Das beste daran: die dicken, echten Matratzen, auf denen wir unseren Ruecken mal was richtig gutes tun und bequem schlafen konnten. Die Ausstattung bei unseren Gastfamilien ist naehmlich durchweg durch eher duenne Schaumstoffauflagen auf ziemlich buckeligen "Lattenrosten" gekennzeichnet... Da boten die Zeltunterkuenfte wahren Luxus!!
Ansonsten war es seltsam in der Strandanlage: zum ersten Mal seit zwei Wochen fand ich mich wieder umgeben von Europaeern und fuer einen Moment vergass ich fast, dass ich eigentlich in Ghana bin.
Eigentlich bin ich ja ueberhaupt nicht der Typ fuer lange Tage am Strand, aber so im Schatten der Palmen dem Spiel der Wellen zuzusehen und zu lauschen und dabei mein Lieblingsbuch zu lesen tat einfach mal gut! Nachts erschien der Dialog von Wellen und Wind fast schon laermend: derselbe Lautstaerkepaegel in Form von Autobahngeraeusch wuerde ohne Zweifel als Laermbelaestigung interpretiert, aber so war es doch irgendwie beruhigend. Als ich dann auch noch am naechsten Tag vom Morgengrauen bis zum Mittag aufs Meer schaute, liess es sich einfach nicht mehr vermeiden, dass wieder die Melodien aus Debussys La mer zu mir zurueckfanden, die mir (nach der Probenwoche mit der Jungen Sinfonie Berlin) bereits die zwei Wochen vor meiner Abreise nach Ghana keine Ruhe mehr liessen, sich aber in Anbetracht der neuen Eindruecke bei meiner Ankunft in Accra zunaechst verfluechtigt hatten. Jetzt schwelge ich wieder in Orchestererinnerungen und vermisse ein wenig das gemeinsame Musizieren in der Heimat. Immerhin habe ich ja eine Geige dabei, allerdings ist es gar nicht so einfach, hier darauf zu spielen: einerseits ist das bei knapp 30 Grad eine mehr als schweisstreibende Angelegenheit, zugleich muss ich darauf achten, vor allem dann zu spielen, wenn die meisten Kinder im Compound noch in der Schule sind. Andernfalls will staendig ein anderes Kind darauf spielen. Sie alle kennen bereits die erste Regel, die ich ihnen eingeschaerft habe, bevor sie die Geige in die Haende nehmen duerfen: Haende gruendlich waschen und abtrocknen!! Einigen habe ich bereits die Grundhaltung erklaert, wobei mir bei meinen Ausfuehrungen zugutekommt, dass ich im Sommer beim Lausitzer Opernsommer von den Amis aus Illinois einige der englischen Bezeichnungen gelernt habe, so dass ich meine Geige auch ordentlich auf Englisch beschreiben kann! :-)
1 Kommentar:
Ich seh die Nachricht schon vor mir: Deutsche gründet erstes Jugendorchester Ghanas
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