Na ja, aber im Moment geht es mir wirklich wieder ziemlich gut, nur meine Stimme ist nach wie vor nicht wirklich fuers Unterrichten gemacht. Das ist schon etwas aergerlich, denn nachdem ich schon die letzte Woche groesstenteils im Bett verbracht hatte, kann ich auch in dieser meiner letzten Woche mit meinen Schuelern nicht mehr alles geben.
Noch was zum Klima hier: Obwohl ich nach wie vor kein Fan der heissen Mittagsstunden bin, ist es doch erstaunlich, wie sehr ich mich an das warme Wetter gewoehnt habe! Letzte Woche setzte ich mich wie immer morgens zum Fruehstueck raus vor unser Zimmer, allerdings diesmal in langen Hosen, Socken, T-Shirt, langaermeligen Shirt und Fliess-Pullover (!!!) und fand es immer noch ziemlich kuehl (na gut, war ja auch nicht ganz gesund...). Ein Blick aufs Thermometer verriet dann: 23 Grad. Wow!! Wenn es bei uns zu hause morgens um sieben 23 Grad sind, denkt man sich gewoehnlich: "Puuuh, viel zu warm fuer diese Tageszeit, das schrecklich heiss heut!" und fruehstueckt vermutlich kurzaermelig auf dem Balkon. Aber inzwischen kommt es mir morgens nicht mehr ganz so kalt vor. Dennoch gibt das einen kleinen Vorgeschmack auf den Kaelteschock, der mich in weniger als vier Wochen zurueck in der Heimat erwartet!! Fuer die Ghanaer fuehlt es freilich erst recht winterlich an. Hier werden morgens Winter-Steppjacken getragen und die meisten Schueler tragen jetzt mit putzigen Pullovern ueber ihren Schuluniformen, wie z.B. in Wollpullovern mit aufgestrickten Schneemaennern! In diesen Breiten wirklich ein skurriler Anblick!!
Samstag, 24. Januar 2009
Green Turtle Lodge - die Zweite!
So, nun fuehre ich meinen Bericht von der zweiten Januarwoche mal fort:
Nach unserer Rueckkehr aus der Eastern Region gab's erst mal einen Tag "Verschnaufpause" inkl. Waeschewaschen in Akroso, bevor wir uns dann am 9. Januar gen Westen an den paradiesischen Strand der Green Turtle Lodge im Westen des Landes begaben. Dort war ich bereits Anfang November schon mal, und obwohl der Aufenthalt damals mit einer ueberaus unangenehmen Magen-Darm-Verstimmung endete, hatte ich den Ort in wunderbarer Erinnerung behalten und wollte dort urspruenglich auch die Weihnachtsfeiertage mit meiner Mutter verbringen. Da das Personal aber mit meiner Reservierung etwas durcheinander gebracht hatte, war uns das damals nicht vergoennt, so dass ich froh war, vor zwei Wochen doch noch mal dorthin kommen zu koennen. Die von zwei Briten gefuehrte Lodge ist ein Oeko-Tourismus-Projekt, so dass man mit seinem Aufenthalt dort neben einem garantierten Urlaubsfeelings auch noch das gute Gewissen haben kann, etwas fuer die umgebende Gemeinde zu tun, ohne die Umwelt zu belasten, dank Solarstrom, Plumsklos und wirklich fairer Preise! Spaetestens, wenn ich wieder in Deutschland bin, kann ich hoffentlich auch ein paar Fotos nachliefern...
