O weh, ich hab ja noch sooo viel nachzuholen an Berichten und werde jetzt versuchen, mich teilweise moeglichst kurz zu fassen damit ich langsam wieder am aktuellen Punkt angelange.
Als ich mit Judith und Lisa, die wir nach Weihnachten als einzige Volentaere im Dorf zurueckgeblieben waren, vor genau zwei Wochen aus der Green Turtle Lodge zurueck nach Akroso gekommen war, warteten dort bereits wieder drei neue Freiwillige auf uns. Nach wie vor dominieren die Deutschen die Volentaerslandschaft hier aber immerhin ist jetzt auch eine Schwedin mit von der Partie, so dass wir wenigstens ab und zu wieder zu halbwegs gepflegter Konversation auf Englisch gezwungen sind. :-)
Die erste Schulwoche nach den Ferien lief nur stotternd an: der Montag war noch komplett frei, am Dienstag standen Judith und ich zunaechst vor verschlossenen Schultueren, weil die Lehrerinnen erst nach und nach eintrudelten. Und so scheint es, dass die ersten Tage im neuen "Term" erst mal ganz offiziell als Putztage angelegt sind, will heissen: kaum die Haelfte der Schueler findet ueberhaupt zur Schule, nur um dann abwechselnd Besen in die Hand gedrueckt zu bekommen um die Klassenraeume und den Hof vor der Schule mehr oder weniger gruendlich zu fegen und zu entstauben. Erst am Mittwoch "durfte" ich dann wieder mit dem Unterrichten beginnen, wobei sich erstaunlich viele der Kinder noch an das erinnern konnten, was ich ihnen bis vor Weihnachten teilweise beigebracht hatte. :-)
Nach einer also nicht all zu beanspruchenden Schulwoche hatte ich am Wochenende mal wieder das Vergnuegen, im Hans Cottage zu naechtigen, der kleinen Krokodilteichoase, die ich zwischen Weihnachten und Neujahr bereits mit meiner Mutter besucht hatte. Von dort aus startete ich am Sonntag mit Judith, Lisa und dem neu in unsere Gastfamilie gekommenen Simon zu einem privaten kleinen Tierreservat. Dies war ein wirklich unterhaltsamer und schoener Ausflug, der durch eine zufaellige Begegnung Lisas mit dem Besitzer Ende des Jahres motiviert war: Denis stammt eigentlich aus Daenemark, ist ein ziemlich merkwuerdiger, eindeutig zu viel Alkohol trinkender aber wirklich sehr netter Kerl, der gemeinsam mit seiner Frau Anetta vor etwa 5 Jahren nach Ghana gekommen ist, ein riesiges Grundstueck in der Naehe des Kakum National Park gekauft und sich dort niedergelassen hat, um eigenhaendig eine Art Privatzoo aufzubauen. Das Ganze ist noch lange nicht fertig, aber es gibt bereits eine Menge Affenarten, Krokodile und diverse Kleintiere (Skorpione, Schildkroeten, Chamaeleons, Spinnen...) zu bewundern, die teilweise aus unwuerdiger Gefangenschaft oder kurz vor dem Kochtopf gerettet wurden und jetzt ein recht gutes Leben zu fuehren scheinen. Dabei durfte ich dann auch verschieden Affen fuettern, streicheln und kraulen und konnte so meine nach eher negativen Erfahrungen aus Indien meine Aversion gegen diese Spezies wieder ablegen.
Waehrend des Wochenendes begannen bei mir bereits relativ heftige Halsschmerzen, die sich durch den nun endgueltig vollzogenen Wetterumschwung (in Form von staubtrockener Luft, heissen Tagen und fuer bisherige Verhaeltnisse hier ueberaschend kuehlen Naechten) offenbar zu einer Angina auswuchsen, die nur noch unter Schmerzmitteln zu ertragen war. Seit letzten Mittwoch schlucke ich nun aber (nach Absprache mit meiner persoenlichen Telefonaerztin Fr. Dr. Georgi und mit Hilfe der kurzfristig ernannten Assistentin vor Ort, Judith, die unter telefonischen Anweisungen meinen Hals und Rachen durchleuchtete) ein in Slovenien hergestelltes, hier aber auch ohne Rezept in der Apotheke erhaeltliches Antibiotikum, das nach kurzer Zeit anschlug. Nun habe ich nur noch "normale" Halsschmerzen, Schnupfen und Husten, aber darunter leiden hier im Moment wirklich fast alle dank des bereits erwaehnten und durch den Harmattan bestimmten Klimas. Mal abgesehen davon schieben Judith und ich, die wir uns jede Nacht ein nicht sonderlich grosses und meist stickiges Zimmer teilen, uns unsere gerade eingefangenen Keime staendig gegenseitig zu so dass wir kaum noch damit rechnen, waehrend unserer letzten gemeinsamen Wochen hier einen Zustand voelliger Gesundheit beiderseits zu erreichen. Na ja, aber im Moment geht es mir wirklich wieder ziemlich gut, nur meine Stimme ist nach wie vor nicht wirklich fuers Unterrichten gemacht. Das ist schon etwas aergerlich, denn nachdem ich schon die letzte Woche groesstenteils im Bett verbracht hatte, kann ich auch in dieser meiner letzten Woche mit meinen Schuelern nicht mehr alles geben.
Noch was zum Klima hier: Obwohl ich nach wie vor kein Fan der heissen Mittagsstunden bin, ist es doch erstaunlich, wie sehr ich mich an das warme Wetter gewoehnt habe! Letzte Woche setzte ich mich wie immer morgens zum Fruehstueck raus vor unser Zimmer, allerdings diesmal in langen Hosen, Socken, T-Shirt, langaermeligen Shirt und Fliess-Pullover (!!!) und fand es immer noch ziemlich kuehl (na gut, war ja auch nicht ganz gesund...). Ein Blick aufs Thermometer verriet dann: 23 Grad. Wow!! Wenn es bei uns zu hause morgens um sieben 23 Grad sind, denkt man sich gewoehnlich: "Puuuh, viel zu warm fuer diese Tageszeit, das schrecklich heiss heut!" und fruehstueckt vermutlich kurzaermelig auf dem Balkon. Aber inzwischen kommt es mir morgens nicht mehr ganz so kalt vor. Dennoch gibt das einen kleinen Vorgeschmack auf den Kaelteschock, der mich in weniger als vier Wochen zurueck in der Heimat erwartet!! Fuer die Ghanaer fuehlt es freilich erst recht winterlich an. Hier werden morgens Winter-Steppjacken getragen und die meisten Schueler tragen jetzt mit putzigen Pullovern ueber ihren Schuluniformen, wie z.B. in Wollpullovern mit aufgestrickten Schneemaennern! In diesen Breiten wirklich ein skurriler Anblick!!
Montag, 26. Januar 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen