Samstag, 31. Januar 2009

Ich hasse Packen!

Heute nutze ich noch mal die letzte Moeglichkeit fuers Internet, bevor wir in den Norden starten. Heute vormittag habe ich bereits damit begonnen, mal all meinen Kram, der sich in den letzten Monaten so in unserem Zimmer angesammelt hat, zu sichten und zu sortieren: kommt mit auf die Reise, bleibt erst mal hier aber kommt mit nach Deutschland oder bleibt hier in Ghana fuer meine Gastfamilie oder auch andere Freiwillige im Dorf... Gar nicht so einfach, da den Ueberblick zu behalten.

Heute kam eine der Lehrerinnen aus unserer Schule noch mal vorbei, um mich mehr oder weniger offiziell zu verabschieden (normalerweise waere das wohl an meinem letzten Schultag diese Woche geschehen, aber durch das bereits erwaehnte Sportfest war da ja einiges durcheinander geraten...) und mir ein Dankeschoen-Present zu ueberreichen: ein in typisch ghanaischem Stil geschnittener, fuer mich geschneiderter Zweiteiler mit langem Rock und Top - in grellem Pink!! Ich fand das wirklich wahnsinnig lieb und habe mich auch sehr ueber die Geste selbst gefreut. Wann ich das etwas uebergrosse Ungetuem aber tatsaechlich mal tragen soll, weiss ich nicht so recht. Vielleicht zum naechsten Fasching, wenn ich mich als grosses pinkes Fass verkleiden will? Aber wie gesagt, die Geste hat mich wirklich sehr geruehrt!
Da meine Gastmama Emma letzte Woche ganz ungefragt komplett von Brust bis Fussknoechel meine Maasse genommen hat, kann ich von ihr wohl auch noch mit einem textilen Abschiedsgeschenk rechnen. Mal schauen, das Massnehmen verspricht eine etwas bessere Passform und was den Stoff angeht, kann ich mich nur wieder ueberraschen lassen. :-) Zwei edle Roecke hat sie auf Anfrage bereits fuer mich geschneidert, das war schon mal vielversprechend. Ueberhaupt habe ich insgesamt das Gefuehl, dass mit meinem nahenden Abschied alle noch viel herzlicher und freundlicher zu mir sind als sonst ohnehin schon. Und wenn ich durch das Dorf spaziere, scheint sich ganz Akroso gerade noch mal von seiner besten Seite zeigen zu wollen. Da faellt der Abschied besonders schwer!

Gestern war ich auch mal bei dem riesigen Sportfest hier in Akroso und habe voller Bewunderung bei einigen der Finale zugeschaut, bei denen sich die Schueler in bruetender Mittagshitze koerperlich verausgabten. Was mich dabei besonders bewegt hat: Auf dem Fest sprangen auch viele meiner Schueler herum, so dass ich immer wieder aus der Menge ein "Hallo, Madame Clara" hoeren konnte, wobei aber die meisten von ihnen Probleme mit der Aussprache des "r" haben, so dass sie tatsaechlich immer "Madame Claga" rufen. Aber dennoch bin ich natuerlich maechtig stolz, dass es inzwischen einige Dutzend Kinder in Akroso gibt, die mir nicht mehr nur "obruni" hinterherbruellen. :-)

Die ziemlich kuehlen Temperaturen letzte Woche schienen uebrigens doch sehr ungewoehnlich und nicht nur einer dank Erkaeltung stark veraenderten Temperaturwahrnehmung meinerseits geschuldet gewesen zu sein. Inzwischen ist es wieder normal heiss und nachts muessen wir auch wieder den Ventilator einschalten, um nicht in unseren eigen Schweisspfuetzen schlafen zu muessen. Ein bisschen Sorge habe ich ja schon wegen des vermutlich noch sehr viel heisseren und trockeneren Wetters im Norden Ghanas, aber dort wird es nachts dann prinzipiell wirklich kuehl...

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