Nach unserer Rueckkehr aus der Eastern Region gab's erst mal einen Tag "Verschnaufpause" inkl. Waeschewaschen in Akroso, bevor wir uns dann am 9. Januar gen Westen an den paradiesischen Strand der Green Turtle Lodge im Westen des Landes begaben. Dort war ich bereits Anfang November schon mal, und obwohl der Aufenthalt damals mit einer ueberaus unangenehmen Magen-Darm-Verstimmung endete, hatte ich den Ort in wunderbarer Erinnerung behalten und wollte dort urspruenglich auch die Weihnachtsfeiertage mit meiner Mutter verbringen. Da das Personal aber mit meiner Reservierung etwas durcheinander gebracht hatte, war uns das damals nicht vergoennt, so dass ich froh war, vor zwei Wochen doch noch mal dorthin kommen zu koennen. Die von zwei Briten gefuehrte Lodge ist ein Oeko-Tourismus-Projekt, so dass man mit seinem Aufenthalt dort neben einem garantierten Urlaubsfeelings auch noch das gute Gewissen haben kann, etwas fuer die umgebende Gemeinde zu tun, ohne die Umwelt zu belasten, dank Solarstrom, Plumsklos und wirklich fairer Preise! Spaetestens, wenn ich wieder in Deutschland bin, kann ich hoffentlich auch ein paar Fotos nachliefern...
Nachtrag zur Eastern Region
Hallo, nach unbeabsichtigt langer Funkstille melde ich mich endlich mal wieder. In den letzten Wochen wurden meinen Versuchen, einen neuen Post zu erstellen, immer wieder Steine in den Weg gelegt: sei es, dass ein Internetcafe ueberfuellt war, teilweise wieder saemtliche Verbindungen gestoert waren, dass ich waehrend des eiligen Schreibens einiger wichtiger Emails aufkommende Hals- und Kopfschmerzen verspuehrte und mich lieber Richtung Bett begab, oder dass ich letzteres gleich gar nicht wirklich verlassen konnte, weil mich Anfang der Woche eine Angina heimsuchte... Aber ich greife schon wieder vor und beginne lieber erst mal chronologisch an dem Punkt, bis zu dem ich vor 2 1/2 Wochen (!) gekommen war.
Damals schrieb ich aus Ho, der Hauptstadt der Volta Region. Dort hatten Judith und ich urspruenglich gar nicht uebernachten wollen aber eine Aneinanderreihung ungluecklicher Umstaende (einzeln genommen gibt's die hier taeglich, das nimmt schon gar nicht mehr wahr, aber gebuendelt koennen sie einem schnell den Tag versauern...), wie sich ewig nicht fuellen wollender Trotros, dann auch noch eine Panne mit viel Rauch, langen Zwischenstopp in einer "Werkstadt" und dann eher kriechendem Vorankommen auf den Strassen, zwang uns dann, schon dort Quartier zu beziehen, auch wenn die Stadt nicht wirklich sehenswertes zu bieten hat. Unser urspruengliches Ziel peilten wir dann am naechsten Vormittag an: Amedzofe, ein idyllisch gelegenes Dorf in den Bergen nahe der Grenze zu Togo. Dies war vermutlich die erste Ortschaft hier in Ghana, die sich in ihrem Erscheinungsbild wirklich vom sonstigen wellblechbedachten Einheitsbrei der suedghanaischen Doerfer und Staedte abhob. Hier stehen noch viele huebsche Steinhaeuser aus der Kolonialzeit, wobei hier uebrigens die Deutschen fuss gefasst hatten, was man an vielen Gedenktafeln und Wegbezeichungen erkennen konnte. Von den Bewohnern wurden wir sehr herzlich aufgenommen und es war mir schon fast peinlich, als wir immer wieder ueberaus freundlich gemeinte Saetze hoerten a la: "Oh, you are Germans? Then this is place YOUR place!" Na ja, scheinbar haben die Deutschen hier vor etwa 80 Jahren ausnahmsweise mal einen recht guten Eindruck hinterlassen. Die von ihnen errichteten Verwaltungsgebaeude werden heute zumindest dankbar als Raeumlichkeiten fuer ein College fuer angehende Lehrer genutzt, welches junge Menschen aus der weiteren Umgebung anzieht. Aus diesem Grunde geht es in Amedzofe doch ueberraschend lebhaft zu wenn man bedenkt, dass die Anfahrt ueber eine serpentinige Sand/Schotterpiste doch ganz schoen beschwerlich ist. Aber das schoenste an Amedzofe ist die Landschaft drumherum: die gruene Berglandschaft mutet beinahe schottisch an (so sagt man, ich selbst kenne Schottland ja auch nur von Fotos) und ich habe zum ersten Mal seit ueber drei Monaten mal wieder richtig frische Luft einatmen koennen. Leider leider konnte man nur eine Ahnung davon bekommen, wie atemberaubend die Aussicht von dort oben wirklich sein kann, da es jetzt in der Trockenzeit eigentlich immer trueb ist vom Staub des Harmattan, des aus Norden kommenden Wuestenwindes, der inzwischen ganz Ghana mehr oder weniger stark heimsucht.
