...ist die ghanaische Bezeichnung fuer alle hellhaeutigen Menschen. In unserer Einfuehrungswoche haben wir erfahren, das Obruni urspruenglich eigentlich "people from the horizon", als "Menschen, die vom Horizont kommen" heisst. So uebersetzt klingt es eigentlich richtig poetisch und erinnert an die ersten Vertreter der Kolonialmaechte, die per Schiff die Goldkueste erreichten. Nur scheinen die meisten Ghanaer dies gar nicht zu wissen sondern uebersetzen den Ausdruck selbst auch nur mit "white person". Egal wohin man hier geht, ueberall ruft einem irgendwer "obruni" zu, insbesondere die Kinder brechen teilweise in hysterisches Geschrei aus, wenn sie irgendeinen Weissen sehen. Wenn man sich die gleiche Situation in umgekehrter Form bei uns vorstellt - nicht auszudenken! Tatsaechlich meidet aber ein im Umgang mit uns Bleichgesichtern erfahrener Ghanaer diesen Ausdruck und empfindet ihn als eher diskriminierend. Unsere Gastmama Emma hat uns gleich in den ersten Tagen beigebracht, was man auf obruni am besten entgegnet: Obibini = black person.
Dann sieht ein typisches Strassengespraech morgens auf dem Weg zur Schule so aus:
Ghanaisches Kind: "Hey obruni, how are you"
ich: "hey obibini, I'm fine, thanks. How are you?"
ghanaisches Kind (kichert, weil ich es obibini genannt habe): "I'm also fine" und es folgt ein langes selbstgespraech a la "obruni - obibini, obruni - obibini...."
Die Kinder in meiner Klasse haben inzwischen langsam kapiert, dass ich auch einen Namen habe und mit Unterstuetzung der Lehrerinnen, die auch befuerchten, dass ich mich durch "obruni" beleidigt fuehle, konnte ich erreichen, dass mich fast alle nun Clara oder "madame Clara" nennen.
Montag, 15. Dezember 2008
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