Mittwoch, 28. Januar 2009

Wenig Schule und Kofis Geburtstag

Wie schoen: ich bin wieder weitestgehend wohl auf, das Internet ist diese Woche recht zuerverlaessig und ich habe somit ausreichend Gelegenheit, meine letzte Woche in Akroso zu dokumentieren.
Erst mal gab's wieder eine Daempfer: Da diese Woche an allen Schulen in Akroso Sportfest ist, findet praktisch kein Unterricht statt. Zwar sind nur die Klassen ab der Grundschule involviert so dass die Vorschulkinder theoretisch normal Schule haetten, aber die in der Mehrzahl nicht gerade fleissigen Lehrer sowie die Tatsache, dass die meisten Eltern ihre Juengsten gar nicht erst zur Schule schicken, machen einen normalen Unterricht voellig unmoeglich. Am Montag ging es noch: da kamen immerhin noch knapp 60 Kinder in meine Klasse und ich konnte auch die eine Lehrerin, die sich an dem Tag in die Schule bequemt hatte, dazu draengen, mich bei Unterrichten zu unterstuetzen, da meine Stimme noch nicht ganz wiederhergestellt war. Am Dienstag dann waren kaum noch 30 meine Kinder da und die Motivation der Lehrerin voellig erloschen, so dass sie mich mit der dann nur all zu schnell ausser Rand und Band geratenden Rasselbande die meiste Zeit allein liess.. Immherhin konnte ich die wenigen Schueler dann noch mit Singen und Malen beschaeftigen, aber Naomi, quasi die Chef-Lehrerin unserer Vorschule, meinte zu Judith und mir, dass wir fuer den Rest der Woche gar nicht erst zu kommen braeuchten. Sie allein wuerde noch zum Aufschliessen des Gebaeudes kommen aber an Unterricht sei ohnehin nicht mehr zu denken. Und das in meiner allerletzten Schulwoche hier?!! Ich bin dann heute trotzdem noch mal hingegangen, bestueckt mit meiner Kamera, um erst ein wenig mit den Kindern zu singen und dann fleissig noch ein paar letzte Bilder zu machen. Das war bei den nur etwa 35 erscheinden Schueler beider Klassen (von ca. insgesamt ca. 150) nicht mehr all zu ergiebig und leider habe ich nun gar keine Gelegenheit mehr, viele meiner Lieblinge, die heute nicht anwesend waren, noch mal fuer mich festzuhalten. Aber die Kinder waren wie immer begeistert vom Vorgang des Fotografierens inklusive des sich gleich anschliessenden Anschauens der Bilder (Digitalkameras mit ihren Displays sind schon eine tolle Erfindung), wobei sie insbesondere von der Funktion des Blitzes angetan waren. :-) Bei der ganzen Sache wurde mir schliesslich richtig traurig zumute, weil ich doch ganz viele der Kleinen unheimlich ins Herz geschlossen habe und da tut der (nun auch noch vorzeitige!) Abschied schon weh!

Ansonsten rast die Zeit und es gibt noch so viel fuer mich zu erledigen und zu organisieren, bevor ich am Sonntag auf meine zweiwoechige Tour in den Norden starte. Morgen fahren alle weiblichen Freiwilligen (teilweise noch mal) nach Koforidua, in die Hauptstadt der Eastern Region, um dort auf dem immer donnerstags stattfindenden Perlen- und Schmuckmarkt fleissig einzukaufen. Freitag geht fuer mich schon das grosse Waeschewaschen los (das ist inzwischen so viel, dass ich es lieber auf zwei Tage verteile), zu dem steht der letzte Marktbesuch in Akroso an, wo ich auch endlich mal meine Kamera zuecken werde.
Da gluecklicherweise nicht unmittelbar nach mir eine neue Freiwillige in mein Zimmer kommt, muss ich noch nicht saemtliche Zelte abbrechen, auch wenn meine (von mir fuer die Organisation bezahlte) Projektzeit naechste Woche endet, kann ich nach meiner Nordenreise noch mal fuer eine Nacht nach Akroso zurueckkehren, mich von allen verabschieden und meine ganzen Siebensachen zusammenraffen und in knapp drei Wochen nach Accra schleppen. Aber daran moechte ich jetzt noch gar nicht richtig denken, denn auch wenn ich mich in vielerlei Hinsicht wieder auf mein deutsches Zuhause freue, wird mir der Abschied von meinem ghanaischen Zuhause sicher nicht leicht fallen.

Nun aber noch eine Notiz zum letzten Wochenende: Weil ich da (ebenso wie Judith, mit der ich in den letzten Wochen immer Keime-und-Bakterien-Pingpong spielen konnte) gesundheitlich noch nicht wieder ganz auf dem Dampfer war (und am Samstagabend mal wieder einen Blick auf mein halbverdautes Abendbrot werfen konnte), standen keine grossartigen Plaene an. Aber am Sonntag konnten wir endlich ein Versprechen einloesen, und unsere Gastgeschwister Kofi und Saakwa mit zum naechstgelegenen Strandort Winneba nehmen. Da die zwei sonst kaum Gelegenheit haben, Akroso zu verlassen, war fuer sie bereits so ein kleiner Tagesausflug eine ganz tolle Sache. Und wie wunderbar ist es z.B. Kofi voller Ausgelassenheit und Freude im Wasser planschen und durch den Sand rennen zu sehen!! Fuer ihn war es auch beinahe ein kleines vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, denn am Montag wurde er stolze 13 Jahre alt. Auch wenn die Ghanaer Geburtstage normalerweise nicht wirklich feierlich begehen, so hat unsere gastfamilie durch all die Freiwilligen hier doch einiges von dieser europaeischen Tradition uebernommen. Daher haben wir fuer Kofi ein ziemlich cooles T-Shirt (eins mit Polokragen und Bob Marley drauf, was cooleres kann sich ein ghanaischer Junge kaum wuenschen ;-) ) besorgt und abends gab's dann noch einen grossen Topf von meiner Mutter Weihnachten mitgebrachten Instant-Schokopudding! Damit haben wir mindestens ein Dutzend Kinder maechtig gluecklich gemacht (allein der Name dieser wundersamen Suessspeise created excessive delight: choco-lat-pud-ding!!) und Kofi eine waschechte Geburtstagsparty beschert.

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