Ein weiteres Highlight war die Unterkunft: im sog. Government Resthouse hatten wir ein riesiges Ferienhaus ganz fuer uns, inklusive grosser Terasse mit Blick auf den "Hausberg", den wir am selben Tag noch bestiegen haben. Da kam richtig Urlaubsfeeling auf. Unser Schlafzimmer war mindestens dreimal aber gefuehlte siebenmal so gross wie unser Zimmer in Akroso und im angrenzenden Wohnraum haetten wir locker eine riesige Party steigen lassen koennen. Und das ganze gab's fuer nur ca. 2.50 EUR pro Nase!! Na gut, unser Wasch- und Toilettenwasser mussten wir selbst in grossen, schweren Metalleimern mit herrlich quietschenden Henkeln schleppen, aber das rundete das Gesamtbild eigentlich erst richtig ab. :-)
Am naechsten Mittwochmorgen mussten wir aber schon wieder den Rueckweg antreten, um planmaessig am Nachmittag wieder Akroso zu erreichen.
Damals schrieb ich aus Ho, der Hauptstadt der Volta Region. Dort hatten Judith und ich urspruenglich gar nicht uebernachten wollen aber eine Aneinanderreihung ungluecklicher Umstaende (einzeln genommen gibt's die hier taeglich, das nimmt schon gar nicht mehr wahr, aber gebuendelt koennen sie einem schnell den Tag versauern...), wie sich ewig nicht fuellen wollender Trotros, dann auch noch eine Panne mit viel Rauch, langen Zwischenstopp in einer "Werkstadt" und dann eher kriechendem Vorankommen auf den Strassen, zwang uns dann, schon dort Quartier zu beziehen, auch wenn die Stadt nicht wirklich sehenswertes zu bieten hat. Unser urspruengliches Ziel peilten wir dann am naechsten Vormittag an: Amedzofe, ein idyllisch gelegenes Dorf in den Bergen nahe der Grenze zu Togo. Dies war vermutlich die erste Ortschaft hier in Ghana, die sich in ihrem Erscheinungsbild wirklich vom sonstigen wellblechbedachten Einheitsbrei der suedghanaischen Doerfer und Staedte abhob. Hier stehen noch viele huebsche Steinhaeuser aus der Kolonialzeit, wobei hier uebrigens die Deutschen fuss gefasst hatten, was man an vielen Gedenktafeln und Wegbezeichungen erkennen konnte. Von den Bewohnern wurden wir sehr herzlich aufgenommen und es war mir schon fast peinlich, als wir immer wieder ueberaus freundlich gemeinte Saetze hoerten a la: "Oh, you are Germans? Then this is place YOUR place!" Na ja, scheinbar haben die Deutschen hier vor etwa 80 Jahren ausnahmsweise mal einen recht guten Eindruck hinterlassen. Die von ihnen errichteten Verwaltungsgebaeude werden heute zumindest dankbar als Raeumlichkeiten fuer ein College fuer angehende Lehrer genutzt, welches junge Menschen aus der weiteren Umgebung anzieht. Aus diesem Grunde geht es in Amedzofe doch ueberraschend lebhaft zu wenn man bedenkt, dass die Anfahrt ueber eine serpentinige Sand/Schotterpiste doch ganz schoen beschwerlich ist. Aber das schoenste an Amedzofe ist die Landschaft drumherum: die gruene Berglandschaft mutet beinahe schottisch an (so sagt man, ich selbst kenne Schottland ja auch nur von Fotos) und ich habe zum ersten Mal seit ueber drei Monaten mal wieder richtig frische Luft einatmen koennen. Leider leider konnte man nur eine Ahnung davon bekommen, wie atemberaubend die Aussicht von dort oben wirklich sein kann, da es jetzt in der Trockenzeit eigentlich immer trueb ist vom Staub des Harmattan, des aus Norden kommenden Wuestenwindes, der inzwischen ganz Ghana mehr oder weniger stark heimsucht.
