Montag, 29. Dezember 2008

von Ost nach West und wieder zurueck...

So, nun nutze ich doch mal den Luxus, in bezahlbarer Weise das nur bedingt langsame Internet quasi vor der Zimmertuer zu haben und berichte mal ein wenig von meinen bisherigen Weihnachtsferien. Die ersten drei Naechte nach der Ankunft meiner Mutter hatten wir in einem viel zu schicken Hotel bei Accra verbracht. "Zu schick" bezieht sich dabei eher auf den Preis sowie das sonstige Klientel, das einfach mal ziemlich prollig war. Auf der einen Seite Ghanaer, bei denen die Tatsache, dass sie sich dieses Hotel ueberhaupt leisten koennen, schon einiges aussagt, und bei denen sich die maennlichen Vertreter entsprechend toll vorkommen und noch mehr nerven (Stichwort: distanzgemindert!), auf der anderen Seite weisse Touristen, mit denen ich lieber nichts zu tun haben moechte, so arrogant und anmassend wie sie sich zeigten. Auf der anderen Seite ist selbst in solch einer Unterkunft nicht alles so perfekt, wie man es bei uns erwarten wuerde: Flecken auf dem Bettlaken, Steckdosen mit Wackelkontakt, Putz broeckelt von einigen Fassaden. Aber das stoert hier keinen, und mich im Grunde schon gar nicht, fuer mich war es ohnehin der reinste Luxus.

Am ersten Tag haben wir uns ein wenig Accra angeschaut, so dass Mama gleich mal das volle, laute, miefige und verkehrsreiche Leben in Ghanas Hauptstadt erleben musste. :-) Am naechsten Tag, dem 23. Dezember machten wir uns auf zu einen Besuch des Shai-Nationalparks oestlich von Accra. Dort gab es eine beeindruckende Savannen-Landschaft, nur leider kaum Tiere zu sehen (ein paar Affen und verschiedene Schmetterlinge), aber damit war in der bruetenden Mittagshitze dann auch nicht zu rechnen. Wenn man auch mal die Fauna der Parks bewundern moechte, muss man eben einfach vor Ort uebernachten, um gleich bei Sonnenaufgang die Chance der Tierbeobachtung nutzen zu koennen. Am 24.12. haben wir, wie bereits erwaehnt, meiner Gastfamilie in Akroso einen Weihnachtsbesuch abgestattet. Heiligabend haben wir gemuetlich bei einer Tasse Tee und selbstgebackenen Plaetzchen zusammengesessen, wobei die moderne Technik ermoeglichte, dass ich sogar einer Aufnahme der Christvesper des Dresdner Kreuzchors ueber Mamas Handy lauschen konnte.

Na ja, so hundertprozentig weihnachtlich wird einem in diesen Breiten dann doch nicht zu Mute, so dass es nur passte, dass wir uns am naechsten Morgen weit in den Westen des Landes gleich wieder in ein Beach Resort begaben und die Feiertage weitestgehend am Strand verbrachten. Den unverschaemt teuren Preisen des einzigen Restaurants vor Ort konnten wir durch den mitgebrachten Gouda, Lebkuchen und in der Umgebung erstandenen Fruechten ziemlich lange aus dem Weg gehen. Die Unterkunft selbst war dann, wie man sich vielleicht einen mittelmaessig dekanten Afrika-Urlaub klassischerweise vorstellt: recht komfortabel eingerichtete Rundhuetten mit Strohdach, umgeben von Kokosnusspalmen! (Leider bot sich uns dort auch ein etwas trauriger Anblick, weil sehr viele der Palmen in dieser Gegend von einer schwerwiegenden Krankheit dahingerafft wurden, so dass unzaehlige kahle Palmenstuempfe tot gen Himmel stachen... :-( )
Am zweiten Feiertag besuchten wir den ganz im Westen gelegenen Ankasa-Nationalpark. Dort gibt's noch richtiges Urwaldfeeling, zumal wir zu diesem Zeitpunkt die einzigen Besucher das gesamten Parks zu sein schienen und den Tourguide ganz fuer uns hatten. Zwar trafen wir haeufig auf Elefantendung und Antilopenkot, aber die zugehoerigen Lebewesen bekamen wir leider nicht zu Gesicht, dafuer aber vielerlei Insekten, Schmetterlinge, eine Rieseneidechse und schliesslich auf der Strasse noch eine Schlange. War halt einfach wieder nicht ganz die richtige Tageszeit, aber was soll man machen, wenn die Parks teilweise ohnehin nicht vor 8 oder 9 oeffnen?! Na ja, mich stoert es nicht so sehr, ich freu mich schon allein ueber die schoene Natur und Elefanten, Affen & Co. habe ich in Indien laengst in freier Wildbahn betrachten koennen...

Seit gestern sind wir nun noerdlich von Cape Coast in einer wunderschoen Ferienanlage an einem kleinen See untergekommen, in und um den sich Krokodile, leuchtendbunte Voegel und Riesenspinnen tummeln. Da gibt es eine Menge zu beobachten! Trotzdem haben wir uns heute erst mal wieder zur Kueste begeben um dort die geschichtstraechtige Stadt Elmina mit ihrem grossen, sehr gut erhaltenen Castle zu besichtigen. Morgen geht es dann wieder weiter zurueck gen Osten, in ein anderes weiteres Beach Resort westlich von Accra. Dabei hoffe ich, der beruehmtberuechtigte Silvestermuffel, endlich mal einen eher ruhigen Jahreswechsel zu erleben und werde dabei endlich durchziehen, was ich mir schon seit laengerem vorgenommen habe: Silvester einfach mal durchzuschlafen. Ich weiss, wie uncool! ;-) Aber cool war ich ja eh noch nie. :o)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Liebe Clara,nun möchte auch ich mich endlich mal bei dir melden,vielen Dank für die langen und umfassenden Berichte,ich bin eifriger Leser...wir wünschen dir aus Innsbruck ein wunderschönes,gesundes,erfolgreiches und abwechslungsreiches neues Jahr und noch eine gute Zeit in der Ferne,am Sonntag kommen Liese und Robert+ ;-), da können wir uns ja mal gemeinsam bei dir/euch melden,alles Liebe von Friedi und Andreas