Samstag, 29. November 2008

Kumasi

Hallohalli,

heute sitze ich mal in einem Internetcafe, wo die Verbindung eigentlich ganz gut zu sein scheint, aber der Computer selbst fast schrottreif, so dass alles trotzdem eeeeeewiiig dauert! Ich glaube, es traegt eigentlich nicht sonderlich zu meiner psychischen Gesundheit bei, wenn ich das Internet nutze, weil ich dabei immer sooooo frustriert werde. Aber ich freu mich trotzdem immer ueber Post, so dass ich letztenendes doch ganz gluecklich bin, diese Verbindung nach Hause nutzen zu koennen.
Zur Zeit bin ich gerade in Kumasi, der Hauptstadt der Ashanti Region und laut Reisefuehrer einer der groessten Touristenanziehungspunkte im Land. Die Stadt hat tatsaechlich ein besonderes Flair und gefaellt mir auf alle Faelle besser als die Landeshauptstadt Accra. Heute haben wir den Central Market, den angeblich groessten Markt in ganz Westafrika besucht. Er soll eine Flaeche von etwa 14 Fussballfeldern umfassen, wobei wir vermutlich nur einen Bruchteil davon gesehen haben. Genau kann ich das nicht sagen, weil wir einfach der Nase nach durch die engen Gassen zwischen den tausenden von Staenden geschlendert sind und die ganze Wucht von Eindruecken auf uns nierderprasseln liessen. Hier werden wirklich saemtliche Sinne angesprochen und eigentlich laesst sich ein Besuch des Marktes genauso wenig in Worte fassen, wie die Gluehwuermchen-Maerchenwiese vom letzten Blogeintrag. Es ist laut und chaotisch, farbenpraechtig bunt und auch dreckig, manchmal duftet es verfuehrerisch, manchmal stinkt es einfach nur widerlich, aber man wird nicht fertig damit, alles zu sehen, zu hoeren, zu schmecken, zu fuehlen... Es heisst, man koenne auf diesem Markt alles kaufen ausser Schiffen und Flugzeugen und genau so sieht und fuehlt er sich auch an!

Gestern hatten wir auf dem Weg nach Kumasi eine Panne mit dem Trotro: ein Reifen war geplatzt uns musste erst mal ausgewechselt werden. Dafuer mussten alle 25 Insassen raus aus dem Minibus und die Maenner machten sich mit vereinten Kraeften an die Arbeit. Nun koennen Judith und ich wieder ein Haekchen auf der "muss-man-einfach-auch-erlebt"-Liste fuer einen Ghanaaufenthalt machen: wer keine Trotro-Panne mitgemacht hat, war einfach nicht wirklich hier und wir koennen zugleich froh sein, dass alles so glimpflich verlaufen ist. Allerdings war der geplatzte Reifen wirklich nicht verwunderlich, nachdem wir zuvor ueber 2 Stunden ueber unbefestigte, buckelige Pisten gefahren waren und 25 Koepfe im Rhythmus der Schlagloecher auf und ab huepften. :-) Ich kann wirklich froh sein, dass ich offenbar endgueltig von meiner Autofahr-Uebelkeit aus Kindertagen geheilt bin, sonst haette ich hier schon lange nichts mehr bei mir behalten. Aber so ist es einfach nur witzig und abenteuerlich (und manchmal etwas nervig, wenn man mal wieder schlecht geschlafen hat und die Zeit im Trotro lieber fuer ein Schlummerchen nutzen wuerde...).

So, morgen ist der erste Advent und ich trauere gerade ein wenig der Vorweihnachtszeit nach, die ich dieses Jahr verpasse. Aber eine mehr als wuerdige Alternative zum Striezelmarkt habe ich ja heute schon mal erleben duerfen. :-) Und damit ich den Winter in der Heimat auch nicht ganz vergesse, hat mich extra noch eine kleine Erkaeltung heimgesucht... ErKAELTung, das kommt von KALT, ich fasse es nicht!! Ich wuenschte, mir waere hier wirklich mal kalt! Das ist bizarr!

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