Ein weiteres Highlight war die Unterkunft: im sog. Government Resthouse hatten wir ein riesiges Ferienhaus ganz fuer uns, inklusive grosser Terasse mit Blick auf den "Hausberg", den wir am selben Tag noch bestiegen haben. Da kam richtig Urlaubsfeeling auf. Unser Schlafzimmer war mindestens dreimal aber gefuehlte siebenmal so gross wie unser Zimmer in Akroso und im angrenzenden Wohnraum haetten wir locker eine riesige Party steigen lassen koennen. Und das ganze gab's fuer nur ca. 2.50 EUR pro Nase!! Na gut, unser Wasch- und Toilettenwasser mussten wir selbst in grossen, schweren Metalleimern mit herrlich quietschenden Henkeln schleppen, aber das rundete das Gesamtbild eigentlich erst richtig ab. :-)
Am naechsten Mittwochmorgen mussten wir aber schon wieder den Rueckweg antreten, um planmaessig am Nachmittag wieder Akroso zu erreichen.
Montag, 5. Januar 2009
... and a happy new year!
auch wenn mich die tastatur unter meinen fingern gerade in den wahnsinn zu treiben droht, weil jede zweite taste klemmt, habe ich doch einiges an berichten nachzuholen und versuche mal, mich durchzukaempfen...
vorgestern ist meine mutter wieder aus ghana abgereist und als sie gestern hier anrief um mir zu versichern, dass sie gut zu hause angekommen ist, war das schon eine merkwuerdige vorstellung: noch einen tag zuvor waren wir gemeinsam in accra gewesen, und nun ist sie schon wieder im weiss-winterlichen dresden! aber zunaechst hatten wir noch einen schoenen jahreswechsel in einem beach resort westlich von accra. eigentlich hatten wir ja vor, einfach durchzuschlafen, aber dann hat das hotel eine so schoene abendgestaltung geboten, dass wir doch noch bis nach mitternacht auf waren (wobei sich in deutschland der jahreswechsel ja bereits eine stunde frueher vollzog...), um eine traditionelle (und - vor allem - nicht lautsprecherverstaerkten und daher nicht gewohnt ohrenbetaeubenden) Trommel- und Tanzdarbietung, eigene klaegliche tanzversuche, lagerfeuer am strand und ein harmloses minifeuerwerk zu erleben. da wir nur etwa ein dutzend gaeste in der anlage waren, ging alles ruhig-beschaulich zu, was einerseits ja ganz nach meinem geschmack, andererseits auch ein wenig traurig war, weil das hotel offenbar viel viel mehr gaeste erwartet und sich bei der organisation des abends echt ins zeug gelegt hatte... und am ende gab es mehr leute auf der buehne und mehr kellner im restaurant als zuschauer und gaeste. das tat uns sooo leid. schoen war, dass kurzfristig noch lisa, eine andere volontaerin aus akroso und ihre sie ebenfalls ueber weihnachten besuchende Mutter zu uns stiessen. damit wurde es insgesamt ein wirklich netter und schoener abend. interessanterweise scheinen die ghanaer hier weniger am 31.01. als dann erst am neujahrstag so richtig in feierlaune zu geraten, denn am 1. januar war wirklich richtig viel los und die leute trieb es zu tausenden an die straende um ausgiebig das neue jahr zu feiern!
am 1. januar sind wir dann wieder zurueck in das hotel gefahren, in dem wir bereits im dezember 3 naechte verbracht hatten und nutzten den 2. januar noch fuer einkaeufe in accra und um die von mir bereits im oktober bestellte und inzwischen angefertigte trommel abzuholen, die meine mutter dankenswerterweise bereits sicher nach deutschland gebracht hat. (ich werde in februar ja vermutlich die geige wieder mit zuruecknehmen, und zwei instrumente waeren dann doch etwas zuviel gewesen...).
am 3. januar ging dann schon mamas rueckflug und ich machte mich wieder zurueck nach akroso auf. inzwischen bin ich, die schulfreie zeit der weihnachtsferien nutzend, schon wieder auf reisen, diesmal in der an togo grenzenden voltaregion, genauer in deren hauptstadt mit dem witzig klingenden namen "Ho". hohoho... aber nun ist meine internetzeit schon gleich wieder rum...
vorgestern ist meine mutter wieder aus ghana abgereist und als sie gestern hier anrief um mir zu versichern, dass sie gut zu hause angekommen ist, war das schon eine merkwuerdige vorstellung: noch einen tag zuvor waren wir gemeinsam in accra gewesen, und nun ist sie schon wieder im weiss-winterlichen dresden! aber zunaechst hatten wir noch einen schoenen jahreswechsel in einem beach resort westlich von accra. eigentlich hatten wir ja vor, einfach durchzuschlafen, aber dann hat das hotel eine so schoene abendgestaltung geboten, dass wir doch noch bis nach mitternacht auf waren (wobei sich in deutschland der jahreswechsel ja bereits eine stunde frueher vollzog...), um eine traditionelle (und - vor allem - nicht lautsprecherverstaerkten und daher nicht gewohnt ohrenbetaeubenden) Trommel- und Tanzdarbietung, eigene klaegliche tanzversuche, lagerfeuer am strand und ein harmloses minifeuerwerk zu erleben. da wir nur etwa ein dutzend gaeste in der anlage waren, ging alles ruhig-beschaulich zu, was einerseits ja ganz nach meinem geschmack, andererseits auch ein wenig traurig war, weil das hotel offenbar viel viel mehr gaeste erwartet und sich bei der organisation des abends echt ins zeug gelegt hatte... und am ende gab es mehr leute auf der buehne und mehr kellner im restaurant als zuschauer und gaeste. das tat uns sooo leid. schoen war, dass kurzfristig noch lisa, eine andere volontaerin aus akroso und ihre sie ebenfalls ueber weihnachten besuchende Mutter zu uns stiessen. damit wurde es insgesamt ein wirklich netter und schoener abend. interessanterweise scheinen die ghanaer hier weniger am 31.01. als dann erst am neujahrstag so richtig in feierlaune zu geraten, denn am 1. januar war wirklich richtig viel los und die leute trieb es zu tausenden an die straende um ausgiebig das neue jahr zu feiern!
am 1. januar sind wir dann wieder zurueck in das hotel gefahren, in dem wir bereits im dezember 3 naechte verbracht hatten und nutzten den 2. januar noch fuer einkaeufe in accra und um die von mir bereits im oktober bestellte und inzwischen angefertigte trommel abzuholen, die meine mutter dankenswerterweise bereits sicher nach deutschland gebracht hat. (ich werde in februar ja vermutlich die geige wieder mit zuruecknehmen, und zwei instrumente waeren dann doch etwas zuviel gewesen...).
am 3. januar ging dann schon mamas rueckflug und ich machte mich wieder zurueck nach akroso auf. inzwischen bin ich, die schulfreie zeit der weihnachtsferien nutzend, schon wieder auf reisen, diesmal in der an togo grenzenden voltaregion, genauer in deren hauptstadt mit dem witzig klingenden namen "Ho". hohoho... aber nun ist meine internetzeit schon gleich wieder rum...
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